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Aktualisiert am 31.12.2011
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50 Jahre Sicherheitsgurt: Volvo PV 544 mit Dreipunktgurt

14.08.2009

50 Jahre Dreipunktgurt
Anschnallen rettet Leben, aber das ist selbt nach 50 Jahren noch nicht bei jedem Autofahrer angekommen.
Doppelpfeil

Autofahren war in den Fünfziger Jahren eine gefährliche Angelegenheit. Obwohl der Fahrzeugbestand in Deutschland weniger als ein Drittel des heutigen betrug, und das Auto zudem deutlich seltener genutzt wurde, starben mehr als doppelt so viele Menschen pro Jahr wie heute. Das lag zum einen natürlich am Zustand des Straßennetzes und an der technischen Qualität der Fahrzeuge, die Scheibenbremse gab es nur für wenige teure Exoten, Diagonalreifen waren selbst bei Sportwagen noch Standard, und die Fahrwerksqualität weit weg von dem, was wir heute kennen. Vor allem aber lag es auch an der fehlenden Sicherheitsausstattung der Fahrzeuge. Die bei weitem erfolgreichste Neuerung für die Sicherheit der Fahrzeuginsassen wurde vor 50 Jahren zum ersten Mal in einem Serienfahrzeug ausgeliefert: Der Sicherheitsgurt, der Mensch und Fahrzeug verbindet und die Insassen im Fall eines Aufpralls wirkungsvoll zurückhält. Gleichzeitig sorgt der Gurt dafür, dass die Passagiere nicht durch den Innenraum oder aus dem Fahrzeug heraus geschleudert werden.

Die simplen Dinge sind oft die besten, heißt es. So entstand Ende der 1950-er Jahre der Dreipunkt-Sicherheitsgurt, dessen grundlegendes Design dank Volvo Ingenieur Nils Bohlin bis heute Bestand hat. Schon zuvor gab es verschiedene Gurtmodelle, und bereits in den 1930-er Jahren verlangten amerikanische Ärzte, dass Automobile mit einem Gurt ausgerütet werden sollten. Das zu jener Zeit am meisten verbreitete Modell war der Zweipunkt-Gurt, doch gab es bereits verschiedene Dreipunkt-Varianten. Das Problem war, dass diese die Insassen nicht gut genug schützten, und das galt insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten.

Der ehemalige Luftfahrtingenieur Nils Bohlin hatte, bevor er zu Volvo kam, unter anderem an der Entwicklung von Schleudersitzen gearbeitet. Und er wusste um die Kräfte, die bei jeglicher Art von Kollision auftreten können. Der Gurt musste die Kräfte an der richtigen Stelle absorbieren, und zwar am Becken und an der Brust, also dort, wo der Körper am stärksten ist. Gleichzeitig musste er einfach zu handhaben und zu verstellen sein. Die wichtigste Idee des Designs von Nils Bohlin war, dass sein System sowohl einen Beckengurt als auch einen diagonalen Körpergurt beinhaltete. Hinzu kam, dass die Gurte an niedrigen Verankerungspunkten neben dem Sitz befestigt waren, der untere Punkt der V-förmigen Geometrie auf den Boden wies, der Gurt seine Position beibehielt und sich auch unter Belastung nicht bewegte. Prinzipien, die bis heute unverändert gelten.

50 Jahre Dreipunktgurt
Der Volvo PV 544 war das erste Auto, das mit einem Dreipunktgurt ausgeliefert wurde.
Doppelpfeil

Auf dem skandinavischen Markt waren der Volvo PV544 und der Volvo Amazon (P120) die ersten Fahrzeuge, die mit dieser weltweit einzigartigen Innovation ausgestattet wurden. Volvo war gleichzeitig der erste Hersteller, der seine Fahrzeuge serienmäßig mit Dreipunkt-Sicherheitsgurten ausrüstete. Die Entwicklung erhielt ein so genanntes "offenes Patent", so dass jeder Interessent das Design nutzen konnte. Am 13. August 1959, einem Donnerstag, wurde bei einem Volvo Händler im schwedischen Kristianstad das weltweit erste Automobil mit serienmäßigem Dreipunkt-Sicherheitsgurt ausgeliefert - ein Volvo PV 544, auch Buckel Volvo genannt. In den darauf folgenden 50 Jahren hat der V-förmige Dreipunkt-Gurt mehr als einer Million Menschen das Leben gerettet. Heranziehen, einklicken, straffen: Eine simple Folge von Handbewegungen, und der Gurt ist angelegt. Und gleichzeitig sinkt damit das Risiko eines tödlichen Unfalls oder einer schweren Verletzung bei einem Zusammenstoß um mehr als 50 Prozent.

Zweifellos war der Dreipunkt-Gurt ein gewaltiger Schritt hin zu mehr automobiler Sicherheit, doch er erlebte nicht den sofortigen Durchbruch. Es dauerte einige Jahre, bevor die Mehrzahl der Kunden und die übrigen Automobilhersteller die Effektivität des Gurtes als Lebensretter erkannten. 1963 führte Volvo den Dreipunkt-Gurt in den USA und auf anderen Märkten ein. Zuvor hatte der schwedische Hersteller Schlitten- und Crash-Tests mit anderen Gurttypen durchgeführt. Die Ergebnisse waren eindeutig: Der Dreipunkt-Gurt von Volvo bot den Fahrzeug-Insassen den weitaus besten Schutz. Heute sind Automobile in aller Welt mit dem Dreipunkt-Gurt ausgestattet. Volvo führte dieses Gurtsystem als erster Hersteller weltweit serienmäßig auf den Frontsitzen ein und kombinierte es ab 1967 mit serienmäßigen Fondgurten.

Der Gebrauch des Sicherheitsgurts ist nach wie vor der wichtigste Faktor wenn es um die Insassensicherheit geht. Denn die Nutzung des Gurtes variiert in verschiedenen Teilen der Erde und Ländern sehr. Schätzungen gehen davon aus, dass allein in den USA eine Steigerung der Anschnallquote von einem Prozent pro Jahr 270 Leben rettet. Statistiken für Europa zeigen, dass weitere 7.000 Leben gerettet werden könnten, wenn jedes EU-Mitgliedsland die gleiche Anschnallquote hätte wie das diesbezüglich beste Land. Noch größer ist das Potenzial in Teilen Afrikas, Asiens und Südamerikas, wo die Zahl der Fahrzeuge rapide zunimmt, aber die Anschnallquote des Gurts niedrig ist.

(Text: dr, Volvo )
(Fotos: Volvo )

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