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Aktualisiert am 31.12.2011
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Neue E-Klasse: Gesichtswechsel

25.01.2009

Mercedes-Benz E-Klasse W212

Achtzehnhundert Kubikzentimeter groß ist die Basismotorisierung der neuen E-Klasse. Damit schließt Mercedes den Kreis zum Modell, das als erste Ausgabe der Baureihe gelten kann, dem Ponton der frühen Fünfziger Jahre. Als 180 und 180D bevölkerte er die Taxi-Standplätze und Vorortvillen. Viel Leistung gab es nicht, aber Zuverlässigkeit und ein gediegenes Ambiente. Ein Motor gleicher Größe und Zylinderzahl ist nun wieder im inzwischen deutlich gewachsenen E zu bekommen und dokumentiert eindrücklich die Antriebsentwicklung über die vergangenen Jahrzehnte. Der Diesel leistete damals beeindruckende 40 PS, der Benziner war mit 52 PS kaum stärker. Das reichte gerade mal für etwa 120 km/h. Aber schon damals markierte der Mercedes das obere Ende in seiner Klasse, preislich, im Komfort und in der Ausstrahlung.

Mercedes-Benz E-Klasse W212
Von 180 zu 180: länger, breiter, tiefer, schneller, sparsamer, teurer
Doppelpfeil

Der Neue darf nicht E 180 heißen. Wahrscheinlich klingt das zu ärmlich für ein Fahrzeug, das inzwischen an der Fünfmetermarke kratzt, und es läßt sich in der Preisliste wohl auch schlecht mit einem Einstandspreis von 40.000 Euro verbinden. Dabei wäre das ein interessantes Zeichen gewesen: Wir nehmen Downsizing wirklich ernst. Denn in Stuttgart braucht man sich des kleinen Motors wirklich nicht zu schämen: 184 PS und 310 Nm reichen nicht nur für ordentliche Beschleunigungswerte und eine mehr als ausreichende Spitzengeschwindigkeit, der Neue unterbietet den Alten, obwohl wesentlich größer, schwerer und schneller, auch noch klar im Benzinverbrauch. Ein Start-Stop-System, ein intelligentes Management der Nebenaggregate und ein cw-Wert von 0,25 ermöglichen einen Normverbrauch von 6,8 Litern, das wäre vor wenigen Jahren noch für einen Kleinwagen ein guter Wert gewesen.

Außer im Hubraum gibt es keine Gemeinsamkeiten mit dem Urahn: Die neue E-Klasse hätte Mercedes vor wenigen Jahren noch problemlos als S-Klasse anbieten können. An der orientiert sich auch das Design: Die ausgeprägten Radhäuser und der schräge Heckabschluss sind klar von der großen Limousine übernommen. Die sehr stark profilierten Kanten und Linien differenzieren den W212 vom Vorgänger - mehr, als man das bisher bei Mercedes gewohnt war. Der Stilwechsel, den der GLK eingeleitet hat, ist nun also auch bei den wichtigen Baureihen angekommen. Besonders deutlich ist der Wandel an der Front zu sehen: Das seit über 10 Jahren für die E-Klasse typische Vier-Augengesicht ist geblieben, die eckigen Frontscheinwerfer geben ihm nun einen viel aggressiveren Ausdruck.

Mercedes-Benz E-Klasse W212
Markant und mit viel Überholprestige: Nur die vier Augen verbinden mit der Vergangenheit
Doppelpfeil

Die Lichtanlage wurde aber nicht nur optisch überarbeitet sondern bietet auch technische Innovationen: Der auf Wunsch lieferbare Adaptive Fernlicht-Assistent erkennt mittels einer Kamera an der Frontscheibe entgegenkommende oder vorausfahrende Fahrzeuge und steuert die Scheinwerfer so, dass der Lichtkegel vor den anderen Fahrzeugen endet. Die Reichweite des Abblendlichts kann sich von derzeit 65 auf bis zu 300 Meter vergrößern. Ist die Strecke frei, schaltet das System mit einem weichen Übergang auf Fernlicht um.

Die Bilder der Frontscheiben-Kamera nutzt auch der neue, auf Wunsch lieferbare Geschwindigkeitslimit-Assistent, um Temposchilder beim Vorbeifahren zu erkennen und die jeweilige km/h-Begrenzung auf einem Display im Tachometer anzuzeigen.

