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Aktualisiert am 31.12.2011
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Concorso d'Eleganza: Lebendige Schönheit

30.04.2009

Ghia Gilda
Scharfe Kanten und heißer Atem: Der Ghia Gilda Streamline X wird von einer Gasturbine angetrieben.
Doppelpfeil

Ein Jaguar D-Type, mit Spike-Reifen Gewinner bei finnischen Eisrennen und Sieger bei einem sowjetischen Eis-Grand Prix. Eine Bertone-Studie, die über 100.000 Kilometer als Alltagsauto diente. Peter S. Kalikows Projekt Momo Mirage von 1972, mit Hoffnungen gestartet, dann vergessen und nun in der Familiengarage wieder aufgetaucht – das waren die Geschichten, aus denen der Moderator des Concorso d'Eleganza, Simon Kidston, amüsante Girlanden drehte und der Traditionsveranstaltung – man feierte dieses Jahr den 80. Geburtstag – Würze gab.

Peter S. Kalikows Vater etwa hielt es für eine ausgesprochen schlechte Idee, einen viersitzigen GT für den amerikanischen Markt zu bauen, um die Lücke zwischen Ferrari und Rolls-Royce zu schliessen. Er ließ seinen Sohn aber gewähren. Frua-Design und Corvette-Technik sollten für 25 Fahrzeuge pro Jahr gut sein, aber der Erfolg ließ auf sich warten. So blieb es bei bei insgesamt fünf Fahrzeugen, die vergessen in einer Garage verstaubten. Am Comer See wagte sich erstmals seit den 1970ern wieder ein Mirage ins Freie. Kalikow besitzt drei komplette Fahrzeuge sowie eines in Teilen, womit er der einzige Hersteller der Welt sein dürfte, der 80 Prozent aller selbst gebauten Fahrzeuge im Besitz hat.

Auch die Geschichte des BMW 2800 Spicup von 1969 ist bemerkenswert: Vor vierzig Jahren präsentierte Bertone das Concept Car in Genf der Öffentlichkeit. Das Besondere an dieser Studie ist, dass sie mittels eines elektrischen Dachs vom Targa in ein Coupé verwandelt werden kann. Als Basis dient ein BMW 2500-Chassis, das von 2690 mm auf 2340 mm verkürzt wurde, der Motor stammt vom BMW 2800. Nach dem Salon ging der Spicup nach Deutschland und der neue Besitzer benutzte das Einzelstück als Alltagsfahrzeug, bis es etwa 100.000 Kilometer auf dem Tacho hatte. Danach war es verschollen, bis Roland d'Ieteren den Wagen im letzten Jahr entdeckte und vollständig restaurieren ließ.

Bertone Spicup
Altmodisch-Futuristisch: der Bertone Spicup mit Lamellen-Targa und hellgrün-dunkelgrüner Innenausstattung
Doppelpfeil

Weitere Exponate mit Geschichte waren der wundervolle Ferrari 250 GT Lusso aus dem früheren Besitz von Steve McQueen, ein Glöckler-Porsche, der in den USA in einer Scheune strandete und nun in perfektem Zustand den Weg zum Comer See fand sowie der erste Abarth überhaupt. Besonderen Eindruck machte der Ghia Gilda Streamline X: Benannt nach einer Figur der Hollywood-Diva Rita Hayworth entstand 1955 auf einem Osca-Chassis eine futuristische Studie im Jet-Design, die von einer Turbine angetrieben wird.

Preise wurden auch vergeben. Held des Tages war ein Alfa Romeo 8C 2900B Berlinetta Touring von 1938 aus dem Besitz des Amerikaners Jon Shirley, der neben der traditionsreichen Coppa d’Oro Villa d’Este auch die Trofeo BMW Group, die beiden Publikumspreise und die Trofeo BMW Group Italia gewann. Italien feierte wieder sich selbst. Den Concorso d’Eleganza Design Award für die Concept Cars und Prototypen vergab das Publikum an den Aston Martin One-77. Davon unberührt bleiben Status und Schönheit der anderen Teilnehmer, die mit den Siegern in Glanz und Eleganz auf gleicher Höhe stehen.

