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Aktualisiert am 31.12.2011
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Audi museum mobile: Bis ans Ende der Welt

14.09.2008

DKW Munga in Asien
Mit dem DKW Munga in Asien: Das Originalfahrzeug ist in der Ausstellung zu sehen
Doppelpfeil

Forscherdrang und Fernweh sind in der Geschichte der Mobilität ausschlaggebende Antriebskräfte: Ihnen ist zu verdanken, dass der Mensch Fortbewegungsmittel aller Art entwickelte und mobil wurde. Die Abenteuerlust hat Automobilisten seit jeher bis an ihre Grenzen gebracht. Originalfahrzeuge, die an den entlegensten Plätzen dieser Welt über tausende Kilometer unterwegs waren, erzählen im Audi museum mobile von ihren abenteuerlichen Reisen.

Von der Geburt des Automobils an nutzten es die Menschen zum "Wandern". So begab sich Bertha Benz 1888 heimlich mit dem Patentmotorwagen ihres Mannes auf Reisen. Eine Sahara-Durchquerung erfolgte 1922 mit einem ungewöhnlichen Halbkettenfahrzeug, dem Citroen Autochenille B2, das statt Hinterräder einen Raupenantrieb besaß: Zwei Franzosen bewältigten auf diese Art 3200 Kilometer in drei Wochen bei einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h. Das originale Kommandofahrzeug, der sogenannte "Scarabée d’Or" (Goldener Käfer) ist nun im Audi museum mobile zu sehen.

Das Expeditionsfahrzeug "Max Reisch" ist eine weitere Rarität in fahrfähigem Zustand. Das wagemutige Vorhaben, Asien per Auto zu durchqueren, gelang Max Reisch mit einem österreichischen Steyr Typ 100. Das Fahrzeug entspricht bis zur A-Säule einem Serien-Steyr, der Aufbau dahinter ist ein von Prof. Dr. Max Reisch entworfener, speziell gefertigter Aluminium-Aufbau mit kleiner Ladefläche. Die 40.000 Kilometer lange Reise mit dem 32 PS starken Steyr dauerte zwei Jahre.

Noch gewaltiger war die Tour der beiden Tschechen Miroslav Zikmund und Jiri Hanzelka, die 1947 mit einem Tatra Typ 87 zu einer Weltfahrt starteten. Das Fahrzeug zeichnete sich durch die stromlinienförmige Karosserie, unabhängige Federung, Heckmotor und Luftkühlung und einen hubraumstarken V8-Motor aus. Die dreijährige Reise und knapp 90.000 Kilometer auf afrikanischen und amerikanischen Pisten überstand der Tatra Typ 87 ohne nennenswerte Defekte. Dieses tschechische Prestige-Automobil ist eine Leihgabe des Nationalen Technikmuseums Prag und ist das erste Mal in Deutschland ausgestellt.

DKW Munga in Asien
Mit dem DKW Munga in Asien: Das Originalfahrzeug ist in der Ausstellung zu sehen
Doppelpfeil

Auch die Vier Ringe waren immer wieder bei Expeditionen vertreten, vier bewährte Fahrzeuge sind in der neuen Sonderausstellung im Audi museum mobile zu sehen: 1935/1936 legte Paul Hartlmaier unter dem Motto "3 mal 20 PS" mit drei DKW F 5 Meisterklasse in verschiedenen Ausführungen auf seiner Indien-Expedition 18.000 Kilometer zurück. Da hier kein Originalfahrzeug nach der strapaziösen Unternehmung erhalten blieb, wird ein baugleiches Modell der DKW F5 Meisterklasse, eine viersitzige Cabrio-Limousine von 1935, ausgestellt. DKW Munga waren beliebte Geländewagen bei etlichen Expeditionen, so auch im Himalaya und in Peru. Und 1978 fuhren zwei Serien-Audi 100 mit Dieselmotor in 66 Tagen 30.000 Kilometer um die Erde. Gezeigt werden ein DKW Munga, ein Audi 100 und der Audi A4, mit dem Gerhard Plattner die Panamericana-Fahrt von 1995 von Alaska bis Feuerland in 20 Tagen, 11 Stunden und 55 Minuten bewältigte. Für Aufsehen sorgte schon 1992 seine erste Fahrt mit einem Serien-Hybrid-Auto, dem Audi Duo, von Ingolstadt zur Weltausstellung nach Sevilla: Das war die erste Langstrecken-Fahrt mit einem Hybridfahrzeug. Und wahre Langstrecken-Härtetests von Gerhard Plattner waren die sparsamste Weltumrundung mit einem Audi 80 TDI im Jahre 1992 (Durchschnittsverbrauch 3,78 L/100 km bei 85,8 km/h) sowie die schnellste Weltumrundung in einem Audi S2 (in 28 Tagen und 16 Stunden) im Jahre 1991.

