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Reims-Gueux: Gelungene Regionalveranstaltung
01.10.2008
Die alte Rennstrecke Reims-Gueux, seit Ende der sechziger Jahre ungenutzt und dem Verfall preisgegeben, erwacht langsam wieder zu neuem Leben. Schon zum zweiten Mal lud eine Gruppe von Motorsportbegeisterten aus der Champagne, die sich um den Erhalt der alten Anlagen einsetzt, zu einem Treffen für klassische Fahrzeuge der besonderen Art ein. Die Rennstrecke bei Reims bestand aus öffentlichen Straßen, die nur für die Veranstaltungen gesperrt wurden. Das Layout des Kurses ist in weiten Teilen erhalten. Einige Kreuzungen wurden durch Kreisverkehre ausgebaut und die Route Nationale, die die längste Gerade des Rundkurses bildet, ist inzwischen zur vierspurigen Autobahn ausgebaut.
Genau diese Streckenführung wurde für das Wochenende reaktiviert, einschließlich der Nationalstraße, die von Samstag Morgen bis Sonntag Abend für den allgemeinen Verkehr gesperrt wurde. Für die technische Abnahme hatte man sich das Gelände eines renommierten Champagner-Produzenten in Reims gesichert, die Voraussetzung für eine schöne Veranstaltung in angemessenem Rahmen war also gegeben. Die Chance blieb zum Teil ungenutzt: Den alten Boxen- und Tribünenanlagen hatte man im Vorfeld neue Farbe gegönnt und die Werbeaufschriften aus den späten Sechziger Jahren wiederhergestellt. Leider ging damit viel vom morbiden Charme der Ruinen verloren, der neue Anstrich wirkt künstlich und ist ohne Leben.
Durch die vor den Boxen installierten Betonleitschienen und eine sehr enge Schikane, mit der Fahrzeuge zu stark eingebremst wurden, litt die Rennatmosphäre. Selbst der Mercedes W196R mit freistehenden Rädern, mit dem Jean Alesi und Hans Herrmann einige schnelle und laute Runden über den Kurs treten, passt nicht zu Reims, hier wurden 1954 die Stromlinienmodelle eingesetzt. Für Freunde des französischen Fahrzeugbaus gab es allerdings einiges zu sehen: Bugattis, Amilcars, Delahayes, Renault R8 Gordini, ein paar Alpines, ein Inaltera und die Rekonstruktion zweier Citroen-Weltrekordwagen auf Rosalie-Basis, dazu die gängigen deutschen und englischen Fahrzeuge, die man bei größeren Treffen immer wieder sieht. Zudem hatte das lokale Automuseum einige seiner interessanteren Stücke an die Rennstrecke gebracht. Auf Rennläufe hatte der Veranstalter aus Sicherheitsgründen verzichtet, bei den Demonstrationsläufen erlaubte sich der eine oder andere Teilnehmer dann doch eine schnellere Gangart, die Zusammenstellung der Fahrzeuggruppen war eigenartig, Rennfahrzeuge und Alltagscabriolets teilten sich die Strecke. Das Weekend de l'Excellence automobile rechtfertigt zur Zeit noch keine weite Anreise, aber der Veranstaltungsort hat Potential.
(Text: Dieter Roßbach )
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