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VLN BFGoodrich Trophy: Saisonabschluss in der Langstreckenmeisterschaft
18.11.2008
Mit dem neunten und letzten Lauf, der BFGoodrich Trophy verabschiedete sich die BF Goodrich Langstreckenmeisterschaft in die Winterpause. Der späte Renntermin brachte Nachteile mit sich, weil der Ausweichtermin für den 40. ADAC Barbarossapreis, der im September nach einer Kollision im Training und der dadurch verursachten Verunreinigung der Strecke abgesagt wurde, ausnahmsweise auf einen Sonntag gelegt werden musste. Am Samstag war die Nordschleife noch für eine Etappe der Rally-Köln-Ahrweiler reserviert. Das berüchtigte Eifelwetter wartete zudem mit nasskalten Bedingungen auf. Während in den übrigen Läufen regelmäßig über 200 Fahrzeuge um Positionen kämpften, nahmen nur 123 Teams das Training in Angriff. Viele Aktive und Zuschauer blieben unter diesen Umständen der Veranstaltung leider fern. Dies hatte nicht nur Auswirkungen auf den Verkehr auf der Strecke, sondern auch auf den Titelkampf. Das dominierende Team in der Klasse SP2, die Ukrainer Andri Kruglik und Alexji Mochanov in ihrem Ford Fiesta ST, hatte erst im letzten Rennen die Tabellenführung an Matthias Unger und Alexander Böhm im BMW 325i der Klasse V4 verloren. Nur ein Klassensieg in einer stark besetzten Klasse oder ein Wertungsausschluss von Unger/Böhm hätten die Wende gebracht. Beides aber blieb aus. Während Kruglik/Mochanov nur auf dem dritten Rang der SP2 ins Ziel kamen, beendete Matthias Unger das Rennen mit einem Klassensieg und sicherte sich und Alexander Böhm den Meistertitel. Obwohl Unger das Rennen alleine bestreiten musste, Alexander Böhm fiel krankheitsbedingt aus, konnte sich das Team am Ende gemeinsam freuen. Die wenigen Starter sorgten dafür, dass dieses Rennen für die Black Falcon Mannschaft als Streichresultat gewertet wurde und somit das Duo Unger/Böhm gemeinsam jubeln durfte. Neben dem Meistertitel ging auch der VLN-Serienwagen-Cup an Unger/Böhm. Abgerundet wurde das hervorragende Saisonergebnis des Black-Falcon-Teams von Christer Jöns, der sich die VLN-Junior-Trophäe sicherte. Im verregneten Zeittraining konnten die Brüder Jürgen und Uwe Alzen den Allrad-Antrieb ihres Hankook/H&R Spezialfedern Porsche 997 Turbo nutzen. Mit einem überlegenen Vorsprung von 36.355 Sekunden beanspruchten sie die Pole Position für sich. Zweitschnellste waren Marc Basseng und Dirk Werner. Im Porsche 911 GT3 von Land Motorsport komplettierten sie die erste Startreihe. Auf Rang drei qualifizierten sich Jörg Otto und Jochen Krumbach. Sie profitierten dabei von den nassen Bedingungen und verloren mit ihrem Cup-Porsche weniger Zeit auf die Top-Autos.
Den Start auf der immer noch feuchten Piste gewann erwartungsgemäß Uwe Alzen. Auch direkt dahinter gab es keine großen Überraschungen. Ausgangs der Kurzanbindung versuchten Otto/Krumbach die Verfolgerposition von Basseng/Werner zu übernehmen, diese verteidigten ihren zweiten Rang zunächst erfolgreich. Bereits in der Anfangsphase gab es Probleme bei der Corvette von Stefan Kissling, Hannu Luostarinen und Volker Strycek. Nach einer Runde über die Sprintstrecke kam der amerikanische Hubraumriese an die Box. Kurze Zeit später erfolgte das frühzeitige Ende des Rennens und damit der Saison 2008: Grund war Wasser im Kabelbaum. An der Spitze konnte sich Uwe Alzen unterdessen Runde um Runde absetzen. Rang zwei belegten Georg Weiss, Marcel Tiemann und Martin Ragginger vor Basseng/Werner. In Runde drei übernahmen Dirk Adorf und Hermann Tilke im Raeder Motorsport Lamborghini Gallardo Rang drei. Abgesehen von Uwe Alzen, der einsam seine Runden drehte, durften sich die Fans an zahlreichen Positionskämpfen im ganzen Feld erfreuen Nach acht Runden kam die Spitze zum ersten Stopp an die Boxen. Zwischenzeitlich hatte Uwe Alzen einen Vorsprung von über zwei Minuten auf die mittlerweile zweitplatzierten Adorf/Tilke herausgefahren. Bei Halbzeit kam abermals das Aus für den Turbo-Porsche. Nach Motoraussetzern hatte Jürgen Alzen den Allrad-Boliden bei seinem letzten Einsatz in der BF Goodrich Langstreckenmeisterschaft im Bereich Klostertal abgestellt. Die Führung übernahm nun der Raeder Lamborghini. Das Team Adorf/Tilke war im Verlauf des Jahres immer wieder auf aussichtsreichen Positionen liegend von Ausfällen heimgesucht worden. Entlang der Strecke hätte ihnen fast jeder den Triumph gegönnt. Aber sie hatten wieder Pech, ein Unfall zwang Adorf/Tilke in Runde 19 zur Aufgabe.
Neue Spitzenreiter waren Basseng/Werner. Zum zweiten Mal pilotierte diese Fahrerbesetzung den Porsche von Wolfgang Land und erneut wurde das Duo nach vier Stunden Renndauer ab gewunken. Zweite wurden Marc Lieb und Armin Hahne im neuen Porsche 997 Cup S von Manthey Racing vor dem Oliver Kainz im Eifelblitz, der den BMW M3 des Scheid-Teams allein über die Distanz gebracht hatte. Für Land Motorsport endete die Saison mit diesem dritten Sieg doch noch versöhnlich. In der Wertung für den VLN-Stahlwille-Top20-Pokal kam das Team nach einem von viel Pech geprägten Jahr nur auf den sechsten Rang. Diese Sonderwertung erfasst die schnellsten 20 Teams eines jeweiligen Rennens. Punkte werden unabhängig von der Klasseneinteilung nach einem einfachen Schlüssel vergeben: Das siegreiche Team erhält 20 Punkte, die Zweitplatzierten 19, bis hinunter zu Platz 20, der noch mit einem Zähler belohnt wird. Das Team um Olaf Manthey kam im letzten Rennen der Saison zwar nur auf den vierten Rang, aber in der Wertung des Top20-Pokals hatte das Team aus Meuspath gleich zwei Autos vorn.
(Text: Matthias Behrndt/Michael Behrndt)
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