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Aktualisiert am 31.12.2011
© 2011 virto GmbH
Toyota IQ: Viersitzer im Smart-Format

07.10.2008

Toyota IQ
Charaktervoll: Das Gesicht des IQ ist eigenständig.
Doppelpfeil

Stillstand ist angesagt. Das mit Chrom aufgehübschte Design neuer Automodelle ist von gestern, technischer Fortschritt bleibt Studien vorbehalten. Aber es gibt Ausnahmen. Toyotas neuer Stadtflitzer IQ ist so eine: 50 Zentimeter länger als ein Smart Fortwo und zehn Zentimeter breiter, bietet der kleine Japaner Platz für drei Erwachsene und ein Kind. Und mit dem kleinsten Motor produziert das schick gestaltete Gefährt lediglich 99 Gramm CO2 pro Kilometer.

Der Radstand des IQ ist mit 2000 Millimetern recht groß, die Räder befinden sich an den äußersten Ecken des Fahrzeugkörpers, und so steht der IQ selbstbewußt und stabil auf der Straße. Insgesamt ist der Innenraum vom Armaturenbrett bis zur rückwärtigen Sitzlehne 1238 Millimeter lang.

Diese Platzverhältnisse sind einigen bemerkenswerten technischen Innovationen zu verdanken. So ermöglicht erst das zur Vorderachse invertierte Differenzial, das in ein konventionell aufgebautes Getriebe integriert ist, den extrem kurzen vorderen Überhang. So konnte der Motorraum kleiner ausfallen. Das hoch im Motorraum untergebrachte kompakte Lenkgetriebe mit zentraler Aufnahme erleichtert die Unterbringung von Getriebe, Motor und Differenzial. Aufgrund des insgesamt geringeren Platzbedarfs der mechanischen Komponenten konnte der vordere Überhang deutlich verkürzt werden. Der nur 120 Millimeter flache, aber 32 Liter fassende Tank, ist unter dem Boden angebracht, zugleich sind die hinteren Stoßdämpfer nach schräg angestellt, um im Innenraum mehr Platz zu gewinnen.

Toyota IQ
Auf knapp drei Metern Raum für Vier.
Doppelpfeil

Die Sitzlehnen sind besonders schlank gehalten und verschaffen den Insassen auf den Rücksitzen 40 Millimeter mehr Beinfreiheit. Die Sitze aus gezogenem Stahlrohr wiegen etwa 30 Prozent weniger als herkömmlich gepolstertes Gestühl. 20 Prozent kleiner als beim Yaris ist die Klimaanlage. Dadurch konnte die Lüftung in die zentral angeordnete Klimatisierungseinheit integriert werden. Dank dieser platzsparenden Anordnung kann der Beifahrersitz weiter als üblich nach vorn geschoben werden, um so Platz im Innenraum zu gewinnen und die Beinfreiheit zu erhöhen. Die asymmetrisch geformte Armaturentafel des IQ trägt zum Raumgewinn dergestalt bei, dass ausreichende Beinfreiheit selbst bei ganz nach vorn geschobenem Beifahrersitz gewährleistet ist, und gar ein 1,90 m großer Erwachsener auf dem Rücksitz komfortabel Platz findet. Die Rücksitzlehne ist im Verhältnis 50:50 geteilt umklappbar, was den nutzbaren Gepäckraum auf bis zu 242 Liter vergrößert, wenn beide Lehnen vorgeklappt werden. Unter dem Rücksitz befindet sich ein Staufach, in dem sich kleinere Gegenstände mitführen lassen.

Neben Front- und Seitenairbags, die dem besonderen Layout des IQ angepasst sind, gibt es als Weltpremiere einen Heck-Airbag. Bei einem Heckaufprall wird dieser Airbag zum Schutz der Insassen auf den Rücksitzen aus dem Dachhimmel heraus hinter den hinteren Kopfstützen ausgelöst.

Toyota IQ
Individuell geformte Armaturen und viel Beinraum für den Beifahrer.
Doppelpfeil

Handlich ist der Toyota: Der Wendekreis beträgt nur 7,80 Meter. Beim Fahrwerk kommen eine McPherson Vorderachse sowie eine neu entwickelte kompakte Torsionslenker-Hinterachse zum Einsatz. Die Bremsanlage besteht aus 255-Millimeter Bremsscheiben vorne und hinten im 259-Millimeter-Format. ABS ist serienmäßig, ebenfalls der integrierte Brems-Assistent BA und die elektronische Bremskraftregelung EBD. Im Basispreis enthalten sind auch das elektronische Stabilitätsprogramm VSC+ mit aktiver Lenkunterstützung und die Antriebsschlupfregelung TRC.

Die hochfeste Sicherheits-Fahrgastzelle ist darauf ausgelegt, die Aufprallenergie im Fall einer Kollision effizient zu absorbieren und um die Insassen herum abzuleiten. Zur Maximierung des Insassenschutzes bei einem Frontalunfall leitet die Karosserie die Aufprallenergie über zahlreiche Elemente ab oder absorbiert sie. Zu diesen Elementen gehören die Längs- und Querträger des Chassis, der Querträger unter der Armaturentafel sowie die weit vorn platzierten Vorderräder.

Toyota IQ
Das markante Heck bietet maximal 242 Liter Laderaum.
Doppelpfeil

Zum Zeitpunkt der Markteinführung sind zwei Motorisierungen verfügbar: zum einen der 1,0-Liter-VVT-i-Benzinmotor, zum anderen ein 1,4-Liter-D-4D-Dieselmotor. Darüber hinaus besteht die Wahl zwischen zwei Getriebe-Optionen einschließlich eines neu entwickelten Multidrive-Getriebes. Der 1,0-Liter-VVT-i-Benzinmotor erreicht eine Spitzenleistung von 68 PS sowie ein maximales Drehmoment von 91 Nm bei 4.800/min. In Verbindung mit dem lang übersetzten manuellen Fünfgang-Getriebe liegt der Kraftstoffverbrauch des leichtgewichtigen Dreizylinders bei etwa 4,3 Litern auf 100 km. Der Motor ist auch in Verbindung mit dem neuen Multidrive-Getriebe erhältlich. Diese CVT-Aggregat (CVT = Continuous Variable Transmission) sorgt kontinuierlich für die jeweils optimale Übersetzung und Schaltgeschwindigkeit ohne jegliches Schaltrucken beim Gangwechsel. Es hält die Motordrehzahl so lange wie möglich im Bereich des größten Drehmoments, ohne den Motor unnötig hochdrehen zu lassen. Der 1,4-Liter-D-4D-Dieselmotor mit Partikelfilter bietet Common-Rail-Technologie mit Turbolader und Ladeluftkühler. Seine Leistung liegt bei 90 PS, und über den gesamten Bereich zwischen 1.800 und 3.000/min steht ein Drehmoment von 190 Nm zur Verfügung. Das manuelle Sechsgang-Getriebe verleiht dem Diesel ein kraftvolles Spurtvermögen und gestattet zugleich eine Kraftstoff sparende, niedertourige Fahrweise. Der Verbrauch liegt bei nur 4,0 Litern auf 100 km, was einem CO2-Ausstoß von 105 g/km gleich kommt.

Der iQ kommt Anfang 2009 in den Handel. Toyota erwartet einen jährlichen Absatz in Höhe von etwa 80.000 Einheiten.

(Text: Rainer Roßbach)
(Fotos: Toyota)

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