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Lotus Evora: Doppelzweier
25.08.2009
Seit dem Lotus Eclat, der von 1974 bis 1982 gebaut wurde, gab es vom traditionsreichen englischen Sportwagenhersteller kein viersitziges Coupé mehr. Mit dem Evora hat Lotus nun wieder einen 2+2 im Programm. Mit 4,34 Metern Länge und einer Höhe von 1,22 Meter vergleichsweise knapp geschnitten, bleibt der Raum für die Hinterbänkler aufgrund der Mittelmotorbauweise begrenzt. Wesentlicher Unterschied zum sportlichen Purismus der anderen aktuellen Baureihen ist, dass der Evora Komfort und Eleganz bietet. Die bequemen Sitzschalen und das Lenkrad sind mit schönem, griffigem Leder bezogen, die Schalter sind aus Metall gefertigt und die vorne Sitzenden finden eine angemessene Kopf- und Beinfreiheit vor. Besonderen Komfort für einen Lotus bieten Servolenkung und Klimaanlage. Die Form stammt von Lotus selbst. Dem Chefdesigner Russell Carr kam es darauf an, durch eine dynamisch geformte Silhouette ein visuelles Spannungsfeld von Geschwindigkeit und Agilität zu erzeugen. Das Design aus dynamischen Linien und fließenden Oberflächen zieht sich über die gesamte Länge des Wagens und gibt ihm die wiedererkennbare Form eines „modernen Lotus“. Diese wird durch eine ausgeprägte umlaufende Lichtkante verstärkt, die präzise auf den Charakter des Wagens abgestimmt ist.
Der 3,5 Liter große V6-Motor des Evora treibt in seinem bürgerlichen Dasein Toyota- und Lexus-Limousinen an. Davon spürt man im knappen Viersitzer allerdings wenig. Der 280 PS starke Sechszylinder reagiert äußerst vital: Er erreicht nach Aktivierung der Sporttaste blitzartig 6000 Umdrehungen und mobilisiert ein maximales Drehmoment von 350 Nm. Nach nur 5,1 Sekunden ist das englische Sportcoupé 100 Stundenkilometer schnell und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 261. Auch in Punkto Verbrauch und Umweltfreundlichkeit steht der schnelle Brite gut da: 8,7 Liter auf 100 Kilometern und ein CO2-Ausstoß von 205 Gramm pro Kilometer sind für einen Sportwagen mit diesem Leistungspotential bemerkenswert.
Das Fahrverhalten des Luxus-Lotus ist handlich und dynamisch. Das ist nicht nur dem kompakten Außenmaß und dem starken Motor geschuldet, sondern auch einem hoch entwickelten Alu-Fahrwerk. Bremsen mit Antiblockiersystem sind ebenso selbstverständlich wie zeitgemäße Traktions- und Stabilitätskontrollen. Diese in Zusammenarbeit mit Bosch entwickelten Fahrsicherheitssysteme bieten ein Maximum an Schutz bei bestmöglicher Fahrdynamik. Das Chassis besteht aus Aluminium und verleiht dem Evora eine immense Stabilität, besonders was seitliche Belastungen angeht. Die Sicherheitsgurte sind an einem Stahlrohr-Rahmen befestigt ist, der auch als Überrollbügel fungiert, darüber liegt eine lotustypische Kunststoffkarosserie. Vom lotustypischen Leichtbau bleibt jedoch wenig: Der Wagen bringt es auf ein Leergewicht von 1400 Kilogramm. Den Evora gibt es ab 63.500 Euro. Im Vergleich zur Konkurrenz von Porsche oder Ferrari ist das nicht viel. Da erscheint ein Produktionziel von 2000 produzierten Einheiten pro Jahr recht konservativ gerechnet.
(Text: Rainer Roßbach) Seite merken bei:
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