Zwölf Automobile und noch viel mehr Geschichten faszinieren Autofans, Reisefreunde und Fernwehgeplagte vom 10. September 2008 bis 7. Januar 2009 im Audi museum mobile. Aber auch Entdecker ohne Automobil werden vorgestellt, wie Ferdinand Magellan, der von 1519 bis 1522 die Welt umsegelte, oder Friedrich Gustav Kögel, der Ende des 19. Jahrhunderts per pedes auf Weltreise ging. Nicht zu vergessen Heinrich Horstmann, der den Globus umradelte – nicht mit einem Trekkingrad mit 21 Gängen, sondern mit einem Drahtesel anno 1895. In Gedenken an die großartigen Leistungen der Langstreckenfliegerin Elly Beinhorn, die als erste Frau im Alleinflug die Erde umrundete, ist anlässlich der Sonderausstellung auch ein Modell ihres Fliegers Messerschmitt ME 108 "Taifun" ausgestellt. Nach der Eröffnung der Sonderausstellung "Bis ans Ende der Welt - legendäre Expeditions- und Langstreckenfahrten" finden im Audi museum mobile ab Sonntag, 14. September 2008, täglich zwei halbstündige Themenführungen statt. Ergänzt wird das Angebot durch Kinderprogramme, die für Einzelteilnehmer und Gruppen buchbar sind.

Citroens Halbkettenfahrzeuge
Citroëns Halbkettenfahrzeuge ermöglichten Pionierleistungen in Asien und in der Sahara
Doppelpfeil

Bei der Sonderführung nehmen Experten des Audi museum mobile die Teilnehmer auf eine Zeitreise in das letzte Jahrhundert mit. Damals machte die Erfindung des Automobils Expeditionen in entlegene Regionen der Erde erst möglich. Am Beispiel von zwölf Exponaten werden die Leistungen der Pioniere und ihrer Automobile erläutert: Von der ersten "Langstreckenfahrt der Welt", die Berta Benz 1888 mit einem Benz-Motorwagen unternommen hat, über verschiedene Weltumrundungen und die "Panamericana" bis hin zu Rekordfahrten mit dem Audi A 4 quattro von Alaska bis Feuerland.

Die Sonderführungen starten ab Sonntag, 14. September 2008, jeweils täglich um 11.30 Uhr und um 15.00 Uhr. Der Preis beträgt für Erwachsene € 2, für Rentner, Studenten und Behinderte € 1,50 und für Jugendliche € 1. Gruppenführungen können zu einem Preis von € 33 gebucht werden.

Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Kinderaktionen. Im Rahmen der Kinderwochen können in den kommenden zwei Monaten jeweils sonntags am 12. Oktober und am 9. November offene Führungen gebucht werden. Das spezielle Angebot für kleine Besucher ab sechs Jahren macht die Sonderausstellung abenteuerlich. Ein neues interaktives Programm erklärt alles Wissenswerte zur Bedeutung der Mobilität. Mit Hilfe eines Expeditionsbuches gehen die Kinder danach selbst auf die Reise durch verschiedene Kontinente. Sie lernen Geräte wie Kompass und Fernrohr kennen und lösen spannende Teamaufgaben zum Thema "Expeditionen". Zum Abschluss der Führung setzen die kleinen Entdecker ihre neu erworbenen Kenntnisse bei der Gestaltung ihres persönlichen Tropenhuts um, den sie mit nach Hause nehmen dürfen. Das zweistündige Programm beginnt jeweils um 10 Uhr und kostet € 5. Gruppenführungen können für € 100 gebucht werden, die Teilnehmerzahl ist auf Klassenstärke begrenzt.

Es wird bei allen Führungen um Voranmeldung gebeten, entweder über die kostenlose Telefonnummer des Audi Forums Ingolstadt , Tel.: 0800-2834444, oder per E-Mail an welcome@audi.de.

(Text: dr, Audi)
(Foto: Audi )

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