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Classic Gala: Auf Regen folgt Sonne
09.09.2009
Nach einjähriger Pause war Schloss Schwetzingen wieder Mittelpunkt der Classic Gala. Wer schon Freitag anreiste, wurde böse überrascht, Wolkenbrüche setzten den Schlossgarten unter Wasser. Am Samstagmorgen waren dann die Mikrofasertücher in den Drogerieketten der Umgebung ausverkauft, und man sah die Besitzer mit modernen Mitteln ihre alten Wagen für den Concours vorbereiten. Rund vierzig Teilnehmer hatten allerdings vorher den Wetterbericht gehört und reisten daher erst Samstagmorgen an, was zu einem regen Fahrbetrieb bei dem doch sonst eher statischen Ereignis führte. Direkt vor dem Schloss präsentierten sich sechs Bugattis, um den einhundertjährigen Geburtstag der Marke zu feiern. Auch beim zweiten Jubiläum galt Klasse statt Masse. 90 Jahre Zagato brachte neben bekannten Lancias, Abarths und Alfas auch ein ganz besonderes Fahrzeug in den Schlosspark: Der letzte Überlebende FIAT 1100 E Giardiniera Zagato, von dem 1951 13 Exemplare gebaut worden sein sollen, ragt aus der Reihe der Sportwagen der italienschen Marke deutlich hervor, denn er ist ein Kombi mit Hochdach.
100 Jahre Morgan boten da schon weniger Chancen für Überraschungen. Die Produktgeschichte der englischen Marke ist überschaubar und war daher auch recht vollständig vertreten, vom Dreirad bis zum Areomax-Coupé gab es alles zu sehen. Die 185 Autos, die Organisator Johannes Hübner dieses Jahr zum Schloss eingeladen hatte, konnte sich auch sonst sehen lassen. Fahrzeuge mit wunderschöner Patina standen neben perfekt restaurierten Exemplaren, Kutschenableger von 1898 neben kommenden Klassikern aus den späten Siebziger Jahren. Die weiteste Anreise hatte das skurrilste Auto, ein Mercedes 320 mit einem Pontonaufbau Wendler von 1940, dessen Front stark von Alfa inspiriert war. Sein Besitzer war auch Achse direkt von Lettland angereist. Ein Citroen SM im grüngelben Lack und gelber Innenausstattung, ein perfekter NSU Ro80, der Facel II des Shah von Persien, Pierce Arrow, Skoda 420 Monte Carlo, ein Armstong Siddley 5000 Streamline, Horch, Adler, Maybach, und Amerikaner von 1930 bis 1970, dieses breite Spektrum wurde vom Publikum gut angenommen, besonders am Sonntag füllte sich der Schlosspark schnell mit Besuchern.
Da es zudem einen Sonderwettbewerb um das beste zeitgenössische Auftreten gab, war auch das Publikum bunt und unterhaltsam gekleidet. Ganz im Verborgenen, im Südflügel des Schlosses, wurden in einer kleinen Kunstausstellung zudem Bilder gezeigt, die mehr Zuspruch verdient gehabt hätten. Aber sie litt unter dem einzigen Mangel der Veranstaltung: Informationen waren rar. An den Fahrzeugen beschränkten sich auch karge Tafeln, auf denen der Name und das Baujahr genannt wurden und einzelne, von den Teilnehmern selbst aufgestellte Beschreibungen ihrer Ausstellungsstücke. Best of Classic-Gala 2009 ging an den einzig verbliebenen Lux-Wagen des Jahres 1900, einen Mercedes 300a 1953 aus französischem Diplomatenbesitz und den Mercedes 320 mit Wendler Karosserie.
(Text: Dieter Roßbach )
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