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Mini Cooper S Cabriolet: Aufgewertet
10.02.2009
Das Mini Cabriolet der ersten Generation war ein großer Erfolg. In den letzten Jahren wurden rund 20 % aller gebauten Minis als offene Variante ausgeliefert, insgesamt wurden fast 150.000 Exemplare gebaut. Für die zweite Auflage sind die Zielvorgaben ähnlich hoch. Entsprechend vorsichtig ist man bei BMW an die Renovierung des kleinen offenen Viersitzers herangegangen. Wie bisher baut das Cabriolet auf die entsprechenden Varianten der geschlossenen Version auf, beim Verkaufsstart wird allerdings nur eine Teilmenge der möglichen Motorisierungen bestellbar sein, auf den Basismotor und den Diesel hat man bei BMW - vorerst - verzichtet. Auch wenn der erste Blick auf die Außenhaut kaum Neues entdecken lässt, sind die Eingriffe in die Karosserie groß. Die neue Motorenreihe, die sich der Mini mit Peugeot und Citroen teilt und erhöhte Anforderungen an den Unfallschutz erforderten eine höhere Motorhaube, das hat die Gürtellinie nach oben rücken lassen. Um die alte Silhouette zu erhalten, hat man die Fenster und A-Säulen etwas gekürzt. Wie bei einem Hot Rod ist das Ergebnis ansprechend: Der Mini wirkt bulliger und sportlicher.
Neben den technischen Änderungen hat man sich bei BMW der größten Kritikpunkte am alten Cabriolet angenommen und sie konsequent beseitigt: Die unförmigen Überrollbügel sind Geschichte. Statt zweier großer Chrombügel, die die Sicht nach hinten beeinträchtigten und das Heck optisch schwer machten, gibt es nun ein automatisch ausfahrendes Sicherheitssystem, das sich vollständig hinter den Kopfstützen der Rückbank versteckt, was der Optik und der Sicht nach hinten zugute kommt. Das System hat keine Nachteile auf die Variablilität des Kofferraums, die Durchlademöglichkeit bleibt erhalten. Die Sicht nach hinten ist nun also besser geworden – solange man offen fährt. Erzwingt die Witterung, dass man doch einmal das Dach schließt, verschmutzt die Heckscheibe in wenigen Minuten – und lässt sich nicht reinigen, da ein Cabrio-Dach nicht mit einem Heckscheibenwischer versehen werden kann. Damit ist Offenfahren der bevorzugte Zustand, und das kann der Mini ausgesprochen gut. Die steil stehende hohe Frontscheibe schränkt den Blick nach oben nicht ein und hält den Wind von den Insassen fern, mit hochgefahrenen Seitenscheiben sind selbst Minusgrade kein Grund, das Dach zu schließen, die Heizung und die sehr starke Sitzheizung sorgen für angenehme Temperaturen.
Auch sonst kann der Mini-Innenraum punkten. Umsteiger von der alten Version werden Bekanntes wiederfinden: der zentrale Tachometer in Größe einer Minipizza, die durch kleine Bügel separierten Schalter, den Materialmix der mal teuer, mal billig wirkt, das schnell öffnende Verdeck mit Schiebedach-Option. Durch einige konstruktive Änderungen legt sich das Dach nun allerdings nicht mehr als großer Rucksack auf das Heck sondern ist deutlich stärker im Wagenkörper abgelegt – und es kann nun auch während der Fahrt geöffnet werden, solange man nicht schneller als 30 km/h fährt. Das Hoffen auf eine ausreichend lange Rotphase an der Ampel entfällt also jetzt. Das nun auch die Scharniere der Heckklappe nach innen gewandert sind, rundet die Überarbeitung des Hecks ab. Der darunterliegende Gepäckraum ist so groß, wie man ihn im Stummelheck erwartet. Reisegepäck für vier Personen erfordert Verzicht, mehr als Zahnbürsten, Rasierer, ein paar T-Shirts und eine Ersatzjeans sollten es nicht sein. Aber da die hintere Sitzreihe ohnehin offen kein Vergügen und geschlossen nur Kindern zuzumuten ist, wird der Mini auf längeren Strecken meist als geräumiger Zweisitzer genutzt werden. Dann reicht der Platz aus. Die Technik wurde unverändert von der Limousine übernommen und hat auch mit dem rund 100kg schwereren Cabriolet keine Probleme. Der Mini hängt perfekt am Gas, lenkt gierig ein und schaltet präzise. Die offene Variante bietet aber noch ein ganz besonderes Vergnügen: Das breite Repertoire des Sounds wird durch nichts gefiltert; der Vierzylinder röhrt in den verschiedensten Tonlagen, und bei Gaswegnehmen bollert er markant. Da er aber gleichzeitig den aktuellen Geräuschvorschriften genügt, ist das Vergnügen auch auf Dauer zu ertragen. Die Überarbeitung des Mini Cooper S ist gelungen, die Fahrleistungen und Verbrauchswerte sehen auf dem Papier gut aus, die Grundausstattung ist ausreichend, aber der Mini ist immer noch ein Hochpreis-Auto. Aber das wird dem Erfolg auch in schwierigen Zeiten nicht entgegenstehen.
(Text: Dieter Roßbach )
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