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Concorso d'Eleganza: Lebendige Schönheit
30.04.2009
Ein Jaguar D-Type, mit Spike-Reifen Gewinner bei finnischen Eisrennen und Sieger bei einem sowjetischen Eis-Grand Prix. Eine Bertone-Studie, die über 100.000 Kilometer als Alltagsauto diente. Peter S. Kalikows Projekt Momo Mirage von 1972, mit Hoffnungen gestartet, dann vergessen und nun in der Familiengarage wieder aufgetaucht das waren die Geschichten, aus denen der Moderator des Concorso d'Eleganza, Simon Kidston, amüsante Girlanden drehte und der Traditionsveranstaltung man feierte dieses Jahr den 80. Geburtstag Würze gab. Peter S. Kalikows Vater etwa hielt es für eine ausgesprochen schlechte Idee, einen viersitzigen GT für den amerikanischen Markt zu bauen, um die Lücke zwischen Ferrari und Rolls-Royce zu schliessen. Er ließ seinen Sohn aber gewähren. Frua-Design und Corvette-Technik sollten für 25 Fahrzeuge pro Jahr gut sein, aber der Erfolg ließ auf sich warten. So blieb es bei bei insgesamt fünf Fahrzeugen, die vergessen in einer Garage verstaubten. Am Comer See wagte sich erstmals seit den 1970ern wieder ein Mirage ins Freie. Kalikow besitzt drei komplette Fahrzeuge sowie eines in Teilen, womit er der einzige Hersteller der Welt sein dürfte, der 80 Prozent aller selbst gebauten Fahrzeuge im Besitz hat. Auch die Geschichte des BMW 2800 Spicup von 1969 ist bemerkenswert: Vor vierzig Jahren präsentierte Bertone das Concept Car in Genf der Öffentlichkeit. Das Besondere an dieser Studie ist, dass sie mittels eines elektrischen Dachs vom Targa in ein Coupé verwandelt werden kann. Als Basis dient ein BMW 2500-Chassis, das von 2690 mm auf 2340 mm verkürzt wurde, der Motor stammt vom BMW 2800. Nach dem Salon ging der Spicup nach Deutschland und der neue Besitzer benutzte das Einzelstück als Alltagsfahrzeug, bis es etwa 100.000 Kilometer auf dem Tacho hatte. Danach war es verschollen, bis Roland d'Ieteren den Wagen im letzten Jahr entdeckte und vollständig restaurieren ließ.
Weitere Exponate mit Geschichte waren der wundervolle Ferrari 250 GT Lusso aus dem früheren Besitz von Steve McQueen, ein Glöckler-Porsche, der in den USA in einer Scheune strandete und nun in perfektem Zustand den Weg zum Comer See fand sowie der erste Abarth überhaupt. Besonderen Eindruck machte der Ghia Gilda Streamline X: Benannt nach einer Figur der Hollywood-Diva Rita Hayworth entstand 1955 auf einem Osca-Chassis eine futuristische Studie im Jet-Design, die von einer Turbine angetrieben wird. Preise wurden auch vergeben. Held des Tages war ein Alfa Romeo 8C 2900B Berlinetta Touring von 1938 aus dem Besitz des Amerikaners Jon Shirley, der neben der traditionsreichen Coppa d’Oro Villa d’Este auch die Trofeo BMW Group, die beiden Publikumspreise und die Trofeo BMW Group Italia gewann. Italien feierte wieder sich selbst. Den Concorso d’Eleganza Design Award für die Concept Cars und Prototypen vergab das Publikum an den Aston Martin One-77. Davon unberührt bleiben Status und Schönheit der anderen Teilnehmer, die mit den Siegern in Glanz und Eleganz auf gleicher Höhe stehen.
(Text: Rainer Roßbach )
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