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Citroën C3 Picasso: Aufsteiger
14.02.2009
Mit dem Xsara Picasso hat Citroën im Jahr 2000 den Markt für kleine Vans mit begründet. Nach rund neun Jahren Bauzeit stünde nun eine Erneuerung der Modellreihe an – wenn sich das alte Modell, auch auf Grund seines attraktiven Preises, nicht noch so gut verkaufen würde. Trotzdem bleibt mit dem alten Fahrzeug Kundenpotential ungenutzt. Daher hat man sich in Frankreich zu einer besonderen Strategie entschlossen: Dem bewährten und preiswerten Angebot wird ein neues zur Seite gestellt, das auf andere Käuferschichten ausgerichtet wird. Der C3 Picasso ist, obwohl kürzer als der Xsara, höher positioniert und soll Kunden ansprechen, die auf ein kleineres Fahrzeug umsteigen wollen, aber auf die gewohnte Qualität und Ausstattungen größerer Fahrzeuge Wert legen. Dabei sollen Raumangebot, Einstieg und Übersichtlichkeit besser sein als beim Vorgänger. Um das zu erreichen, hat man sich bei Citroën von der Eiform des Xsara Picasso verabschiedet und konsequent auf den Quader gesetzt: Diese Grundform garantiert, dass kein Platz verschenkt wird, liefert gute Kopffreiheit, und das Auto endet dort, wo man von innen die Ecken vermutet. Natürlich muss der Neue auch schick sein und keinesfalls an irgendein Nutzfahrzeug erinnern. Für diese Kundschaft gibt es ohnehin schon die Nemo- und Berlingo-Baureihe. Also hat man an einem der wichtigsten Accessoires der Menschen im 21. Jahrhundert Maß genommen: dem Mobiltelefon. Abgerundete Ecken, schwarzer Klarlack peppige Farbe und gezielt gesetzte Chromakzente nehmen dem Aufbau die Strenge – der C3 Picasso unterscheidet sich wohltuend von den ziemlich uniformen Mitbewerbern und hat, wie schon der größere C4 Picasso, einen hohen Wiedererkennungswert.
Der großzügig verglaste Aufbau mit steil stehenden Seiten- und Heckscheiben lässt viel Licht in den Innenraum, ohne im Sommer für zu hohe Temperaturen zu sorgen. Die Frontscheibe ist dreigeteilt: Eine schmale A-Säule schränkt die Sicht zur Seite kaum ein, der zusätzliche Seitenrahmen für die Frontscheibe erlaubt freie Sicht nach vorne, diese Aufteilung hat sich schon im C4 Picasso bewährt. Von dem übernimmt der C3 Picasso auch die Glasstärke, zusammen mit den doppelten Türdichtungen ergibt das eine gute Geräuschdämmung – solange man den Motoren nicht zu hohe Drehzahlen abverlangt. Vans werden in erster Linie an ihrer Variabilität und der Transportkapazität gemessen. Der nur gut 4 Meter lange C3 Picasso profitiert dabei von seiner quadratischen Form. Die Größe des Gepäckraums hängt von der Zahl und Größe der zu transportierenden Passagiere ab. Sitzen vorne Personen mit langen Beinen und hinten etwas größere Kinder, muss die hintere Sitzbank auf der hintersten Position bleiben: Dann stehen nur 385 Liter Platz für Koffer oder Einkäufe zur Verfügung. Um sie ganz nach vorne schieben und den maximalen Kofferraum von 500 Litern nutzen zu können, muss man gegebenenfalls auf den Vordersitzen Zugeständnisse in der Beinfreiheit machen. Richtig Platz gibt es natürlich, wenn die Rücksitzbank in den Wagenboden versenkt wird: Dann können 1508 Liter verstaut werden. Wer zudem das Reisepaket geordert hat, der erhält durch Umklappen der Beifahrer-Sitzlehne eine Ladelänge von 2400 mm. Da verliert der Ausflug zum Baumarkt seinen Schrecken, allerdings setzt die Zuladung Grenzen. Die Basisversion darf nach EU 408 kg laden, die Komfortoptionen des Exclusive-Modells kosten 20 kg Transportkapazität.
Die im Innenraum verwendeten Materialien sind durchweg hochwertiger als in der C3-Limousine, in der Exclusive-Ausstattungsvariante gibt es ein Lederlenkrad, eine Klimaanlage mit automatischer Regelung. Ein Radio mit Lenkradbedienung und USB-Schnittstelle gibt es schon ab der Tendance-Linie, Zentralverriegelung und den variablen Kofferraumboden schon im Grundmodell. Nur der Parfümspender ist der Exclusive-Baureihe vorbehalten und kann für die anderen auch nicht gegen Aufpreis bestellt werden. Kleine und größere Ablagen nehmen vom Chip für den Einkaufswagen über die Sonnenbrille bis hin zum Kinderspielzeug alles auf. Die vorderen Sitze sind angenehm straff, die Sitzflächen lang genug, der Fahrersitz ist in allen Ausstattungsversionen höhenverstellbar. Durch die großen Türen kommt man leicht in das Auto – auch nach hinten, obwohl Citroën sich dort Erwachsene wohl nicht so richtig vorstellen kann: Die Kopfstützen lassen sich nicht weit genug ausziehen, um Menschen über 1,80 m Körpergröße zu passen.
Citroëns tragen die Instrumente gern in der Mitte des Armaturenbretts. Das ist auch im C3 Picasso so – aber durch ein geschicktes asymmetrisches Layout liegen die für den Fahrer wichtigen Informationen gut im Blick. So kann man den Motor auf Drehzahl halten – und das ist für die kleinste Motorisierung auch notwendig. Die 95 PS des Benziners haben, sobald es hügelig wird, ihre liebe Mühe mit den 1,35 t Leergewicht. Für die Stadt reicht es aber vollkommen aus. Wer häufiger mit viel Personen und auf langen Strecken unterwegs ist, der sollte die 120 PS-Benzinervariante oder den 110 PS-Diesel in Betracht ziehen, damit ist der C3 Picasso passend motorisiert. Die verbesserte Durchzugskraft reduziert auch die Anzahl der Gangwechsel mit der etwas schwammigen Schaltung. Wer auf ein Automatikgetriebe hofft, der wird sich gedulden müssen, das wird wohl erst 2011 ins Programm aufgenommen. Auch Energiesparmaßnahmen wie Energierückgewinnung und Start-/Stop-Systeme werden zur Zeit nicht angeboten. Trotzdem liegen die Verbrauchswerte auf einem niedrigen Niveau: Der Diesel ist mit 4,9 Liter auf 100 km/h angegeben, der große Benziner mit 7,0 Liter. Der C3 Picasso steht ab Februar beim Händler, zu Preisen von 14.900,00 Euro für die Basisversion bis 21.700,00 Euro für die Exclusive-Ausstattung mit Dieselmotor. (Text: Dieter Roßbach )(Foto: Dieter Roßbach,Citroën )
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