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Aktualisiert am 31.12.2011
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Lagonda Concept: Supersize Me

17.03.2009

Lagonda Concept
Vor allem wuchtig: Zwar glänzt der Chrom, aber Eleganz sucht man vergebens.
Doppelpfeil

Lagonda ist 100 Jahre alt und erlangte einige Brühmtheit durch seine robusten und schönen Tourenwagen, von denen der M45 1935 die 24 Stunden von Le Mans gewinnen konnte. Seit 1947 gehörte die Firma zu Aston Martin. Der neue Besitzer, der englische Traktorenproduzent David Brown, war vor allem an W.O.Bentley 2,6-Liter-Sechszylinder interessiert, weshalb die Marke seitdem nur einige spontane Auftritte hatte. Unter der Ägide der englischen Sportwagenmarke waren der Rapide mit Touring-Karosserie von 1963 bemerkenswert, gleichfalls die von William Towns gestaltete, futuristische Limousine, die zwischen 1977 und 1989 645mal gebaut wurde.

Für das 21. Jahrhundert wird der Traditionsmarke ein stetigeres Leben versprochen. Im März 2009 enthüllte Aston Martin-Vorstand Ulrich Bez in Genf das Lagonda Concept, mit dem die Renaissance eingeläutet werden soll. Die Ingredienzen sind simpel: Das Konzept des erfolgreichen Porsche Cayenne wird versetzt mit Rolls Royce-Ästhetik, und alles wird dann durch Größe und Ausstattung im absoluten Oberklasse-Segment verortet. Das Ergebnis ist wuchtig, ja klobig, und hat wenig mit der traditionellen Lagonda-Eleganz zu tun.

Lagonda Concept
Alles Kuga? Die Seitenansicht ähnelt verblüffend dem kompakten Ford-SUV.
Doppelpfeil

Die Limousinenform bedient sich im Heck bei den aktuellen Rolls-Royce-Limousinen und wirkt wesentlich wuchtiger als bei den Luxusmobilen aus Goodwood. Außer dieser Massigkeit haben die Linien wenig Subtilität zu bieten. Als Plattform kommt die des Mercedes-Benz GL zum Einsatz. Dessen hohe Räder, Allradantrieb und Geländetauglichkeit sorgen für eine extrem hohe Gürtellinie, über der ein Dachaufbau mit zeittypisch schmalen Fenstern throhnt.

Neben der Bodengruppe kommen auch Fahrwerk und Allradantrieb vom Daimler. Das Konzept hat einen V12 unter der Haube, aber Aston Martin kann sich gleichfalls einen V8, gern auch mit FlexiFuel-Fähigkeit oder Diesel und auch einen Hybrid vorstellen.

Innen gibt es die bekannte britische Wohlfühl-Athmospäre mit vier Einzelsitzen und viel Metall, Holz und Leder. Zwischen 100.000 und 200.000 Euro sollen die Kunden für die Riesen-SUV-Limousine locker machen – es steht zu befürchten, dass diese unzeitgemäße Rechnung aufgeht.

(Text: Rainer Roßbach)
(Fotos: Lagonda/Aston Martin)

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