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Bolloré BlueCar: Runder Elektriker
04.08.2009
Der französische Mischkonzern Bolloré, normalerweise mit Papier und Erdöl beschäftigt, plant, zusammen mit Pininfarina ins Automobilgeschäft einzusteigen. Gebaut werden soll das so genannte BlueCar, ein 3,30 Meter langer Fünfsitzer, zeittypisch mit elektrischem Antrieb ausgestattet. Das 1,61 Meter hohe Gefährt mit den prägnanten Solarzellen auf dem Dach wird von beiden Partnern gemeinsam entwickelt. Der Antrieb kommt vom französischen Autozulieferer Matra, der mittlerweile zu Pininfarina gehört und früher als Entwickler und Produzent von Ikonen wie den Mittelmotorsportwagen LX, Bagheera und Murena sowie den ersten Renault-Espace-Baureihen in Erscheinung getreten ist. Beim BlueCar liefert Matra den Elektromotor. Das Aggregat stellt bei konstanter Geschwindigkeit eine Leistung von 30 Kilowatt bereit, das Maximum liegt bei 50 Kilowatt. Das klingt nicht nach viel, aber ein maximales Drehmoment von 170 Newtonmetern ist beachtlich und verspricht temperamentvolles Vorankommen. Die Lithium-Metall-Polymer-Batterien, bei der Bolloré-Tochter Batscap entwickelt, verfügt über ein Ladevolumen von 28 Kilowattstunden. Die Batterien nutzen neueste Techniken. So kommen keine Flüssigkeiten zum Einsatz und im Gegensatz zu Lithium-Ionen-Batterien besteht nicht die Gefahr der Selbstentzündung bei Temperaturen über 200 Grad Celsius. Die 240 Kilogramm schweren Akkus sind platzsparend im Boden untergebracht und liefern zwischen minus 20 Grad und plus 60 Grad die volle Leistung.
Zudem soll das BlueCar eine hohe Reichweite mit kurzer Aufladezeit kombinieren. Innerhalb von fünf Stunden lässt sich die kleine italienisch-französische Limousine an einer herkömmlichen Steckdose komplett wiederaufladen. Schon nach fünf Minuten Ladezeit soll genug Energie für eine Strecke von 25 Kilometern zur Verfügung stehen, während voll aufgeladen 250 Kilometer möglich sind. Innerhalb von fünf Sekunden beschleunigt der Bolloré, der auf eine Höchstgeschwindigkeit von 125 Stundenkilometern begrenzt ist, auf 50 km/h. Nicht nur der Antrieb ist fortschrittlich: Durch ein ausgeklügeltes Innenraumkonzept können bis zu fünf Personen Platz finden, von denen drei auf der vorderen Sitzbank Platz nehmen. Zudem bietet der Bolloré jede Menge Flexibilität: So können die beiden Rücksitze je nach Bedarf umgelegt, zur Seite geklappt oder gänzlich ausgebaut werden. Bis auf den Fahrerplatz können alle Sitze entfernt werden das ergibt ein Ladevolumen von 2,3 Kubikmeter. Gebaut wird das BlueCar beim Karosseriehersteller Cecomp in Turin, das Pininfarina-Tochterunternehmen MAE baut die Motoren ein. Einen Kaufpreis gibt es nicht, weil das Elektro-Auto für 500 Euro im Monat vermietet werden soll.
(Text: Rainer Roßbach) Seite merken bei:
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