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Mille Miglia 2009: Lebendige Tradition
19.05.2009
Die Mille Miglia trotzt der Krise. Mehr Jaguar, Triumph oder VW, etwas weniger Ferrari, Porsche oder Maserati waren in Brescia bei der 2009er Ausgabe des Langstreckenwettbewerbs am Start. Sinnlich geformtes Blech gab es gleichwohl in Fülle: Ob Fiat 8V oder Ferrari 500TRC, Maserati 200 SI oder Studebaker Flighthawk, OM 665 SS oder Giannini Sport, VW Käfer oder Ponton-Mercedes 377 Veteranen nahmen die Herausforderung der Gleichmässigkeitsprüfung nach Rom und zurück nach Brescia an. Am Ende hatte das italienische Bugatti-Team Bruno und Carlo Ferrari die Nase vorn. Mit 26.091 Punkten brachten sie ihren Typ 37 von 1927 auf den ersten Platz. Mercedes-Benz war wieder hochkarätig mit einem 300 SLR 1955 Sieger unter Moss/Jenkinson für Ex-Formel-1-Pilot David Coulthard am Start und BMW Klassik brachte nicht weniger als neun Fahrzeugen nach Italien. Neben dem Siegerwagen von 1940, einem von Touring eingekleideten Coupé, und dem Berlin-Rom-Berlin-Wagen von 1940 waren noch eine Reihe weiterer 328-Derivate am Start.
Auch aus Italien kam faszinierendes altes Sportgerät: etwa der erste Abarth ein Typ 204A auf Cisitalia-Basis , die begeisternd schönen, kleinen Ermini, Siata Amica und 208 S, ein wundervoller Ferrari 212 Export mit Vignale-Kleid sowie einer in auffälligem weiß-blau lackierten Ferrari-225-Export-Berlinetta von 1951. Dazu diverse Vor- und Nachkriegs-Alfa, Maserati, Osca oder Stanguellini. Gleiches von der Insel: Jaguar C-Type und D-Type in grün, Aston Martin-Rennwagen wie DB3S und DB3S sowie ein beeindruckend muskulöser Cooper-Jaguar T33 repräsentierten die Sportkultur Großbritanniens, während aus Frankreich viele Bugatti sowie einige beeindruckende Talbot Lago am Start waren. Vor allem ein T26 Grand Sport von 1950 beeindruckte durch seine massiv-elegante Form. US-Fahrzeuge dagegen genießen Exotenstatus: Chrysler 75 oder Studebaker Flighthawk waren exemplarische und faszinierende Zeugnisse der untergehenden amerikanischen Autokultur. Auch sie tragen dazu bei, dass die Mille Miglia das schönste rollende Museum der Welt bleibt.
(Text: Rainer Roßbach )
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