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Reifencodes: Was heißt eigentlich 205/55 R 16 91 V?
25.10.2008
Die Bezeichnung "205/55 R16 91V" sagt dem Reifen-Laien relativ wenig, lässt sich aber schnell aufklären: Mit "205" bezeichnet der Reifenhersteller die Reifen-Nennbreite in Millimetern. Die Zahl "55" verweist auf das Nenn-Querschnittsverhältnis, also das Verhältnis der Höhe zu der Breite eines Reifens. Die Höhe der Seitenwand beträgt hier 55 Prozent der Nennbreite. Das Kürzel "R" gibt Auskunft über die Bauweise und beschreibt damit die Art, wie die Cordfäden der Karkasse verarbeitet worden sind. Zwei Kürzel gilt es hier zu unterscheiden: "R" steht für "Radial". Bei Radialreifen werden die einzelnen Fäden der Karkasse quer zur Fahrtrichtung gelegt. Der Vorteil liegt in einer höheren Geschwindigkeitsfestigkeit als bei den früher üblichen Diagonalreifen, besserer Haftung und komfortableren Fahreigenschaften. Aus diesen Gründen werden Pkw-Reifen in Diagonalbauweise in Europa seit über 30 Jahren nicht mehr in Serie hergestellt. Für Nutzfahrzeuge und als Spezialreifen im extremen Off-Road-Einsatz sind Diagonalreifen aber immer noch erhältlich. Ihre Karkassfäden verlaufen schräg zur Fahrtrichtung über den Reifen, sie haben besonders hohe Traglasten und sind robuster als ihre jüngeren Pendants. Die Zahl "16" in der Größenangabe verweist auf den Felgendurchmesser in Zoll (1 Zoll = 2,54 cm).
"91" ist die Tragfähigkeits-Kennzahl oder der Lastindex (LI) des Reifens. Für die Umrechnung dieses numerischen Codes auf die maximale Tragfähigkeit eines Reifens gibt es eine Standardumrechnungstabelle, die bei 50 (= 190 Kg) beginnt und in Einerschritten bis 124 (=1.600 Kg) reicht. In diesem Beispiel bedeutet dies, dass ein Reifen mit maximal 615 Kilogramm belastet werden darf. Direkt nach der "91" folgt das Geschwindigkeits-Symbol (GSY) "V" – Symbol für die zulässige Höchstgeschwindigkeit. Der Reifen verfügt in diesem Fall über eine Freigabe bis 240 km/h. Andere übliche Kennungen lauten T (frei bis 190 km/h), H (frei bis 210 km/h), V (frei bis 240 km/h), W (frei bis 270 km/h) und Y (frei bis 300 km/h). Die maximale Höchstgeschwindigkeit reiner ZR-Reifen ist nicht genormt; für Geschwindigkeiten über 240 km/h ist daher eine Bestätigung des Reifenherstellers erforderlich. Der Lastindex und der Geschwindigkeitsindex zusammen bilden die Betriebskennung eines Pkw-Reifens. Einen echten Winterreifen erkennt man leicht an seinen zwei typischen Symbolen: "M+S" ("Matsch und Schnee") und das Symbol "Schneeflocke auf einem Gebirge", das die wirklich aussagefähige Kennzeichnung eines Winterreifens ist. Die Abkürzung "TWI" (Tread Wear Indicator) ist eine Kennzeichnung für die Profilabnutzung. Querstege in den Haupt-Längsprofilrillen sind gleichmäßig über den Umfang des Reifens verteilt und bilden bei Erreichen der gesetzlich festgelegten Mindest-Profiltiefe von 1,6 Millimeter eine Linie mit den Profilblöcken. Den "Anzeiger" der empfohlenen Mindestprofiltiefe findet man an der Seitenwand in Form eines Nässe-TWI, der durch einen Regentropfen dargestellt wird. Winterreifen verfügen bereits ab einer Profiltiefe von vier Millimetern nur noch über geringe Sicherheitsreserven auf typisch winterlichen Fahrbahnen, da sich die Lamellen unterhalb dieser Profiltiefe nicht mehr ausreichend mit Schnee oder Eis verzahnen können. Der Winter-TWI wird bei vier Millimetern Restprofil ebenfalls durch ein Schneeflockensymbol kenntlich gemacht. Winterreifen mit weniger als vier Millimetern Restprofil sind in Österreich nicht mehr als Winterbereifung zugelassen. Wer den Reifen nun noch etwas genauer betrachtet, wird auf die Bezeichnung "Tubeless" oder "TL" stoßen. Ein so gekennzeichneter Reifen ist im Gegensatz zu "Tube Type" / "TT""-Reifen auch ohne Schlauch betriebsbereit. Unter modernen Pkw-Reifen sind Modelle, die nur mit Schläuchen verwendet werden können, quasi ausgestorben. Allenfalls für seltene Oldtimer und / oder Speichenradfelgen sind Schläuche erforderlich.