Der optionale Spurhalte-Assistent kann Unfälle durch Abkommen von der Fahrbahn verhindern. Erkennt das System, wenn der Wagen unbeabsichtigt die Fahrspur verlässt, wird der Fahrer durch kurze, aber spürbare Lenkradvibrationen daran erinnert, gegenzulenken. Der Nachtsicht-Assistent aus der S-Klasse ist auf Wunsch nun auch für die neue E-Klasse lieferbar. Mercedes-Benz hat das System durch eine spezielle Fußgänger-Detektion weiterentwickelt: Sobald der Nachtsicht-Assistent Plus Fußgänger vor dem Auto erkennt, werden sie in der Displayanzeige optisch hervorgehoben; dadurch verbessert sich der Warneffekt signifikant.

Die neue serienmäßige Müdigkeitsdetektion Attention Assistent ist mit hochempfindlicher Sensorik ausgestattet, die permanent über 70 verschiedene Parameter erfasst. Als besonders aussagekräftig hat sich die Beobachtung des Lenkverhaltens erwiesen: Mehrjährige Praxisuntersuchungen der Mercedes-Ingenieure zeigen, dass übermüdete Autofahrer kleinere Lenkfehler machen, die oft sehr schnell und in charakteristischer Weise korrigiert werden. Sie werden von einem Lenkradwinkelsensor erkannt.

Mercedes-Benz E-Klasse W212
Das Heck ist, wie bei Mercedes fast immer, zurückhaltend gestaltet.
Doppelpfeil

Der weiterentwickelte Fernradarsensor hat eine Reichweite von 200 Metern und zeichnet sich durch eine neue Mittelbereichserfassung aus, mit der dynamische Vorgänge, wie das plötzliche Ausscheren vorausfahrender Autos, noch besser erkannt werden können. Die Radarsysteme können den Autofahrer bei Notbremsungen unterstützen. Ihre Sensoren sind mit dem Bremsassistenten PLUS vernetzt, der bei Gefahr automatisch den Bremsdruck berechnet, um die Kollision zu verhindern. Gleichzeitig wird der Fahrer akustisch und optisch gewarnt. Beim Tritt aufs Bremspedal aktiviert das System sofort die berechnete Bremskraftunterstützung. Reagiert der Fahrer jedoch nicht auf die Warnhinweise, erfolgt zuerst eine automatische Teilbremsung und in der zweiten Stufe eine Vollbremsung, wenn der Autofahrer noch immer nicht reagiert hat, und der Unfall unvermeidbar ist. Dadurch kann die Unfallschwere deutlich vermindert werden; das System wirkt also quasi wie eine "elektronische Knautschzone".

Die Serienausstattung deckt die Grundbedürfnisse der Mercedeskundschaft ab: Leichtmetallräder, Klimaanlage und Zierteile aus Eukalyptus-Holz oder Aluminium sowie Multifunktionslenkrad mit Bezug aus Nappaleder und Chromspangen gehören zur Basisausstattung. Dazu gibt es das Infotainmentsystem Audio 20 CD mit Doppeltuner, CD-Spieler, acht Lautsprechern und Bluetooth-Schnittstelle fürs Handy.

Wer mehr Konfort möchte, der kann für die Sechs- und Achtzylindermodelle eine Luftfederung mit einem stufenlosen, elektronisch geregelten Dämpfungssystem ordern, zudem sind 4-Matik- und AMG-Varianten lieferbar.

Die neue E-Klasse, die ab 41.591 Euro zu haben ist, wird auch in einem schwierigen Umfeld ein Erfolg werden, nur für die S-Klasse dürfte die Luft nun deutlich dünner werden.

Mercedes-Benz E-Klasse W212 Mercedes-Benz E-Klasse W212 Mercedes-Benz E-Klasse W212
 
Mercedes-Benz E-Klasse W212 Mercedes-Benz E-Klasse W212 Mercedes-Benz E-Klasse W212
 
Mercedes-Benz E-Klasse W212 Mercedes-Benz E-Klasse W213 Mercedes-Benz E-Klasse W212
 
Mercedes-Benz E-Klasse W212 Mercedes-Benz E-Klasse W212 Mercedes-Benz E-Klasse W212
 

(Text: Dieter Roßbach )
(Fotos: Daimler AG )

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