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1000 Km Nürburgring: Aston Martin dominiert in der Eifel
31.08.2009
Das ADAC-1000-Kilometer-Rennen auf dem Nürburgring, der vierte Lauf der Le-Mans-Series 2009, wurde eine sichere Beute von Aston Martin. Die drei Wagen des englischen Teams belegten nach 195 Runden die ersten drei Plätze. Stefan Mücke, Tomas Enge und Jan Charouz siegten vor Darren Turner/Harold Primat und Miguel Ramos/Stuart Hall/Chris Buncombe. Schon im Training dominierten die hellblau-orange lackierten Fahrzeuge und qualifizierten sich für die Startplätze eins, zwei und zehn. Ihr größter Konkurrent, der Pescarolo-Judd vom Team des mehrfachen Le-Mans-Siegers Henri Pescarolo ging vom vierten Startplatz ins Rennen, musste aber bereits nach 35 Runden aufgeben. So wurde das gesamte Rennen eine Demonstration der derzeitigen Überlegenheit der Aston Martin, die in ihrer Lackierung sehr an die Ära der Porsche 917 aus dem Rennstall von John Wyer erinnerten. 20000 Zuschauer erlebten bei herrlichstem Wetter ein Rennwochenende mit einem interessanten Rahmenprogramm. Insbesondere das Classic-Endurance-Rennen begeisterte mit einer Vielzahl historischer Rennsportwagen. Porsche, BMW, Ford, Chevron, Lola und zahlreiche andere Fabrikate drehten, zum Teil mit flammendem Auspuff, ihre Runden und brachten etwas der Faszination der Jahre herüber, in denen sie gebaut und eingesetzt worden waren. Das Rennen gewann Jean-Marc Luco in einem Porsche 936. Das Hauptrennen über 1000 Kilometer wurde in vier Klassen ausgetragen. Zur LMP 1 zählen Sportprototypen mit einem Mindestgewicht von 900 Kilogramm und 6.000 ccm Motoren sowie 4.000 ccm (Turbo) oder 5.500 ccm (Diesel).
Äußerlich ähnlich sehen die Fahrzeuge der LMP 2 aus. Hier handelt es sich um Sportprototypen mit 825 Kilogramm Mindestgewicht sowie 3.400 ccm Motoren (maximal 8 Zylinder) oder 2.000 ccm mit Single-Turbo (maximal 6 Zylinder). Die stark modifizierten Seriensportwagen mit einem Mindestgewicht von 1.125 bis 1.325 Kilogramm und 8.000 ccm Motoren bzw. 4.000 ccm Turbo-Aggregaten zählen zur GT 1-Klasse und die GT 2-Fahrzeuge sind leicht modifizierte Seriensportwagen mit einem Mindestgewicht von 1.125 bis 1.325 Kilogramm, die mit den gleichen Motoren wie die GT1-Klasse ausgerüstet sind. Pünktlich um 12:30 Uhr wurde das Feld auf die Reise geschickt, und sofort ging Stefan Mücke vor seinem Teamgefährten Darren Turner in Führung. Im Parallelflug drehten die beiden Lola-Aston Martin ihre Runden und wechselten ihre Positionen zunächst nur bei den fälligen Boxenstopps. Als mit dem Pescarolo von Jean-Christophe Boullion und Christophe Tinseau die bisherigen Tabellenführer der Meisterschaft mit Getriebeschaden ausfielen, war das Rennen frühzeitig zugunsten der Aston Martin-Mannschaft entschieden. Nur im letzten Renndrittel wurde es teamintern noch einmal spannend. Jan Charouz bekam Probleme mit den Bremsen, fabrizierte einen Dreher und verlor rund eine Minute, weil der Motor abgestorben war, und der Wagen nicht sofort wieder ansprang. Stefan Mücke startete in seinem letzten Turn eine tolle Aufholjagd und stellte den Gesamtsieg doch noch sicher. Der frühere DTM-Pilot hat nun alle Chancen, die Fahrerwertung der LMS 2009 für sich zu entscheiden.
In der Klasse LMP 2 gingen 13 Wagen an den Start. Als Favoriten galten spätestens nach ihrer Trainingsbestzeit Miguel Amamral und Olivier Pla auf einem Ginetta Zytek. Sie hatten im Ziel auch tatsächlich das bessere Ende für sich und gewannen mit zwei Runden Vorsprung vor Andrea Ceccato/Filippo Francioni/Giacomo Piccini auf einem Lola Judd. In der GT-1-Klasse siegte Roland Berville mit Sebastien Dumez und Laurent Groppi auf einem Saleen S7R während das Team Felbermayr mit Marc Lieb und Richard Lietz am Steuer eines Porsche 997 GT3 RSR die Klasse GT-2 für sich entschied. Der fünfte und letzte Lauf findet nun vom 11. bis 13. September im englischen Silverstone statt. Das ADAC-1000-Kilometer-Rennen, das nach längerer Pause seit 2004 wieder einen festen Platz im Rennprogramm des Nürburgrings hat, hätte noch mehr Zuschauer verdient gehabt. Zwar waren in diesem Jahr die Tribünen schon respektabel besetzt, aber gemessen an dem attraktiven Motorsport, der auf der Piste geboten wurde, hätte auch der letzte Tribünenplatz besetzt sein dürfen. Spektakuläre, schnelle Fahrzeuge und zahlreiche spannende Wettbewerbe sollten genügend Anziehungskraft bieten.
(Text: Michael Behrndt)
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