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Mauritius: Mit der Katze ans Meer
08.04.2008
Tropische Strände, Wärme selbst im Winter, ein buntes Völkergemisch, hoher Hotelstandard und gutes Essen - all das lockt jährlich Tausende von Besuchern nach Mauritius. Auch wir hatten uns auf ein paar ruhige Tage unter Palmen gefreut, doch nach einigen Tagen am Strand packte uns der Unternehmungsgeist. Organisierte Massenausflüge im Reisebus sind nicht unsere Sache, aber glücklicherweise hatten wir einen Tipp bekommen. So steht am nächsten Morgen Desiree in der Einfahrt unseres Hotels an der Pointe aux Canonniers im Nordwesten der Insel. Seine Agentur "Coquille Bonheur" hat sich auf exklusive und individuell zugeschnittene Entdeckungstouren über die Insel spezialisiert. Die Fahrzeuge, die die Agentur einsetzt, sind nicht nur Transportmittel, sondern Teil des Erlebnisses: Mit Wagen aus der BMW-5er-Reihe oder dem Toyota Prado lassen sich auch die oft kurvigen Küstenstraßen oder holprige Nebenstraßen im Inselinnern bequem und komfortabel meistern. Wir haben uns für einen Jaguar S-Type 2.0 entschieden und das Programm individuell mit der Agentur abgestimmt. Heute, am ersten Tag der Tour, geht es zur abgelegenen und landschaftlich reizvollen Ostküste. In Grand Baie, dem ersten Ort, den wir durchfahren, tobt dagegen das touristische Leben. Hier reiht sich Hotel an Hotel, Boutique an Boutique, Restaurants und Bars werben mit grellen Leuchtreklamen, Busse, Fahrräder und Mopeds wieseln umher. In der hufeisenförmigen Bucht liegen die Yachten derer, die neben der Intimität auf See auf ein Nachtleben an Land nicht verzichten wollen. "St Tropez en miniature" - so umschreibt es der Reiseführer, aber vom Trubel der Côte d´Azur ist man hier im doch recht provinziellen Mauritius weit entfernt.
"Die ersten mauritianischen Weißen haben sich in dieser Region angesiedelt", kommentiert Desiree vom Fahrersitz aus. "Hier im Norden ist das Klima sehr angenehm und warm. Doch in den 1860er Jahren flohen Tausende Siedler ins kühlere Hochland, um einer schweren Malaria-Epidemie zu entgehen." Heute sind die Reichen der Insel zurück - beeindruckende Villen säumen die Küstenstraßen in dieser Gegend. Hinter Pereybère dünnt die Besiedelung aus, und wir erreichen das vom Wind zerzauste Cap Malheureux, den nördlichsten Punkt der Insel. Desiree parkt den Wagen neben dem rot gedeckten Kirchlein, das den Elementen bis heute getrotzt hat - anders als die zahlreichen Schiffe, die hier, am "unglücklichen Kap" zerschellt sind. Von hier genießen wir den schönen Ausblick auf die vorgelagerten Inseln, bevor wir über schmale Straßen weiter in Richtung Südosten fahren, vorbei an rot erstrahlenden Flamboyant-Bäumen und immer wieder Zuckerrohrfeldern, die etwa 30% der Landesfläche bedecken.
Hinter Belle Mare rücken die Berge näher heran, wir rollen durch ein Mosaik klein parzellierter Gemüsefelder, bevor wir das Hotel Le Touessrok erreichen, das als eines der zehn besten Hotels der Welt gilt. Unser Ziel ist die Île aux Cerfs, eine Insel wie aus dem tropischen Bilderbuch, mit flachen weißen Stränden und kristallklarem, türkisblauem Wasser. Die Überfahrt zur Insel zählt zum Schönsten und Abwechslungsreichsten, was Mauritius landschaftlich zu bieten hat: Das Boot gleitet durch üppiggrüne Mangrovenwälder, vorbei an versteckten Buchten, darüber die Bergsilhouetten des Festlandes unter einem strahlend blauen, mit Schäfchenwolken garnierten Himmel. Auf der Insel selbst herrscht Wochenendstimmung: Mauritische Familien flanieren durch die Kiefern- und Palmenhaine, Kinder toben im flachen Wasser herum, und selbst die im Sand dösenden Sonnenhungrigen scheinen sich der Schönheit der Insel angeglichen zu haben. Wer Ruhe sucht, spaziert ein paar Schritte weiter zu einem der Strände auf der Rückseite der Insel. Nach einem Imbiss im Strandrestaurant setzen wir mit dem Boot über zum Touessrok. Während Desirée den Wagen holt, haben wir Zeit, uns im Hotel umzusehen. Dann geht es mit dem Jaguar weiter in Richtung Süden. Die Straße folgt der Küste und eröffnet immer wieder schöne Ausblicke, bevor wir in der Kleinstadt Mahébourg Halt machen. Hier versetzen nicht nur der koloniale Baustil, sondern die gesamte Atmosphäre den Besucher zurück in die Geruhsamkeit einer vergangenen Epoche. Nur heute verwandelt sich Mahébourg in einen quirligen Strudel aus Farben, Gerüchen und Musik: Jeden Montag findet hier unter freiem Himmel ein großer Markt statt, der den Ort aus allen Nähten platzen lässt. Wir verbringen eine Stunde in den dicht gepackten, labyrinthischen Gängen und staunen über das bunte Völkergemisch, bis uns fast schwindelig ist von all den Eindrücken.
Nur zehn Autominuten später, mittlerweile ist die Dämmerung hereingebrochen, dann das Kontrastprogramm: Eine hell erleuchtete Villa aus der Kolonialzeit in einem großen Garten, dessen Stille von den Grillen untermalt wird. Das Hotel "Le Jardin du Beau Vallon" ist wohl eine der stimmungsvollsten Unterkünfte der Insel. Eine Auswahl an Curry-Gerichten aus der indisch inspirierten Nationalküche setzt den krönenden Schlusspunkt. Ein romantischer, balinesisch-mauritianisch inspirierter Pavillon ist unser Domizil für die heutige Nacht, bevor uns Desirée morgen früh wieder mit dem Jaguar abholen wird, um die Südküste, eine Vanilleplantage und den größten Hindu-Tempel der Insel zu entdecken.
(Text: Falko von Ameln ) Anreise Für Reisen bis zu einem Monat ist ein gültiger Reisepass ausreichend. Beste Reisezeit Postfach 18 02 70 60322 Frankfurt / Main Tel: 0700 - 628 74 84 87 Fax: 069 / 92 18 74 31 e-mail: mauritius@gcihsf.de Coquille Bonheur Individuelle Touren über die Insel Tel: ++ 230 464 2847 – 464 2849 Fax : ++ 230 464 7556 e-mail: info@coquillebonheur.com www.coquillebonheur.com Le Jardin de Beau Vallon Hotel + Restaurant Pavillon € 50 (EZ) / € 65 (DZ) Hauptgerichte ab 8 € Private Road, Beau Vallon, Mahébourg Tel. ++230 631 2805 Fax ++230 631 2850 e-mail: beauvallon.fvl@intnet.mu www.beau-vallon.net |
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