Bei Reifen mit Notlaufeigenschaften, die weiter an Bedeutung gewinnen, folgt nach diesen Angaben noch die Bezeichnung des Notlaufsystems – bei Continental zum Beispiel lautet diese Bezeichnung "SSR" (Self Supporting Runflat Tire). Ein SSR-Reifen verfügt über verstärkte Seitenwände und ermöglicht auch bei völligem Luftdruckverlust eine Weiterfahrt. SSR-Reifen sollten nur montiert werden, wenn das Fahrzeug über ein Reifendruckkontrollsystem verfügt und werksseitig für solche Reifen konzipiert wurde. Mit MO, N0 - N4, einem Stern, dem Buchstaben "J" oder RO 1-Kennzeichnung versehen Reifenhersteller ihre Modelle, die nach den Spezifikationen von Fahrzeugherstellern gefertigt sind. Diese Reifen unterscheiden sich geringfügig von Reifen ohne Zusatzkennzeichnung. MO-Reifen sind beispielsweise nach Mercedes-Vorgaben entstanden, mit N0 – N 4 sind Reifen mit Porsche-Freigabe gekennzeichnet. Reifen, die für Jaguar freigegeben sind, sind durch ein "J" als solche erkennbar. Die Reifen, mit denen BMW seine Wagen ab Werk bestückt, erkennt man an einem kleinen Stern, an Reifen für die Audi Quattro GmbH ist die Kennzeichnung "R01" zu finden. Reifen mit solchen Kennungen können jedoch auch an anderen Fahrzeugen gefahren werden. Neu ist das "E-Symbol" hinter der Profilbezeichnung für Erstausrüstungsreifen. Reifen mit dieser Kennung sind auf besonders niedrigen Kraftstoffverbrauch an diesen Fahrzeugen konzipiert. In jeden Reifen ist eine DOT-Kodierung einvulkanisiert. Damit wird die Übereinstimmung mit den Maßgaben des amerikanischen Verkehrsministeriums (Department of Transportation) zertifiziert. Angegeben ist neben einer Kodierung für Hersteller, Reifengröße und Reifeneigenschaften auch die Produktionswoche in verschlüsselter Form: Die Zahl 2208 bedeutet, dass der Reifen in der 22. Woche dieses Jahres gefertigt wurde. Noch zwei weitere Buchstaben- / Zahlenkombination sind zu nennen: "E4" ist ein Genehmigungszeichen gemäß der ECE-Regelung. Die Zahl hinter dem "E" steht für das Genehmigungsland (Beispiele: 4 = Niederlande, 12 = Österreich). Die nach der "E4" genannte Zahlenreihe "0214338" ist die Genehmigungsnummer nach der jeweils gültigen ECE-Regelung. Auch wenn Fachleute das Herkunftsland des Reifens aus der DOT-Kodierung feststellen können, so vulkanisieren Qualitätsanbieter wie Continental das Herkunftsland mit dem Vermerk "Made in…" in jeden Reifen ein.
(Text: dr, Continental) |
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