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Dunlop Kevlar: Ultraleichtes Reifen-Konzept
07.03.2009
Beachtliche 20 Prozent weniger Gewicht bringt der Konzeptreifen der Goodyear-Tochter Dunlop auf die Waage. Die ultraleichte Bauweise ist besonders dem Einsatz von Kevlar zu verdanken, das hier den üblicherweise verwendeten Stahl ersetzt. Ziel dieser Entwicklungsarbeit ist es, in Zukunft Reifen mit reduziertem Gewicht und vermindertem Rollwiderstand herzustellen, ohne auf exzellente, sportliche Fahreigenschaften, hohe Laufleistung und echten Fahrspaß verzichten zu müssen. Stahl wird üblicherweise in mehreren Bauteilen des Reifens in Form von sehr feinen Drähten verwendet, die zu flexiblen, starken Strängen zusammengefasst werden. Diese Stränge werden in der Karkasse und im Wulst des Reifens zur Verstärkung verbaut. Da Stahl aber auch relativ schwer ist, konzentriert sich die Forschung von Dunlop auf den Einsatz neuer, ebenso stabiler, aber gleichzeitig leichterer Materialien. Darum lautet das Ziel, immer neue Möglichkeiten für den Einsatz von Kevlar-Fasern bei der Produktion von Hochleistungsreifen auszuloten. Die Faser ist ein so genanntes ‘Aramid’ dieser Begriff steht als Abkürzung für ‚aromatische Polyamide’ und gehört zur Familie der Nylon-Fasern. Der Hersteller DuPont liefert Kevlar in Form von geschnittenen Fasern, die zu Fäden, Garnen und Faserstoffen verarbeitet werden können.
Kevlar bietet als Synthetikfaser eine Fülle von Vorteilen: Bei gleichem Gewicht ist es fünfmal stärker ist als Stahl, und es kann seine Stabilität und Elastizität über einen weiten Temperaturbereich halten. Die Dunlop Entwicklung nutzt Kevlar als Ersatz nahezu aller Stahlkomponenten des Reifens, ergänzt durch Hybridmaterialien und andere Nylonfasern zur optimalen Reduzierung des Gesamtgewichts. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Der in Genf vorgestellte Konzeptreifen, der in den Laboren des Dunlop Forschungszentrums im deutschen Hanau entwickelt wurde, ist rund 20 Prozent leichter als ein Reifen in vergleichbarer Dimension. Diese massive Gewichtsreduzierung führt zu einem niedrigeren Rollwiderstand und damit zu einem reduzierten Kraftstoffverbrauch. Die neuentwickelte Reifenstudie wird erstmals auf Pininfarinas Elektrofahrzeug ‚BlueCar’ eingesetzt. Das Besondere hierbei: Sowohl die Lauffläche des Reifens, als auch dessen Seitenwand wurden von Pininfarina so entworfen, dass sie mit dem Design der italienischen Studie harmonieren.
(Text: Rainer Roßbach) Seite merken bei:
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