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VLN 49. Reinoldus-Rennen: Premierensieg für Audi
01.07.2009
Im fünften Lauf der BF Goodrich Langstreckenmeisterschaft 2009 gelang Audi beim 49. ADAC Reinoldus Langstreckenrennen der große Coup. Hans-Joachim Stuck, Marc Basseng und Frank Biela konnten endlich das Umsetzen, was man sich bei Audi schon für das 24-Stunden-Rennen im Mai erhofft hatte: Einen Gesamtsieg des Audi R8 LMS auf dem Nürburgring. Besonders freuen konnte sich Marc Basseng, der mit 20 Gesamtsiegen seit 2004 der aktuell erfolgreichste Fahrer der Langstreckenmeisterschaft ist. Wie schon oft in der Nürburgringgeschichte vorgekommen, prägte das Eifelwetter auch den Ablauf dieses Renntags. Das morgendliche Zeittraining musste zunächst aufgrund starken Nebels verschoben werden. Erst mit einer Stunde Verspätung wurden die 159 Teams in die Qualifikation geschickt. Einmal mehr zauberte hier Dirk Adorf eine Traumrunde auf den Asphalt und stellte den Ford GT von Raeder Automotive mit einer Zeit von 8:09.748 Minuten auf die Pole Position. Mit Startplatz zwei zeigte die Phoenix Mannschaft in der Spitzenbesetzung Stuck, Basseng und Biela, dass mit ihr zu rechnen sein würde, qualifizierte man sich doch noch vor dem Manthey-Porsche von Marcel Tiemann, Timo Bernhard und Arno Klasen. Dem dreimaligen Siegerteam des Jahres blieb im Porsche 911 GT3 RSR nur Rang drei. Auf den weiteren Plätzen folgten Mamerow Racing mit Chris Mamerow und Dirk Werner sowie Andreas und Ralf Schall, die sich zusammen mit Volker Strycek am Steuer des Opel Astra V8 Coupe abwechselten. Durch die wetterbedingte Verzögerung am Morgen wurde auch der Rennstart nach hinten verlegt. Zum geplanten Rennstart um 12 Uhr wurde die erste von drei Startgruppen in die Einführungsrunde geschickt. Für die eingefleischten Fans entlang der 24,369km langen Kombination aus Nürburgring Kurzanbindung und Nordschleife ein sicheres Indiz dafür, dass der Rennstart gegen 12:20 erfolgen würde. Souverän führte Startfahrer Dirk Adorf im Ford GT das Feld in die erste Runde. Dahinter kämpfte sich Chris Mamerow im Porsche 997 GT3 Cup S nach vorne und bog noch vor dem Manthey-Porsche als Zweiter auf die Nordschleife ein. Weiter hinten im Feld gab es die ersten Ausfälle zu verzeichnen. Der Porsche 997 GT3 Cup von André Krumbach und Ivan Jacoma war bereits im Bereich der Kurzanbindung mit dem Wochenspiegel Team Manthey-Porsche von Georg Weiss, Michael Jacobs und Peter-Paul Pietsch kollidiert. Für Jacoma war das Rennen sofort beendet, während Michael Jacobs den Porsche noch zur Box retteten konnte, dann aber auch aufgeben musste. Die Startgruppen zwei und drei wurden ohne größere Probleme auf die Reise geschickt.
