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Fiat Qubo: bunter Würfel
22.11.2008
Wie schnell sich doch die Zeiten ändern. Gestern war es noch schick, im Hummer H3 über die Kö zu flanieren, heute ziehen kleine Spritsparer die Blicke auf sich. Um so besser, wenn sie dann noch pfiffig eingekleidet sind. Fiat hat mit dem Fiorano die ideale Ausgangsbasis für eine extra-kompakte Familienschachtel im Programm. Mit einigen gezielten Änderungen wird daraus nun der Qubo. Der Name ist Programm: In der rechteckigen Hülle ist Platz für Vieles, trotz der sehr kompakten Aussenmaße. Auf knapp vier Metern Länge ist Platz für vier Erwachsene, auch hinten haben sie, dem hohen Dach sei Dank, viel Platz nach oben. Rein in die Kiste geht es über vier Türen, die zwei hinteren sind Schiebetüren. Gepäck darf auch geladen werden, minimal sind es immerhin 329 Liter, der sich durch den Ausbau der asymmetrisch klappbaren Rückbank und unter Nutzung des umklappbaren Beifahrersitzes (40 Euro Aufpreis) bis auf 2,8 Kubikmeter vergrößern läßt. Da darf es beim Wochenendeinkauf dann gern auch etwas mehr sein. Duch die große Ladeklappe passt sogar eine Europalette. Dass der Qubo ein enger Verwandter eines Nutzfahrzeugs ist, hat Fiat geschickt kaschiert. Die PKW-Variante darf den Lack auch auf den Stoßfängern tragen, und man kann es bunt treiben: Frosch-Grün, Orange und ein kräftiges Rot ergänzen die Farbpalette, ein zusätzliches Fenster streckt die Seitenlinie und sorgt für mehr Licht anf den hinteren Plätzen.
Auch der Innenraum wurde etwas aufgewertet und ist einigermaßen wohnlich, vom Lifestyle-Ambiente eines Fiat 500 ist der Qubo aber ein ganzes Stück entfernt, im "Würfel" dürfen auch Kinder mit schmutzigen Fußballstiefeln mitfahren. Damit die Insassen einigermaßen komfortabel ans Ziel kommen, hat man die Grundabstimmung des Fahrwerks verändert, wo Menschen statt Stehleitern und Farbeimern zu transportieren sind, ist Komfort wichtiger als das letzte Kilogramm Zuladung, es dürfen aber immer noch 440 kg sein. Das ließ sich auch leicht machen, da der Antrieb keine allzu großen Anforderungen an das Fahrwerk stellt. Keine der beiden angebotenen Motorisierungen sind zu sportlichen Großtaten in der Lage. Von der Papierform her sind der Benziner und der Diesel sehr ähnlich: 73 zu 75 PS, Höchstgeschwindigkeit in beiden Fällen 155 km/h. Von 0 bis 100 km/h gönnt sich der Qubo gut 16 Sekunden – wenn man die Motoren ausdreht, sonst auch gern über 20 davon. Das reicht aber für den angedachten Einsatzzweck durchaus. Zwei Motoren mit ähnlichen Werten, aber von total unterschiedlichem Charakter: Der Benziner ist höchstens in der norddeutschen Tiefebene eine mögliche Alternative. Schon die kleinste Steigung läßt den Motor nach Drehzahl oder dem nächstkleineren Gang rufen, und das dann auch viel zu laut, um noch angenehm zu sein, keine gute Wahl also. Mit dem Diesel geht es wesentlich besser, das höhere Drehmoment und die niedrigere Höchstdrehzahl kombinieren sich zu einem verträglichen Antrieb, aber auch hier kommt bald der Wunsch nach mehr Leistung auf. Den im türkischen Fiat-Werk gefertigten Qubo gibt es in zwei Ausstattungslinien. Die Basisversion "Active" dient in der Hauptsache dazu, einen attraktiven Einstiegspreis in die Preisliste schreiben zu können, viele Kunden wird sie wohl nicht finden, denn erst die "Dynamic"-Variante bietet neben ABS, elektrischen Fensterhebern vorne und Zentralverriegelung mit Fernbedienung auch eine manuelle Klimaanlage, eine umklappbare und herausnehmbare Rückbank und einen höhenverstellbaren Fahrersitz. Bei der Sicherheitsausstattung hat Fiat gespart: ESP kostet mehr – und ist erst ab Dezember lieferbar und mehr als vier Airbags gibt es auch nicht. Sparen ist ohnehin das Grundmotto: Der Normverbrauch liegt bei 4,6 Liter Diesel, der Grundpreis für den Qubo 1,3 16V Multijet Dynamic beträgt 14.390,00 Euro – damit läßt sich leben.
(Text: Dieter Roßbach ) |
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