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LMS 1000km Spa: Belgische Turbulenzen
20.05.2008
Für Ex- Formel-1-Weltmeister Jaques Villeneuve war der Einsatz im Peugeot zunächst nur ein Test für die 24 Stunden von Le Mans. Das Rennen aber endete für den Kanadier mit einem lange vermissten Gefühl: Zum erstenmal seit seinem Triumph beim GP auf dem Nürburgring 1997 stand Villeneuve wieder einmal bei einer Siegerehrung auf dem obersten Treppchen. Zusammen mit dem Spanier Marc Gene und dem Franzosen Nicolas Minassian lag er in der Endabrechnung etwa zwei Minuten vor dem schnellsten Audi R10 von Alexandre Premat und Mike Rockenfeller. Sein Markenkollege Alexander Wurz machte völlig gegenteilige Erfahrungen. Zunächst stand der österreichische Formel-1-Edeltester zusammen mit Pedro Lamy und Stephane Sarrazin auf dem ersten Startplatz und das Team führte bis zum Beginn der dritten Stunde das Rennen an.
Als Wurz übernahm, starb jedoch der Motor ab und der Österreicher musste sich als Dritter hinter dem McNish-Capello-Audi einsortieren. In Runde 56 war für den Honda-F1-Tester dann endgültig Schluss: Nach einem Überholvorgang fuhr er dem GT2-Spyker von Ralf Kellener ins Auto und drehte sich in den Capello-Audi hinein, worauf der Peugeot aus dem Rennen war und der Audi zum zweiten Mal an die Box musste. Bei einer ersten Kollision hatte der Peugeot mit der Nummer 8 dem McNish-Capello-Auto das Ventil des linken Hinterrads abgerissen jetzt mussten Teile der Heckverkleidung getauscht werden. Zusätzlich kassierte das schottisch-italienische Duo noch eine Stop-and-go-Strafe wegen Missachtung der roten Ampel an der Boxenausfahrt. Ohne diese Zwischenfälle wäre für die Routiniers im Joest-Team der Sieg drin gewesen so reichte es nur für den vierten Platz. Also mussten wieder die Youngster Alexandre Premat und Mike Rockenfeller die Punkte machen. Ohne große Zwischenfälle belegten beide auch bei ihrem dritten Rennen in der Le Mans-Serie den zweiten Platz und standen damit ein weiteres Mal in Folge auf dem Podium. Bemerkenswerter Dritter wurde das französische Oreca Matmut-Team mit Ex-Toyota-F1-Pilot Olivier Panis und Nicolas Lapierre auf Courage-Judd.
In der LMP2-Klasse entwickelt sich der Porsche RS Spyder zum Dauersieger. Wie zuletzt in Monza endete auch der dritte Lauf mit einem Dreifachsieg. Auf dem 7,004 Kilometer langen Kurs in Spa-Francorchamps gewannen wiederum Jos Verstappen und Peter van Merksteijn die Klasse. Zweite wurden Jan Lammers und Didier Theys im RS Spyder des Schweizer Horag-Teams und als Dritte kamen die beiden Dänen John Nielsen und Casper Elgaard ins Ziel. In der seriennahen GT2-Klasse war der Kampf zwischen Ferrari und Porsche an der Spitze spannend bis zum Schluss. Mit nur 0,18 Sekunden Rückstand fuhr Porsche-Werksfahrer Marc Lieb im Porsche 911 GT3 RSR hinter dem Sieger-Ferrari von Bell/Bruni ins Ziel. Die grosse GT1-Klasse gewannen diesmal Luc Alphand, Guillaume Moreau und Patrice Gouleslard auf Corvette C6.R. Immerhin 35.000 Zuschauer erlebten in den belgischen Ardennen bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen einen weiteren packenden Schlagabtausch von Audi und Peugeot. Nach den nicht zur Serie zählenden 24 Stunden von Le Mans treten die Prototypen und GT beim 1000 Kilometer-Rennen vom 15. bis zum 17. August auf dem Nürburgring an und auch hier ist Spannung programmiert.
(Text: Rainer Roßbach)
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