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Aktualisiert am 31.12.2011
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Porsche Carrera 4S: Mehr Eleganz, mehr Leistung

04.08.2008

pfeil  Technische Daten  

911 Carrera S4
Klassisch: Die traditionelle Linie verträgt auch so moderne Elemente wie das neue LED-Tagfahrlicht.
Doppelpfeil

Erst wurden die heckgetriebenen Carreras mit den neu konstruierten Benzin-Direkteinspritzern auf ein höheres technisches Niveau gehoben, nun sind die Allradler an der Reihe. Die komplett neu konstruierten Motoren weisen 3,6 Liter Hubraum für den Carrera 4 und 3,8 Liter für den Carrera 4S auf. DIe Leistung des kleineren Triebwerks liegt bei 345 PS, während das Größere es auf 385 PS bringt. Die Spitzengeschwindigkeit beträgt 287 respektive 297 km/h Stundenkilometer und auch die Verbrauchswerte sind deutlich besser. Der Benzinkonsum liegt im Mittel nun zwischen 10,1 und 11,2 Liter auf 100 Kilometer, womit der Verbrauch um etwa 13 Prozent sinkt.

Der Vierradantrieb wurde gleichfalls überarbeitet. Das aktuelle Porsche Traction Management (PTM) verwendet anstelle einer Visco-Lamellenkupplung die elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung aus dem 911 Turbo. Diese regelt die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse deutlich schneller, denn sie berücksichtigt bei der Verteilung der Antriebskraft auf die beiden Achsen viele fahrdynamische Signale, unter anderem den Lenkwinkel und die Raddrehzahl. Mit einer Stellzeit von längstens 100 Millisekunden "erkennt" das System die Situation fast vorausschauend und setzt die Leistung verlustfrei in Vortrieb um. Eine überragende Agilität auf kurvigen Landstraßen, beste Traktion und eine überzeugende Fahrsicherheit auch bei extremen Fahrmanövern im Hochgeschwindigkeitsbereich sind das Resultat der ausgefeilten Technik. Sobald das Heck nach außen drängt, leitet PTM mehr Kraft an die Vorderachse. Schiebt der Wagen dagegen über die Vorderräder, nimmt das System dort Leistung weg. Zusätzliche Unterstützung bietet ein mechanisches Sperrdifferenzial an der Hinterachse.

911 Carrera S4
Individuell: Coupé und Cabrio können mittels einer Fülle von Farben und Ausstattungen personalisiert werden.
Doppelpfeil

In Verbindung mit dem für 3500 Euro als Option angebotenen Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe lassen sich beeindruckende Beschleunigungswerte erzielen. Über die "Sportplus"-Taste – diese gibt es im "Sport Chrono Paket Plus" – wird die Launch-Control aktiviert, die den Carrera 4S in nur 4,3 Sekunden auf 100 Stundenkilometer beschleunigt. Die neue Box gibt dem Fahrer die Möglichkeit an die Hand, Schaltpunkte selbst zu bestimmen oder automatisch schalten lassen. Die Gangwechsel gehen elektrohydraulisch ohne Zugkraftunterbrechung von statten. Schaltrucke sind im Normalmodus nicht zu spüren und erst bei aktiviertem Sportmodus machen sich die Gangwechsel - durchaus lustverstärkend - bemerkbar.

Auch die Bremsen tragen der gewachsenen Systemleistung Rechnung: Vierkolben-Aluminium-Monobloc-Festsättel an Vorder- und Hinterachse sowie gelochte und innenbelüftete Bremsscheiben zeigen sich jeder Situation gewachsen. So etwa kommt der Carrera 4S in nur 180 Metern von 255 Stundenkilometer zum Stehen. Neben vergrößerten Scheiben – an der Vorderachse jetzt 330 x 34 Millimeter groß und an der Hinterachse 330 x 28 Millimeter – wurde die Bremsenbelüftung an der Vorderachse durch größere Bremsluftspoiler verbessert und eine aktive Bremsenbelüftung an der Hinterachse eingeführt. Diese besteht aus zusätzlichen Öffnungen in der Unterbodenverkleidung, aus Strömungskanälen und neu entwickelten Bremsluftspoilern. Besser kann es nur noch die gegen ein Aufgeld erhältliche Porsche Ceramic Composite Brake mit Keramikbremsscheiben.

911 Carrera S4
Zurückgenommen: Statt breiter Lampen und Leisten gibt es nun feine Formen und leichte Linien.
Doppelpfeil

Traditionell erkennt man die Elfer mit Allrad am Leuchtband zwischen den Heckleuchten. Das bleibt so. Mit den neugestalteten LED-Rücklichtern, die mit einer jetzt schmalen roten Leiste verbunden sind, wirkt die Neuauflage jedoch deutlich eleganter als der Vorgänger. Von den zweiradgetriebenen Versionen unterscheidet sich der starke Allradler durch eine 44 Millimeter breitere Heckpartie und größere Lufteinlässe am Bug. Diese sind durch zwei Stege unterteilt, über denen das neue LED-Tagfahrlicht angebracht ist. Die Frontscheinwerfer können erstmals auch mit dynamischem Kurvenlicht geordert werden.

Der Innenraum überzeugt durch die bekannt gute Porsche-Qualität. Materialien und Verarbeitung sind gediegen, die Ergonomie ist hochklassig und die Sitze sind perfekt. Neu im Innenraum ist ein Infotainmentsystem mit i-Pod-Anschluss und USB-Schnittstelle. Das Paket mit Doppelkupplungsgetriebe kommt mit einem Sportlenkrad mit neuem Bedienkonzept.

100 500 Euro kostet der Carrera 4S. Für das Geld gibt es den nahezu vollkommenen Allround-Sportwagen, mit dem man Brötchen holen oder Renntempo gehen kann und der atemberaubend gut klingt. Wem das zuviel ist, der ist auch mit der Basisversion für 89 600 Euro gut bedient: Handgeschaltete 345 PS haben zweifellos auch ihren ganz besonderen Reiz.

Verkaufsbeginn der vorerst nur als Coupé und Cabriolet angebotenen Allradler ist der 25. Oktober. Der Targa mit großem Glasdach wird nachgereicht.

(Text: Rainer Roßbach)
(Fotos: Rainer Roßbach)

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