Alfa 8B 2900C Bugatti 57S, 1938 Auburn 852 SC
Abräumer: Der Alfa 8B 2900C mit Touring-Aufbau von 1938 gewinnt die wichtigsten Trophäen.
Doppelpfeil
Hinreißend schön: Bugattis 57S von 1938 wurde von der Kundschaft aber nicht geliebt.
Doppelpfeil
Der Auburn 852 SC mit Kompressor von 1936 sollte der Firma in der Wirtschaftskrise wieder auf die Beine helfen. Es blieb bei wenigen Exemplaren.
Doppelpfeil
 
Bentley 4 1/2 Litre Bugatti 101, 1951 Bentley R Continental Park Ward
Der Schweizer Karossier Köng gab diesem Bentley 4 1/2 Litre von 1936 sein schlichtes und elegantes Kleid.
Doppelpfeil
Grobstrick: Der Bugatti 101 von 1951 markiert den Neubeginn der Molsheimer nach dem Krieg.
Doppelpfeil
Nur ein Exemplar gibt es von diesem Bentley R Continental mit Park Ward-Karosserie (1955).
Doppelpfeil
 
Abarth 204A BMW 320 Super Autenrieth Jaguar D-Type
Nach seinem Abschied von Cisitalia erhielt Karl Abarth sechs Chassis. Aus diesen entstand der erste Produktions-Abarth, der 204A von 1950.
Doppelpfeil
Das viersitzige BMW-Cabriolet 320 Super mit Mercedes-Anklängen wurde 1960 bei Autenrieth in Darmstadt gebaut.
Doppelpfeil
Nachdem dieser Jaguar D-Type von 1955 jahrelange Eisschlachten am Polarkreis geschlagen hatte, fand er nach 1966 in seine britische Heimat zurück.
Doppelpfeil
 
Glöckler-Porsche 356 Ferrari 410 Ferrari 250 GT
Der erfolgreiche Frankfurter Rennfahrer und Händler Helm Glöckler stattete 1952 den Porsche 356 mit Alu-Karosse, Hardtop und zusätzlichen Kühlern aus.
Doppelpfeil
Robuste Eleganz: Der Ferrari 410 von1955 wurde als "Berlinetta Speciale" von Scaglietta gestaltet.
Doppelpfeil
Dieser Ferrari 250 GT von 1958 ist einer von 40, die zwischen 1955 und 1959 gebaut wurden. Nach der kompletten Zerstörung in einem Brand 2002 wurde das Fahrzeug in Rekordzeit wieder hergestellt.
Doppelpfeil
 
Prince Skyline Sport Lancia Aurelia B52 Michelotti Lamborghini 350 GT
Michelotti war einer der ersten europäischen Designer in Japan: Der Prince Skyline Sport von 1964 ist eines der Ergebnisse.
Doppelpfeil
Vignale produzierte drei Exemplare des Lancia Aurelia B52 nach einem Michelotti-Entwurf (1952).
Doppelpfeil
Dieser Lamborghini 350 GT von 1964 gilt als erstes Auto mit dem Stier im Wappen in Kundenhand.
Doppelpfeil
 
Ferrari 250 GT Lusso Ferrari 400 Superamerica Momo Mirage
Dieser überaus elegante Ferrari 250 GT Lusso kam 1963 in den Besitz von Steve McQueen, der ihn auch bei Rennen einsetzte.
Doppelpfeil
Fiats Boss Gianni Agnelli besaß diverse Ferrari: Der seitliche blau-grüne Streifen an seinem 400 Superamerica von 1959 sollte an seinen ersten Ferrari erinnern.
Doppelpfeil
Peter S. Kalikow wollte Anfang der 1970er mit dem Momo Mirage im Luxussegment mitmischen. Die Mischung aus Frua-Standarddesign und Chryslerkühler fand keinen Anklang.
Doppelpfeil
 
Aston Martin One-77 Mindset BMW Gina
Der Publikumspreis für das beste aktuelle Design ging an Aston Martins One-77 von 2009.
Doppelpfeil
Elektrisch-Frisch: Der schweizerische Mindset überzeugt durch Eigenständigkeit.
Doppelpfeil
Chamäleon: BMWs Gina ist mit flexiblem Material auf beweglichen Rippen bespannt.
Doppelpfeil
 
Berlin-Rom-Wagen Delfosse Wendler-BMW
Die Evolution der Aerodynamik zeigte die Hamburger Sammlung "Prototyp" mit dem Berlin-Rom-Wagen von 1939, …
Doppelpfeil
… dem Delfosse von 1947 mit Zündapp-600-Kubikzentimeter-Zweizylinder, …
Doppelpfeil
… dem Wendler-BMW, gebaut 1937 von Reinhard König-Fachsenfeld und weiteren Exponaten.
Doppelpfeil
 

(Text: Rainer Roßbach )
(Fotos: Rainer Roßbach )

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