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Fisker Karma: Mit dem Strom
14.05.2009
Überragendes Autodesign findet man beim Fisker Karma nicht. Die etwas schrullige Front kopiert grob die BMW-Niere, und das Heck ist trivial. Allenfalls die dynamisch geschwungene Seitenansicht des viertürigen Coupés mit den großen 22-Zoll-Rädern bietet die Optik, die einem 100.000 Euro teuren Fahrzeug angemessen ist. Die Faszination, die vom Karma ausgeht, entsteht woanders. Firmengründer Henrik Fisker hat die Zeichen der Zeit früher als andere erkannt und das erste produktionsreife Elektrofahrzeug auf den Markt gebracht. Zugegeben ganz elektrisch geht es nicht: Als Strom-Generator dient ein Vierzylinder-Verbrennungsmotor mit zwei Litern Hubraum, Turboaufladung und 260 PS, der zusammen mit zwei Elektromotoren den Antrieb besorgt. Insgesamt leistet der bei Valmet in Finnland gebaute Karma 408 PS und bringt 1000 Nm Drehmoment an die Achse. Das Lithium-Ionen-Akkupack kann mit 110 oder 220 Volt zu Hause aufgeladen werden. Die maximale Reichweite im Strommodus beträgt bis zu 80 Kilometer, insgesamt ist eine Fahrstrecke von 550 Kilometern möglich, und die Fahrleistungen sind beachtlich. Von Null auf 100 Stundenkilometer vergehen nur sechs Sekunden, und die Spitzengeschwindigkeit liegt bei über 200 km/h.
Statt eines konventionellen Getriebes kann der Fahrer zwischen den Stufen "Sport" und "Stealth" wählen, was meint, dass man zwischen sportlicher oder sparsamer Fahrweise wählen kann. Das Interieur des Fisker entspricht dem Stil seiner Klasse. Im breiten Mitteltunnel sind Monitor und Fahrstufenwähler untergebracht, die Anzeigen sind konventionell als Rundinstrumente ausgelegt, und die Lüftungsdüsen haben eine klassische runde Form. Als Material kommen Leder, Holz und Metall in gedeckten Farben zum Einsatz. Avantgardistisch ist das mit Solarmodulen bestückte Dach, das die Energie für die Klimaanlage liefert. Ein rudimentäres Händlernetz steht, und die technische Entwicklung befindet sich in der abschließenden Phase. 2010 soll der Sportwagen auf den Markt kommen und 7500 Käufer finden. 2011 sollen es schon 15.000 sein, und auch die Erweiterung der Produktpalette ist ins Auge gefasst: Auf die Limousine soll ein Cabriolet namens Karma S folgen.
(Text: Rainer Roßbach ) Seite merken bei:
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