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Rinspeed iChange: Formwandler
23.02.2009
Seit Jahren bürsten die Kreationen des Schweizers Frank Rinderknecht konventionelle Vorstellungen vom Auto gegen den Strich: Seine Konzepte zeigen etwa Emotionen oder fahren unter Wasser. Der neueste Entwurf, der Rinspeed „iChange“, passt sich dem Platzbedarf für Passagiere an. Vom Sportwagen, der ausschließlich dem Fahrer Platz bietet, zum Dreisitzer bedarf es nur eines Knopfdrucks. Dann stellt sich innerhalb von Sekunden das Heck des tropfenförmigen Autos auf. Grundidee ist, dass der Energiebedarf eines Fahrzeugs zum grössten Teil von den Faktoren Gewicht, Antrieb und Aerodynamik abhängt. Deshalb ist der „iChange“ leicht: Der elektrisch angetriebene Sportwagen wiegt mit 1050 Kilogramm sehr wenig. Zugleich hat aber auch die Aerodynamik einen wesentlichen Einfluss auf den Energieverbrauch. Die Innovation liegt hier im Heck: Während andere Autos Blech für notfalls bis zu sieben Personen Platz herumfahren, verfügt der „iChange“ über eine adaptive Karosserie. Primär bewegt sich der Einzelfahrer windschlüpfrig von A nach B - und braucht entsprechend weniger Energie. Sollen mehr Fahrgäste Platz finden, wird dank eines aufklappbaren Hecks Raum für zwei weitere Mitfahrer geschaffen. Die Folge: Der Energiebedarf steigt durch höheres Gewicht und eine schlechter werdende Aerodynamik an. Aber eben nur so lange wie zusätzliche Passagiere mit an Bord sind. Die Antriebs-Energie wird von Lithium-Ionen-Akkus geliefert, die in zwei unterschiedlichen Batterie-Packs für entweder die Kurz- oder die Langstrecke zur Verfügung stehen. Angetrieben wird der „iChange" von einem 150kW-starken Elektromotor, der den Wagen auf bis zu 220 Stundenkilometer beschleunigen kann. Von 0 auf 100 Stundenkilometer vergehen nur wenig über vier Sekunden. Möglich werden diese Fahrleistungen mit einem Sechs-Gang-Vorwahl-Getriebe, das aus dem Subaru WRX stammt. Der Antrieb des Fahrzeugs besteht aus einem integrierten System aus Motor/Generator, Leistungselektronik und Schnittstelle mit Batterieanbindung aus der zentralen Forschung von Siemens.
Wer zum ersten Mal um den nur 1.03 Meter hohen Wagen herumgeht, stellt fest, dass etwas fehlt: Das Koncept hat keine Türen. Stattdessen klappt die gesamte Dachpartie elektrisch nach vorne, um den Passagieren den Einstieg zu ermöglichen. Bei so viel Innovation braucht es auch keinen normalen Zündschlüssel. Dessen Funktion übernimmt ein Apple iPhone, das gleichzeitig auch die Fernsteuerung und Bedieneinheit für die wichtigsten Fahrzeugfunktionen ist. Der „iChange“ unterscheidet sich von einem herkömmlichen Fahrzeug: So erfolgt auch die Routenführung der Navigation besonders umweltschonend: Das System berechnet die energiefreundlichste Strecke und führt dann in realistischer 3D-Optik ans Ziel. Zudem hat Heizungs-Spezialist Eberspächer sowohl eine passgenaue elektrische als auch eine maßgeschneiderte Brennstoffheizung realisiert. Beide Systeme sind auf die spezifischen Anforderungen in Elektrofahrzeugen zugeschnitten.
(Text: Rainer Roßbach)
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