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Aktualisiert am 31.12.2011
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Citroën C-Crosser HDI155: Lückenfüller

28.07.2008

pfeil  Technische Daten  

Citroën C-Crosser
Das Urmodell war ein typischer Citroën

IA 2001: auf dem Stand in Halle 8 präsentiert Citroën seine Vorstellung eines SUVs und die Studie passt perfekt in die Reihe der geländetauglichen Fahrzeuge der Marke, die sich alle von der Masse der Allradler abhoben. Schon der erste Versuch, ein Halbkettenfahrzeug mit dem erfolgreich Asien und Afrika durchquert wurde, setzt Maßstäbe .Der 2CV Sahara gönnte sich die Kraft der zwei Herzen, je ein Motor sorgt für Vortrieb an der Vorder- und an der Hinterachse. Optisch dem Bild eines Geländefahrzeugs am nächsten kam der Mehari, den es auch in kleiner Stückzahl als Allradler gab und der den Trend zum rustikalen Spaßauto mit einleitete, obwohl er gerade in Frankreich hauptsächlich als Nutzfahrzeug eingesetzt wurde. Die C-Crosser-Studie setzt diese Reihe fort und weckt natürlich Begehrlichkeiten in der Citroën-Gemeinde. Leider ist der Rotstift gegen eine Weiterentwicklung dieses Ansatzes in ein Serienfahrzeug, obwohl die Studie voll funktionstüchtig ist, in nur sechs Monaten komplett bei Citroën entwickelt wurde und Härtetests unter extremen Bedingungen bestanden hat. Die zu erwartenden Stückzahlen ließen noch nicht einmal eine Eigenentwicklung zu. Also besinnt man sich bei PSA auf die guten Kooperationserfahrungen im Nutzfahrzeugbereich und sucht sich einen kompetenten Partner, um schnell mit einer ausgereiften Lösungen auf dem Markt kommen zu können. Fündig wird man bei einem erfahrenen japanischen Anbieter und so gibt es nun seit einigen Monaten den ersten Citroën aus japanischer Fertigung zu kaufen: Der C-Crosser ist, wie der Zwillingsbruder Peugeot 4007, ein Ableger des Mitsubishi Outlander. Das ist an sich keine schlechte Wahl, immerhin baut man in dort sein vielen Jahren Geländefahrzeuge und ist als Seriensieger der verblichenen Paris-Dakar-Rallye ein Garant für Qualität im Offroadsegment. Das Ergebnis ist folglich gediegen, technisch auf dem aktuellen Stand und von guter Fertigungsqualität. Optisch unterscheidet sich der Citroën nur durch die markentypische Front von den Peugeot- und Mitsubishi-Brüdern, innen erinnert nur der Doppelwinkel im Lenkrad an die Marke – der Rest ist baugleich.

Citroën C-Crosser HDI155 Exclusive
Die Gemeinsamkeit mit anderen Citroën-Modellen beschränkt sich auch die Nase.
Doppelpfeil

Das gilt natürlich auch für die Technik. Der 2,2 Liter große Turbodiesel mit Partikelfilter, aus dem PSA-Lager und einzig verfügbare Motorisierung für die französischen Varianten, hat leichtes Spiel mit dem Geländewagen, 200km/h Spitzengeschwindigkeit und eine Beschleunigung von 0 auf 100 km in unter zehn Sekunden ermöglichen stressfreies und souveränes Mitschwimmen im Verkehr. Das er sich bei ruhiger Fahrweise im Test nicht mehr als 6,3 Liter Diesel auf 100 km genehmigt, stellt der Effizienz des Antriebsstrangs ein gutes Zeugnis aus. Dazu trägt sicher auch das gut abgestimmte und exakt schaltbare Sechsgang-Getriebe bei, das in jedem Geschwindigkeitsbereich immer mindestens zwei nutzbare Gänge bereitstellt. Da 380Nm bei Bedarf genutzt werden können, wählt man eher den höheren Gang. Für den Verbrauch ist das sinnvoll, der Fahrkomfort erfordert es nicht: der C-Crosser ist angenehm leise. Ein Automatikgetriebe würde dem SUV gut stehen, ist aber leider nicht im Angebot.

