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Rolls Royce 200 EX: Zeit für was Kleines
14.03.2009
EX steht bei der englischen Luxusmarke traditionell für "Experimental Car", sprich für Studien. Nur wenige gibt es in der Geschichte von Rolls Royce, aber alle waren voll funktionsfähig, und die meisten gaben einen Vorgeschmack auf künftige Serienmodelle. So auch beim 200 EX. Dieser gibt einen Blick frei auf den "kleinen" Rolls Royce, der auf der IAA 2009 präsentiert wird. Das neue Einstiegsmodell ist verbindlicher als die Mitglieder der Phantom-Baureihe: Kein wuchtiger Grill im Tempelstil, sondern ein kleinerer Lufteinlass á la Flugzeugtriebwerk und konventioneller geformte Frontlampen passen sich gut in die flüssig gezeichnete Karosserielinie ein, die ein wenig an ein Coupé erinnert. Trotzdem kommt der 200 EX auf eine Länge von 5,4 Metern und eine Breite von 1,9 Metern. Durch die großen Flächen, die feinen horizontalen Linien und aufwärts laufende Schwellerlinie sowie das flache Dach jedoch entsteht eine dynamische Silhouette, die gleichwohl kraftvoll wirkt. Das sich verjüngende Heck sitzt zwischen konturierten Flanken, die auf ihrem Weg zu den Schlussleuchten schmal auslaufen.
Wie bei allen neuzeitlichen Rolls Royce sind die Fondtüren hinten angeschlagen. Dieses besondere Designmerkmal bietet zusätzliche Funktionalität: Die "Coach Doors" öffnen in einem Winkel von bis zu 83 Grad und bieten den komfortabelsten hinteren Einstieg der gesamten Automobilbranche. Im Passagierraum haben die Designer ein Ambiente geschaffen, die den Rolls-Royce Prinzipien feinster Materialien und höchsten Komforts folgt. Das Interieur ist licht und bringt somit eine natürliche Atmosphäre in den Innenraum. Die hohe Gürtellinie und die schweren Türen hingegen vermitteln ein Gefühl von Sicherheit. Die üppig gepolsterten, hinteren Lounge-Sitze hinter der C-Säule positioniert bieten zusätzliche Intimität und Privatsphäre.
Elegante Milchglasleuchten und die Chromtürgriffe fallen auf ebenso wie die traditionellen Violinschlüssel-Schalter, die organisch geformten Lufteinlässe, die opaquen Displays und die edle Instrumentierung. Alle Bedienelemente sind sorgfältig angeordnet, und die wichtigen Elemente sind mit Chrom akzentuiert. Ausgekleidet ist die Studie mir Naturleder in Crème Light, Cornsilk-farbenen Teppichen und einem Dachhimmel aus einem Kaschmirmischgewebe. Das Holzfurnier Santos Palisander besticht durch sein modernes Aussehen und die außergewöhnliche Maserung. Sicher ist, dass die technische Verwandtschaft mit dem 7er BMW eng sein wird. Der neu entwickelte Sechsliter-V12 wird später wohl auch im 7er zum Einsatz kommen. Einen Preis für die Serienversion gibt es noch nicht gemunkelt wird von 200.000 Euro. Das ist für einen neuen Rolls Royce ein Schnäppchen, denn für einen Phantom zum Beispiel muss man mehr als das Doppelte anlegen. Nicht zu reden vom Drophead Coupé, das in der Basisversion schon 433.000 Euro kostet.
(Text: Rainer Roßbach)
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