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1000km Nürburgring: Audi wahrt Titelchance
23.08.2008
Am Ende gab es für das Audi-Joest-Team beim vierten Lauf der europäischen Le Mans-Serie wie in den vergangenen Rennen wenig zu holen. Auch wenn sich Pedro Lamy, der zusammen mit seinem Co-Piloten Stephane Sarrazin das Rennen gewann, in Lob übte: "Die Audis haben uns alles abverlangt ...", war an der Dominanz der schnellen französischen Coupés nicht zu rütteln. Hinter dem Peugeot mit der Nummer 8 platzierten sich deren Teamgefährten Marc Gene und Nicolas Minassian auf dem zweiten Podestplatz. Die Audi-Youngster Alexandre Prémat und Mike Rockenfeller lagen am Ende eine Runde zurück und belegten nach knapp sechs Stunden den dritten Platz auf dem Podium. Mit diesem Ergebnis beim 1000-Kilometer-Rennen auf dem Nürburgring wahrten sie ihre Chance im Titelkampf. Dindo Capello und Allan McNish kamen mit dem zweiten Audi R10 TDI auf Platz vier ins Ziel. Die beiden Audi R10 TDI lieferten sich auf dem Nürburgring während des gesamten Rennens ein teaminternes Duell um Platz drei. Mehrfach wechselten die Positionen, ehe zwei Reifenschäden verursacht durch herumliegende Trümmerteile die Entscheidung brachten. Erst verlor Alexandre Prémat Platz drei durch einen außerplanmäßigen Reifenwechsel. Drei Runden vor Rennende musste jedoch auch Allan McNish noch einmal an die Box kommen sein rechter Hinterreifen war beschädigt. Durch den Boxenstopp fiel der Schotte wieder auf Rang vier zurück.
Hinter den überlegenen Dieselrennern belegten Stefan Mücke/Jan Charouz auf Lola-Aston-Martin den fünften und der französische Courage-Oreca LC70 von Stephane Ortelli/Soheil Ayhari den sechsten Platz. Danach kam schon der schnellste LMP2-Prototyp ins Ziel. Wie schon bei den vier vorhergehenden Rennen triumphierte abermals ein Porsche. Jos Verstappen und Jeroen Bleekemolen vom niederkändischen Marksteijn-Team gewannen in der LMP2-Klasse das 1000-Kilometer-Rennen auf dem Nürburgring. Mit seinem dritten Saisonsieg sicherte sich der ehemalige Formel 1-Fahrer Verstappen außerdem vorzeitig den Titelgewinn in der LMP2-Kategorie und Van Merksteijn Motorsport die Team-Meisterschaft. Auch in der Hersteller-Wertung liegt Porsche uneinholbar vorne. Die beiden dänischen Piloten Casper Elgaard und John Nielsen vom Essex-Team rundeten den Erfolg der Porsche-Kundenteams mit einem dritten Rang ab. In die Freude über den dritten Podiumsplatz der Saison mischte sich bei Essex-Fahrer und Teammanager John Nielsen ein wenig Enttäuschung. Vom zweiten Startplatz aus ins Rennen gegangen, hatte das Team nach einer knappen Stunde die Führung in der LMP2-Klasse erobert und sich Chancen auf einen zweiten Saisonsieg ausgerechnet.
Doch ein Ausrutscher von Casper Elgaard warf das Duo auf den neunten Platz zurück. Vor der Schikane kam es zu einem Missverständnis mit einem Konkurrenten und in der Folge zu einem Ausflug ins Kiesbett. Vom neunten Platz kämpften sich Nielsen und Elgaard mit einer tollen Aufholjagd noch auf Rang drei. Zwischen die beiden Porsche schoben sich die Franzosen Pierre Ragues/Mathieu Lehaye auf Pescarolo-Judd, die in der Endabrechnung auf dem neunten Rang einliefen. Die Trophäe der GT1-Klasse holten sich der Spanier Antonio Garcia und der Tscheche Thomas Enge auf einem Aston Martin DBR9, während der Sieg in der GT2-Klasse an Bruni/Bell auf Ferrari F430 GT ging. Für die Porsche-Piloten Davison/Lieb (AUS/D) auf Porsche 911 GT3 RSR reichte es lediglich für den zweiten Podestplatz. Vor dem Finale im englischen Silverstone am 14. September liegen Prémat und Rockenfeller in der Fahrerwertung der LM P1-Klasse zwei Punkte hinter den Tabellenführern Marc Gené und Nicolas Minassian. In der Markenwertung hat Audi sechs Punkte Rückstand auf Titelverteidiger Peugeot.
(Text: Rainer Roßbach)
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