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BMW 5 GT Concept: Neue Nische
22.02.2009
Paul Hahnemann, ehemaliger Verkaufsleiter und bekannt als Nischen-Paul für die BMW-Strategie, mit besonderen Modellreihen neue Marktsegmente abzudecken, Vater der 02er Baureihe, wäre stolz auf seine Enkel. Kreuzungen aus Coupé und Limousine sind aktuell im Trend, Mercedes CLS hat den Stil wieder entdeckt, VW mit dem Passat CC und Opel mit dem Insignia in den Massenmarkt gebracht. Statt sich diese Mode zu kopieren, hat man in München nachgedacht und eine bisher in der oberen Mittelklasse nicht angebotene Karosserievariante entdeckt: Der BMW 5 Concept GT, und damit wohl auch die in Kürze erscheinende Serienvariante, verbinden Coupé und Kombilimousine. Die Optik des neuen 5er-Ablegers versucht einen weiten Spagat: Sie verbindet Anleihen beim 1er mit dem Ausblick auf die nächste Generation der Limousine. Der 5 GT erfüllt dabei gleich mehrere Aufgaben: Zum ersten läßt BMW in Krisenzeiten keine Lücke im Programm offen, zum zweiten demonstriert man Innovationskraft, und zum Dritten wird ein Ausblick auf die neue 5er Generation gegeben, ohne dem alten Modell vorzeitig das Wasser abzugraben.
Das Ergebnis kann nicht voll überzeugen, das Seitenlayout ist unausgewogen, wie schon beim kleinsten Modell der BMW-Palette ist die Motorhaube ist nicht besonders gut in den Wagenkörper integriert. Die zwar nach hinten coupéartig abfallende Dachlinie ist, um eine erhöhte Sitzposition zu ermöglichen, nicht flach genug, um dem Heck die Schwere zu nehmen. Mit seinen Außenabmessungen reiht sich das BMW Concept 5 Series Gran Turismo zwischen der BMW 7er Reihe und den X-Modellen der Marke ein. Mit fast 5 Metern Außenlänge bietet die Designstudie hinten Beinfreiheit wie im Siebener, die Außenhöhe von 1,55m Kopffreiheit wie im X5, ein großes Panoramadach bringt Licht ins Dunkel. Die große Heckklappe, wie bei einer Limousine, öffnet den Gepäckraum für den Alltagsbetrieb, eine roße Öffnung ermöglicht größere Transportaufgaben. Der Gepäckraum ist durch eine Trennwand vollständig vom Innenraum abgeschottet, Lärm und Zugluft bleiben den Insassen erspart, und das Volumen ist auf 430 Liter beschränkt. Aber das läßt sich alles ändern: Schon der Verzicht auf Beinfreiheit auf den hinteren Plätzen führt zu deutlich mehr Ladevolumen. Klappt man die Rücksitze um und die Trennwand weg und nutzt den Platz bis unter das Dach, kann man 1650 Liter verstauen. Wer mehr Platz braucht, der findet im 5er Touring das passende Angebot.
Das Instrumentenkombi des BMW Concept 5 Series Gran Turismo besteht aus einem hochauflösenden Farbdisplay in Black-Panel-Technologie, auf dem vier im traditionellen Stil eines Sportwagens angeordnete Rundinstrumente sowie Status- und Funktionsanzeigen, Navigationshinweise, Check Control Meldungen, Bedienrückmeldungen und Service-Intervall-Anzeigen dargestellt werden. Im Ruhezustand bildet das Display eine homogene, schwarze Fläche. Die Ziffern der Rundinstrumente werden auf elektronischem Wege erzeugt. Sie sind daher wie alle Symbole auf dem Display erst bei Aktivierung sichtbar. Die bis in den Fond durchlaufende Mittelkonsole der Konzeptstudie wird es wohl nicht in die Serie schaffen. Die stufenlos in der Längsposition verschiebbaren Einzelsitze im Fond, ihre individuell und elektrisch auf Tastendruck umklappbaren Sitzlehnen sowie die verstellbare Lehnenneigung können vielleicht gegen Aufpreis zu ordern sein. Die vom aktuellen 7er bekannte große, tief positionierte und aufrecht stehende BMW Niere und der großen Lufteinlass geben dem 5GT ein markantes Gesicht, dem allerdings die markante Aggressivität des E60 abgeht. Das Licht-Design sorgt für Kontinuität: Die Doppelscheinwerfer sind schräg gestellt und ziehen sich in die Seite hinein. Die Coronaringe des Tagfahrlichts werden erstmals über LED-Einheiten dargestellt.
(Text: Dieter Roßbach )
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