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37. AvD-Oldtimer-Grand-Prix: Eifelwetter
11.08.2009
"Siehst Du die Burg nicht, ist schlechtes Wetter. Siehst Du sie, kommt schlechtes Wetter." Wie wahr dieser Spruch, auf Seite 27 des Programmhefts abgedruckt, ist, durften Teilnehmer und Besucher des 37. Oldtimer-Grand Prix am Nürburgring miterleben. Der Freitag glänzte mit Hochsommer-Temperaturen, Schatten und Speiseeis waren begehrt. Am Samstag dann: Nebel und glatte 10 Grad weniger. Die Sicht war so schlecht, dass die Trainingsläufe am Vormittag komplett ausfallen mussten und das Nachmittagsprogramm stark zusammengestrichen wurde. Um 13.30 Uhr gingen zunächst die Tourenwagen bis 1965 auf die Strecke. Das Rennen wurde aus Sicherheitsgründen mit Licht gefahren und hinter dem Safety Car gestartet, das nach dem Start noch für zwei Runden auf der Strecke blieb. Alfa Romeo GTA, BMW 1800 ti und Ford Mustang waren mit Fahrern wie Andrea de Adamich, Hubert Hahne und Roy Pierspoint die Hauptakteure der Tourenwagen-Europameisterschaft in den 1960er Jahren und stellen auch beim heutigen Rennen einen Großteil des Starterfeldes. Das Rennen gewann nach einer halben Stunde Tomas Gustavsson aus Schweden im Ford Mustang von 1965 vor Reinhold Gröpper ebenfalls im Ford Mustang von 1965. Dritter wurde mit wenigen Metern Rückstand der Österreicher Dieter Karl Anton im Alfa Romeo Giulia Sprint GTA von 1965.
Auch der erste Lauf des ORWELL SuperSports Cup, startete auf Grund des Nebels mit einer halben Stunde Verspätung und ohne Qualifikationstraining. Die Startaufstellung wurde von den Serienkoordinatoren festgelegt. Timo Scheibner konnte mit seinem Lola T222 von 1971 den von der Pole Position gestarteten Matteo Maria Tullio im March 707 schon früh überholen und gab die Führung bis ins Ziel nicht mehr ab. Hinter den Führenden lieferten sich Cosimo Turizio im Osella PA4 und Frank Bradley im March 717 ein rundenlanges Duell um Platz 3, das der Brite schließlich für sich entschied. Mit einem March 707 hat Helmut Kelleners am 18. Oktober 1970 den Rekord auf der alten Südschleife des Nürburgrings gebrochen. Er brauchte nur 2:38,6 Minuten, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 175,8 km/h entspricht. Der Rekord besteht bis heute, weil die Südschleife der Generalüberholung der Nordschleife im folgenden Jahr zum Opfer fiel. Das Chassis des Rekordwagens wird mit der Karosserie von 1971 von Drittplazierten Frank Bradley gefahren.
Erst der Sonntag brachte wieder den Sommer zurück. Von diesen Wetterlaunen liessen sich die erfahrenen Nurbürgring-Besucher allerdings weder die Laune verderben noch gar von einem Besuch abhalten - rund 62.000 wareb es auch in diesem Jahr wieder. Erst am Sonntag konnten die Gruppe-C-Autos zum Rennen antreten, der Nebel hatte am Samstag nur einige Demonstrationsrunden zugelassen. Einer der Stars dieses Rennens war der Sauber-Mercedes C9 des Australiers Rob Sherrard aus dem Jahr 1989. Mit diesem Sport-Prototyp kehrte Mercedes vor genau 20 Jahren mit der Fahrzeugfarbe Silber auf die internationale Motorsportbühne zurück. Sherrard gewann mit großem Vorsprung sein Rennen und begeisterte die Zuschauer am Nürburgring mit dem Auto, das Jean Louis Schlesser und Jochen Mass an gleicher Steller vor zwei Dekaden den Weltmeisterschaftslauf gewannen.
Das Rennen des Tages entschied der Brite Alan Baillie in einem Cooper T71/73-Climax für sich. Mit dem Auto aus Jahr 1964 gewann er den Lauf der historischen Formel-1-Wagen mit hauchdünnem Vorsprung vor Rod Jolley in einem Cooper-Climax aus dem Jahr 1958 und Peter Studer in seinem Lotus 32-Ford für sich. Jos Koster gewann den Lauf der älteren Grand-Prix-Wagen bis 1960. Wen der Motorsport nur am Rande interessierte, der wurde wieder bei den Markenclubs fündig. Allerdings haben die letzten Bauarbeiten rund um die Erlebniswelt und das Eifeldorf dafür gesorgt, dass nun alle Clubparkplätze nur über weite Fußmärsche zu erreichen sind. Letztlich führt das zu einer Zweiteilung der Veranstaltung: entweder Rennen schauen oder die Parkplätze nach spannenden alten Alltagsautos absuchen. Beides ist an einem Tag nicht zu schaffen - aber nachdem sich die Zahl der Hotelbetten deutlich vergrößert hat, kann man ja auch zwei oder drei Tage bleiben. Dann ist auch die Chance auf mindestens einen Sonnentag größer.
(Text: Dieter Roßbach )
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