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Lincoln C Concept: Umerziehung
19.01.2009
Der amerikanische Konsument soll sich neu orientieren: klein statt groß, intelligente Technik statt biederem Schwermetall. Damit der Schritt in die neue Zeit nicht so schwerfällt, bieten Amerikas ausgezehrte Konzerne alle Kräfte auf, mit neuen attraktiven Fahrzeugstudien den Beweis anzutreten, dass alles nicht so schlimm wird. Schlank wie schick ist Studie „C Concept“ von Lincoln: Sie bietet Komfort und Eleganz im vergleichsweise knappen Kleid des C-Segments. Winzig für amerikanische Verhältnisse ist der Antrieb: Sein nur 1,6 Liter großer Duratec Ti-VCT-Vierzylinder verbraucht dank EcoBoost-Technologie und benzinsparender Zusatzaggregate wie einer Start-Stopp-Automatik lediglich 5,5 Liter auf 100 Kilometern. Benzindirekteinspritzung und variable Doppelnocken-Verstellung Ti-VCT (Twin independent Variable Camshaft Timing) sowie das automatisierte Doppelkupplungs-Schaltgetriebe PowerShift entsprechen den hohen europäischen Technologie-Standards. Die rund 1.250 kg leichte Studie verfügt so über eine Leistung von 177 PS und ein maximales Drehmoment von 240 Newtonmeter. Die Abgasemissionen sind zugleich um 15 Prozent reduziert. EcoBoost steht für einen relativ geringen Hubraum mit fortschrittlicher Benzindirekteinspritzung und einem kleinen, daher besonders früh ansprechenden Turbolader pro Zylinderreihe. Dies kombiniert die Fahrleistungen und das Durchzugsvermögen deutlich größerer Motoren mit einem deutlich gesenkten Kraftstoffkonsum. Das aus Europa stammende Ti-VCT-System ermöglicht die stufenlose Verstellung sowohl der Ein- als auch der Auslass-Nockenwelle zugunsten einer bei allen Drehzahlen optimierten Brennraumfüllung. Der Vorteil ist ein verbesserter Drehmomentverlauf, kraftvolleres Ansprechen des Motors bei niedrigen Drehzahlen und ein um bis zu fünf Prozent günstigerer Benzinverbrauch. Das besonders leichte Doppelkupplungsgetriebe stammt gleichfalls von jenseits des Atlantiks und vereint den Komfort einer Automatik mit der Effizienz eines Schaltgetriebes. Dabei ist jede der beiden Trockenkupplungen für eine Gangreihe (1,3,5 oder 2,4,6) zuständig. Schaltmanöver werden praktisch ohne Zugkraftunterbrechung vorgenommen. In Deutschland kommt das PowerShift-Getriebe bereits im Ford Focus zum Einsatz.
Optisch tritt die neue Studie mit Eleganz und Präsenz auf. Charakteristisch ist die sportlich-flache Schulterlinie der Karosserie, die im Einklang mit der vergleichsweise hohen Gürtellinie den Passagieren ein Gefühl von Sicherheit und Zurückgezogenheit im Interieur verleihen soll. Knappe Überhänge, der Verzicht auf eine B-Säule, und die massiv geformte C-Säule machen den Lincoln zu einem neuen Typus amerikanischer Limousinen-Kultur das massige, runde Heck mit der breiten Leuchtleiste spiegelt dagegen den amerikanischen Limousinenstil der 1980er Jahre. Der wuchtige Kühlergrill dagegen - eingerahmt von zeitgemäßen LED-Leuchten - orientiert sich am aktuellen Stil der Ford-Edelmarke. Der Innenraum thematisiert den Stil eines Lofts: Klassische Materialien wie Holz und Leder, Chrom und Metall verbinden sich in einer luftigen Komposition. Vom Alcantara-Dachhimmel mit integrierter Webcam für den Onboard-Internetzugang über Sitze, Tür- und Armaturenbrett-Verkleidungen bis hin zum Fußbodenbelag ist Weiß die dominierende Farbe. Zudem scheint das nabenlos konstruierte Lenkrad frei im Raum zu schweben. Das üppige Platzangebot des C Concept profitiert von der großzügig dimensionierten Fahrzeugbreite, die jener des Lincoln MKZ entspricht: eine Kombination aus der Geräumigkeit des legendären Lincoln Continental von 1961 mit der Außenlänge eines Ford Focus.
(Text: Rainer Roßbach)
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