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Aktualisiert am 31.12.2011
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Lancia Medusa: Glattpoliert

14.06.2008

Lancia Medusa
Glattflächig, mit kleiner Stirnfläche: Der Medusa bietet dem Wind wenig Widerstand.
Doppelpfeil

Der Medusa sollte nach dem Willen des italienischen Designers Giugiaro zeigen, dass Innenraumkomfort und Aerodynamik durchaus vereinbar sind. 1980 wurde die kleine, viertürige Limousine auf dem Turiner Autosalon präsentiert. Bodengruppe und Mechanik des Lancia Montecarlo 2000 bilden die Basis für den aerodynamisch optimierten Viersitzer - der Cw-Wert der Studie beträgt nur 0,263.

Unter Verwendung von Gipsmodellen entstand im Studio der Italiener ein Fahrzeug mit der damals besten Aerodynamik auf der Basis eines Serienmodells. Die Plattform des Beta Montecarlo mit Mittelmotor gestattet eine optimierte Formgebung der Bugpartie sowie rundlichere und völlig glatte Seitenteile ohne jeden aerodynamischen Widerstand. Die Türgriffe sind flach und schließen mit dem Blech bündig ab, die Rückspiegel sind weit nach hinten versetzt. Die Seitenfenster sind fest am Türrahmen verklebt und lassen sich jeweils teilweise elektrisch öffnen. Das macht die Türen leichter und schlanker. Sie fügen sich nahezu nahtlos in die Konturen ein und sorgen für einen großzügigeren Innenraum.

Lancia Medusa
Geradlinig: Die Karosserie ist sachlich und funktional.
Doppelpfeil

Das Dach ist völlig glatt und hat keine seitlichen Ablaufleisten: Für die damalige Zeit war das eine große Innovation, ebenso wie die ganz flachen, die Räder eng umschließenden Radkästen. Die Front ist ein Monoblock aus Kunstharz, der die Funktionen von Stoßstange und Kühlergrill integriert, die Scheinwerfer sind versenkbar. An der Heckscheibenbasis befindet sich zudem aus aerodynamischen Gründen ein kleiner Spoiler.

Ein großzügiger Innenraum lässt sich in der Regel schwer mit der Aerodynamik und einer energieeffizienten Gewichtsverteilung in Einklang bringen. Der Medusa jedoch – obwohl von einem Mittelmotor angetrieben – weist eine Höhe von 1120 mm sowie 1800 mm Abstand zwischen Pedalen und Rückenlehne auf. Das sind Maße, die denen einer damals gängigen Limousine entsprechen.

Für eine bessere Ergonomie hat Giugiaro ein Lenkrad entwickelt, bei dem sich wie bei den heutigen F1-Wagen alle Bedienelemente in der Mitte befinden – ohne Lenkstockschalter, so dass die Hände am Lenkrad verbleiben können. Es ist höhenverstellbar und überträgt die Steuerungsbefehle mit Ultraschall. Besonderen Komfort bieten darüber hinaus der Mittelkonsolen-/Tunnelblock, die den Insassen wie ein Sessel Halt bietenden Sitze sowie die Armlehnen an den Türen mit ihrem großzügigem Ablageraum.

(Text: Rainer Roßbach)
(Fotos: Rainer Roßbach)

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