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Aktualisiert am 31.12.2011
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40 Jahre Porsche 917: Le Mans war das Ziel

12.03.2009

Porsche 917 K 1970
Petro Rodriguez und Josef Siffert fuhren in Gulf-Farben Seriensiege ein
Doppelpfeil

Für Porsche war er das Mittel zum heiß ersehnten Gesamtsieg in Le Mans, dann räumte er die Trophäen gleich in Serie ab. Sein zweites Leben führte er als welt-schnellstes Turbo-Test- und Renngefährt. Ein halbes Jahrzehnt lang kam buchstäblich niemand an ihm vorbei im internationalen Rundstreckenrennsport. Heute genießt der Porsche 917 Legendenstatus, er ist zur Ikone einer ganzen Rennwagengeneration geworden und der Star einer jeden historischen Rennsportveranstaltung.

Vor 40 Jahren entstand in der kleinen Zuffenhausener Sportwagenschmiede binnen kürzester Zeit jener mittlerweile beinah sagenhafte Renner, der die Rennsportwelt gleich mehrfach auf den Kopf stellte. Das geschah, als die Sportwagenmeisterschaft noch ein Ereignis war, das heute vielleicht noch mit der Formel 1 verglichen werden könnte, aber ungleich mehr Aura und Charakter, mehr Individuen und Schicksale hatte. Mit dem Namen Le Mans können die Jüngeren noch etwas anfangen, dass die Boliden in Nord- und Südamerika und in Südafrika spektakuläre Rennen austrugen, wissen heute noch die etwas Älteren und die Kenner.

Als eine Art Ikone jener kurzen und in jeder Hinsicht rasanten Periode ist der 917 geblieben, den die Schwaben mit viel Können auf die breiten Räder stellten – und fast wie nebenbei so manches technische Meisterstück schufen, das heute Allgemeingut ist. So brachten sie dem Turbo Manieren bei, den sich Otto Normalfahrer damals bestenfalls als robuste Lastwagen-Anschubhilfe oder als Hightech-Relikt aus dem Jagdflugzeugbau im Zweiten Weltkrieg vorstellte.

Porsche 917 LH 1970
In Le Mans kamen auch Sonderlackierungen zum Einsatz. Der "Hippie" erreichte Platz 2.
Doppelpfeil

Porsche war nun allerdings nicht der einzige illustre Name in der Hatz um rennsportliche Ehren und handfest werbewirksame Siege. Ferraris, Alfa Romeos und die ebenfalls extrem schnellen Wagen der legendären Marke Matra, Lolas, Chevrolets und Fords lieferten sich Ende der 1960er-, Anfang der 70er-Jahre packende Rennen über tausende Kilometer, die Fahrer bewiesen schier unglaubliche Kondition und Konzentrationsvermögen, Mechaniker lieferten sich Teamwettbewerbe nicht nur mit Sekunden-Reifenwechseln, sondern mit kniffligen Operationen am offenen Getriebe, flickten halb zerfetzte Kunststoffkarosserien mit meterweise Klebeband. Dennoch ist es vor allem ein Auto, das für viele der Inbegriff des Rennsportwagens bleibt. An den Porsche 917 erinnern sich auch die Protagonisten von einst immer noch als an einen Höhepunkt – seien es die Fahrer, seien es die Ingenieure, die Techniker und die Mechaniker. Und sie tun es in vielen Fällen, ein wenig technisch-sachlich, und immer auch ein bisschen stolz.

Porsche 917 Genf
Gerhard Mitter und Ferdinand Piech päsentieren das neue Serienmodell der Presse
Doppelpfeil

Sachlich-nüchtern kommt jedenfalls das Dokument daher, das am Ende einer der Vorbesprechungen steht, die dem Beginn der Ära 917 vorausgehen. Am 9. Mai 1968 trifft sich die Porsche-Entwicklerriege um den Technischen Direktor Ferdinand Piëch. Es geht um ein "4,5-Ltr.-Fahrzeug" – über die Typennummer sind die Herren sich noch nicht einig. Immerhin: "Der Motor erhält die Bezeichnung Typ 912." Wer jetzt an den 911 mit Vierzylinder denkt, der ebenfalls unter dieser Nummer zu haben war, liegt gar nicht so falsch. Die 917-Geburtshelfer legen eine falsche Spur. Ihr jüngster Spross soll, so lange es irgend geht, geheim bleiben, da hilft auch eine vermeintlich veraltete Typbezeichnung.

Mit dem ominösen Viereinhalbliter haben sie jedenfalls Großes vor: Der Wagen soll die harte Nuss Le Mans knacken. Nicht, dass Porsche auf dem Kurs an der Sarthe nicht schon reichlich erfolgreich gewesen wäre. Es gibt die Marke Porsche kaum, da holt 1951 ein 356 gleich im ersten Anlauf und mit reichlich Käfertechnik einen souveränen Klassensieg. Es sollen viele weitere folgen. Den Gesamtsieg aber haben die Zuffenhausener mitunter nur knapp verfehlt. Ihn soll nun der große Wagen holen, mit dem Porsche weit über die bisher gleichsam klassische Zweilitergröße hinauswächst. Und er soll es mit Knalleffekt tun.

Porsche 917 Sammlung
Zum Geburtstag zeigt das Porsche-Museum eine kleine Sonderausstellung
Doppelpfeil

Den ersten Böller zünden die schwäbischen Sportwagenbauer im März 1969. Beim Genfer Automobilsalon, also mit der denkbar größten Publicity, lüften sie das Geheimnis und zeigen den fertigen 917, der mittlerweile den Spitznamen "Weißer Riese" hat. Auf dem Papier ist der Neue ganz groß in Form. Im Protokoll der Besprechung steht es – natürlich ganz nüchtern und trocken: "Fahrzeug-Gesamtgewicht (einschließlich Kraftstoff und Fahrer) 980 kg. Längster 4. Gang 420 km/h bei 9000 U/min." Das sind keine schwäbisch-biederen Zahlen, das lässt den Atem stocken. Auch wenn es dann in der Praxis mit den Tempi jenseits der 400-Stundenkilometer-Marke nicht unbedingt etwas werden soll, bricht der 17er Rekorde. Schnell genug bleibt er ein Leben lang und in allen Situationen. Ein Beispiel: 1971 fährt Jackie Oliver im Langheck mit 4,9-Liter-Motor mit drei Minuten, 13,6 Sekunden, die schnellste Zeit, die jemals in Le Mans gefahren worden war. Auf der Geraden von Mulsanne fegt er im Training mit 384 Sachen an der Messstelle vorüber. Vier Jahre später zementiert Mark Donohue mit dem aufgeladenen 917/30 auf dem Oval von Talladega in Alabama den Rekord von 355,86 Stundenkilometern – als Rundenschnitt.

(Text aus Porsche 917 , Rossbach, Födisch, Nesshöfer, Schwarz dr)
(Fotos: Dieter Roßbach, Porsche AG )

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