An der Spitze kontrollierte Dirk Adorf das Rennen und konnte sich sukzessive von den Verfolgern Mamerow Racing, Uwe Alzen Automotive, Phoenix Racing und dem Manthey Porsche absetzen. Während der Ford GT von Raeder Automotive munter seine Runden drehte, erreichte das Team die Nachricht vom Unfall des zweiten Fahrzeugs. Der Audi A3 von Elmar Deegener, Jürgen Wohlfarth und Christoph Breuer war ausgangs der Fuchsröhre heftig in die Leitplanken eingeschlagen und somit aus dem Rennen. Zahlreiche Unfälle hielten zu Rennbeginn die Streckenposten auf Trapp. Im Wehrseifen waren unter anderem der MSpeed-Porsche sowie das zweite Manthey-Auto von Armin Hahne, Jochen Krumbach und Wolf Henzler nach einem Unfall ausgeschieden. Auf einer Ölspur rutschten weitere Fahrzeuge in die Leitplanken und dezimierten das Teilnehmerfeld weiter. Nach den ersten Boxenstopps fiel der Ford GT etwas zurück, so dass der Mamerow-Porsche die Führung übernehmen konnte. Dahinter kam der Phoenix-Audi immer näher, während der Raeder-Ford mehr und mehr Boden auf die beiden Spitzenreiter verlor. Für den Manthey-Porsche RSR war das Rennen schon nach etwa einer Stunde beendet: Ein Getriebeschaden hatte das erfolgsverwöhnte Team gestoppt. Olaf Manthey konnte das Wochenende schon früh abhaken, seine drei Top-Autos waren schon vor der Rennhalbzeit ausgefallen. In der zwölften Runde dann der Führungswechsel: Hans-Joachim Stuck nutzte dabei ein Überrundungsmanöver, um Dirk Werner in der Einfahrt zur Nordschleife auszubremsen. Auch die zweite Runde der Boxenstopps änderte nichts an der Reihenfolge. Es führte weiterhin der Phoenix-Audi vor dem Mamerow-Porsche und dem Raeder-Ford. Dahinter hatten sich nun Uwe Alzen und Lance David Arnold im Porsche GT3 Cup sowie Michael Bäder und Tobias Hagenmeyer im BMW Z4 positioniert.
Dann griff erneut das Wetter in das Renngeschehen ein. 30 Minuten vor Rennende wurde aus dem Streckenabschnitt „Hohe Acht“ starker Regen gemeldet, worauf das Rennen aus Sicherheitsgründen vorzeitig beendet wurde. Das nun einsetzende Unwetter verwandelte die Strecke innerhalb kürzester Zeit in eine Seenlandschaft. Als Rennergebnis wurde der Stand nach 23 Runden gewertet, dies war der letzte Umlauf unter regulären Bedingungen. Es siegten Hans-Joachim Stuck, Marc Basseng und Frank Biela im Phoenix-Audi R8 LMS vor Chris Mamerow und Dirk Werner sowie Uwe Alzen und Lance David Arnold im Porsche. Kurz zuvor hatte der Raeder-Ford seinen letzten Boxenstopp absolviert. Der vorzeitige Rennabbruch verhinderte somit die verdiente Platzierung auf einem Podestplatz für Dirk Adorf und seine Mitstreiter. Adorf nahm das sportlich: „Durch den Rennabbruch hatten wir am Ende das Nachsehen, da wir kurz zuvor an der Box waren und so nach Runde 23 nur als Vierte geführt wurden. Trotzdem stehe ich voll hinter der Entscheidung der Rennleitung. Sie haben alles richtig gemacht - uns hat am Ende halt das Quäntchen Glück gefehlt.“ Freude dagegen bei Rennlegende Hans-Joachim Stuck, der auch nach 40 Jahren Motorsport das Siegen nicht verlernt hat. Wie man es von ihm kennt, brachte er seine Bewertung des Renntages auf eine kurze und prägnante Formel: „Das war saugut!“. Nach dem Ausfall von Marcel Tiemann ist Marco Schelp der neue Tabellenführer. Im BMW Z4 von Dörr-Motorsport feierte der Berliner seinen vierten Klassensieg und liegt somit in der Meisterschaft mit 46,49 Punkten in Führung. Die Verfolger Rolf Derscheid und Michael Flehmer haben einen Rückstand von 0,53 Punkten, den es am 18.07.2009 im Rahmen des 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennens zu reduzieren gilt.
(Text: Matthias Behrndt/Michael Behrndt)
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