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Fioravanti LF1: Softer Bolide
31.07.2009
Fioravanti hat ein wenig Orakel gespielt: Die Zukunft der Formel 1 hat es den Italienern angetan, und sie haben deshalb ein Konzept auf die Räder gestellt. Der LF1 sucht die Nähe zum Serienautomobilbau: Angesichts der ökonomischen Krise und dem Zwang zur Kostenreduktion orientieren sich die Designer an dem zukünftigen Regelwerk, das zur Zeit diskutiert wird. Bei einem Radstand von etwa 4,20 Metern, einer Breite von etwa zwei Metern und einem Meter Höhe entspricht das Konzept in etwa den Dimensionen heutiger Monocoques. Statt des von der FIA diskutierten Zweiliter-Turbos, der ab 2012 verwendet werden soll, rüstet Fioravanti aber noch weiter ab und verwendet einen aufgeladenen 1800 Kubikzentimeter-Vierzylinder, der durch ein Kers-System unterstützt wird. Da die Mechanik weniger Platz als in aktuellen Rennwagen benötigt, stellen sich die Entwickler vor, dass die Karosserie insgesamt auch flächiger und konzentrierter gestaltet werden könnte. So spannen sich beim LF1 zwischen Vorderräderm und dem Monocoque glatte Flächen auf, die Abtrieb erzeugen sollen. Statt des hochgesetzten Spoilers am Heck befindet sich nun ein entsprechendes Element zwischen den Hinterrädern. Ziel ist, den Motorsport durch verbesserte Überholmöglichkeiten attraktiver zu machen. Wie bei den Formel-1-Rennern von Anfang der Siebziger Jahre befindet sich vor den Vorderrädern ein blockhafter Windabweiser und auch die Hinterräder sind aerodynamisch verkleidet. Das erinnert an Pininfarinas Sigma Grand Prix-Wagen von 1969, der als Reaktion auf die vielen tödlichen Unfälle dieser Epoche entstanden war. Wo dieser eine Fülle von sicherheitstechnischen Entwicklungen angestoßen hat, bleibt der Fioravanti jedoch im Ungefähren. Man weiss nicht wirklich, was das soll. Zu glatt und zu brav in der Wirkung, lässt er alles vermissen, was die Formel 1 ausmacht. Dann ist doch ein Markenpokal mit Einheitschassis besser geeignet, um den Fahrerweltmeister kostengünstig zu ermitteln.
(Text: Rainer Roßbach)
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