Citroën C-Crosser HDI155 Exclusive
Viel Platz im Heck, guter Zugang, aber die Ladung muss gesichert werden.
Doppelpfeil

Fahrgeräusche und Fahrkomfort passen gut zur Exclusive-Ausstattungslinie, die eine Klimaautomatik, die Dachreling und ein CD-Radio mit Lenkradfernbedienung., 18-Zoll-Leichtmetallräder, Parksensoren hinten, Xenon-Scheinwerfer, Lichtautomatik, Regensensor, einen Sechsfach-CD-Wechsler, Lederpolsterung und einen elektrisch verstellbaren Fahrersitz enthält. Nur die Metallic-Lackierung, das Glas-Schiebedach, Navi und einige wenige optische Spielereien kosten extra.

Die Instrumente sind frei von Spielereien, alles wichtige ist im Blick, die Bedienung erfordert keine intensive Einarbeitung – bis auf die versteckten Schalter der Sitzheizung. Die Verarbeitung im Innenraum ist durchweg gut, etwas knapp geschnittene Teppiche erlauben neben den Sitzen den Blick aufs Bodenblech und an einige wenigen Stellen hat man auch an der Plastikqualität gespart. Passgenauigkeit und der Gesamteindruck sind trotzdem angemessen.

Drei Sitzreihen sind ebenfalls Serie, aber die dritte kann man auf längeren Strecken nur Kindern zumuten. Wer sie nicht braucht, kann sie mit einfachen Handgriffen im Boden versinken lassen. Da werden sie wohl auch bei den meisten Kunden in der Regel bleiben. Beschränkt man sich auf 5 Reisende, ist der Platz üppig, besonders, wenn die mittlere Bank nach hinten geschoben wurde. Beinfreiheit wie im C6 und für Gepäck bleiben immer noch rund 440 Liter im Heck übrig. Die zweigeteilte Heckklappe öffnet eine große Ladeluke, die Ladekante ist für ein SUV niedrig. Durch die glatten Plastikschienen auf dem Gepäckraumboden rutscht die Ladung schon bei zügiger Kurvenfahrt und moderaten Bremsen hin und her. Nutzt man alle Umbaumöglichkeiten, erhält man 1.686 Liter Ladevolumen, die mit 585kg Zuladung genutzt werden können. Wem das nicht reicht, der darf bis zu zwei Tonnen Anhängelast ziehen.

C-Crosser HDI155 Exclusive
Die drei Sitzreihen bieten Patz für sieben, fünf davon dürfen Erwachsene sein.
Doppelpfeil

Das Fahrwerk ist komfortorientiert abgestimmt, die Lenkung präzise und durch den Wendekreis von 10,40m ist der C-Crosser handlicher, als man vermuten würde. Überraschend: die Antriebseinflüsse in der Lenkung verschwinden, wenn man statt mit Front- mit Allradantrieb fährt, auch Kurven nimmt er deutlich williger. Nach vorne ist der C-Crosser gut einzuschätzen, nach hinten sieht man – nichts, oder investiert in das große Navi-Paket, das für 2.490 Euro nicht nur die Routenfindung vereinfacht, sondern auch mit einer Farbkamera im Heck Rücksicht möglich macht – eine sehr sinnvolle Investition.

Der C-Crosser ist ein interessantes Angebot für alle, die regelmäßig in die Berge müssen, eine Jagd betreuen, große Anhänger ziehen und dabei auf Komfort nicht verzichten wollen. Nur die von der Studie sehr hoch gelegte Messlatte erreicht er nicht – dazu ist er zu wenig Citroën.

(Text: Dieter Roßbach )
(Fotos: citroen )

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