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50 Jahre Kapitän P2.5: Schlüsselloch und Panorama
05.06.2008
1958: Die Hula-Hoop-Welle schwappt als Vorreiter der Fitnessbewegung aus den USA nach Europa, Elvis Presley kommt als Soldat nach Deutschland und versetzt die Jugend in Wallung. Während sich die Teens und Twens in Jeans, Lederjacke und Petticoat auf dem Motorroller zum nächsten Tanzschuppen aufmachen, feiert vor genau 50 Jahren ein mondänes Auto mit amerikanischem Flair Premiere: Ab Juni rollt der Opel Kapitän P 2.5 vom Band. Nach knapp vierjähriger Entwicklung kommt der große Rüsselsheimer auf die Straße und trifft mit seinem Design nicht den Geschmack der Kunden. In einem Jahr werden nur 34.842 Exemplare gebaut; der Vorgänger brachte es auf 92.555 Exemplare, der Nachfolger auf 145.616 Stück. Dabei folgte der Entwurf dem aktuellen Modetrend der USA. Panoramascheiben, Heckflossen und Zweifarben-Lackierungen bestimmen Ende der 50er Jahre die Automobilwelt. Dieser Linie folgend, erhält der neue Kapitän ein gestrecktes, modernes Aussehen, mit nach hinten leicht abfallender Dachpartie, die den viertürigen amerikanischen Coupés ähnelt. Der üppig verchromten Frontpartie und der markant geschwungenen Stoßstange folgen in gerader Linie die Kotflügel. Weit herumgezogene Panoramascheiben integrieren den Dachaufbau harmonisch in das Gesamtbild. Zugleich verbessern sie die Sichtverhältnisse enorm: So hat der Fahrer nach vorne nun einen Sichtwinkel von 103 Grad.
Die Passagiere auf den Rücksitzen müssen jedoch Abstriche machen, das stark heruntergezogene Dach und die hintere Panoramascheibe machen den Einstieg auf die Rücksitze beschwerlicher als beim Vorgänger, und die vorgerückte C-Säule schränkt die Sicht zur Seite ein. Beides sind grundlegende Nachteile, die dem Chauffeursauto Kapitän Kunden kosten. Chromleisten untergliedern die Seitenteile, die in abgerundete Heckflossen münden. In den Flossenenden eingebettet liegen die Rückleuchten mit der charakteristischen Form eines Schlüssellochs. Dieser Tatsache verdankt das gut 4,70 Meter lange Opel-Topmodell auch seinen Spitznamen - schnell ist es als "Schlüsselloch"-Kapitän bekannt und geht unter diesem Namen in die Geschichte ein. Die Kunden haben bei dem neuen Luxusliner indes die Qual der Wahl: Zu elf einfarbigen und 23 zweifarbigen Außenlackierungen kommen beim normalen Kapitän fünf und bei der "L"-Version, das "L" steht für Luxus, acht verschiedene Polsterkombinationen. Damit ergeben sich insgesamt 139 unterschiedliche Farb- und Stoffkombinationen - so ist für jeden Geschmack und jeden Verwendungszweck der passende Auftritt garantiert.
Um die Fahrt mit dem Kapitän noch angenehmer zu machen, kann der Wagen zusätzlich mit Frischluft-Kurbeldach und Overdrive-Getriebe ausgestattet werden. Das sogenannte "In die Knie-Gehen" des Fahrzeugs bei starkem Bremsen wird durch das "Antidive"-Prinzip wirksam ausgeschaltet, ermöglicht durch die Weiterentwicklung der Vorderachse. Doch nicht nur auf Komfort und Variantenreichtum legen die Opel-Konstrukteure bei dem 59 kW/80 PS starken Spitzenmodell Wert, die Passagiere sollen sich vor allem sicher fühlen. So geht der neue Kapitän P 2.5 mit verbesserter Bremswirkung und Lenkung an den Start. Der tiefere Fahrzeugschwerpunkt und der vergrößerte Radstand sorgen für geringere Kurvenneigung und mehr Fahrstabilität. Um die kleinsten Mitfahrer davor zu bewahren, dass sie bei einem Tempo bis zu 142 km/h nicht versehentlich die Türen im Fond öffnen können, ist erstmals eine "Kindersicherung" einstellbar. 10.250,00 DM kostet die Grundversion, für das "L"-Paket sind noch einmal 750 DM zusätzlich fällig. (Text: dr, Opel)
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