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Aktualisiert am 31.12.2011
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Alfa Romeo Brera 1.8 TBi: Kunst aus Mailand

24.05.2009

Alfa Romeo Brera
Scharf: Das Raubvogelgesicht des Brera ist Vorlage für alle 159er-Ableger.
Doppelpfeil

Der Brera ist eine Skulptur, ein wahrer Klassiker von Morgen. Vom italienischen Star-Couturier Giugaro stammt die Form, ursprünglich eine Studie aus dem Jahr 2002, und ihm ist es gelungen, das Traumgebilde in ein stimmiges Serienfahrzeug zu verwandeln. Benannt nach dem Mailänder Museum im barocken Palazzo Brera ist der 2+2 seit 2005 beim italienischen Traditionshersteller im Programm und hat mit seinem Gesicht der Marke den Stempel aufgedrückt. Die V-förmig konturierte Motorhaube mit den schlitzförmigen Scheinwerfern ist Vorbild für die ganze 159er-Familie, die rassige Seitenlinie und die prägnante Bootsform des bulligen Hecks machen den Brera zum Individuum.

Nun ist es Zeit für ein Update. Vor allem die Motoren wurden zukunftsfähig gemacht. Besonders viel Arbeit wurde in den 1.8-Liter-Turbo-Benziner gesteckt, der sowohl in der Leistung wie auch im Umweltverhalten überzeugt. Das mit 1742 Kubikzentimeter Hubraum recht kleine Aggregat kommt künftig auch im Alfa 159, dem Sportwagon und dem Spider zum Einsatz. Der 1.8 TBi 16V mit Turboaufladung und Direkteinspritzung leistet 200 PS, erfüllt die Euro-5-Norm und verbraucht nur 8,1 Liter Benzin im Mittel. Dabei leistet der Turbo beeindruckende 114,8 PS pro Liter Hubraum, und das bei einem Schadstoffausstoss von nur 189 Gramm CO2 auf den Kilometer.

Alfa Romeo Brera
Bullig: Die um fünfzehn Zentimeter gekürzte Bodengruppe des 159ers trägt einen kompakt-aggressiven Coupé-Aufbau.
Doppelpfeil

Gewonnen hat auch der Fahrspass: Das maximale Drehmoment von 320 Nm liegt schon bei 1400 U/min an und flacht erst nach 4000 Umdrehungen ab. Turbinenartiger Schub und hohe Elastizität sind das Ergebnis. Im sechsten Gang beschleunigt der rassige 2+2 von 70 auf 120 Stundenkilometer in nur elf Sekunden.

Aus dem Stillstand erreicht der Brera in 7,7 Sekunden die 100-Stundenkilometer-Marke und der Vorwärtsdrang endet erst bei 235 km/h. Das der Direkteinspritzer mit Turboaufladung seine Leistung so gut umsetzen kann, liegt auch am gut abgestimmten Sechsganggetriebe mit den kurzen Schaltwegen. Trotz Frontantrieb ist von störenden Traktionseinflüsse nicht zu spüren – dass gut abgestimmte und agil wirkende Fahrwerk ist straff und taugt für hohe Kurvengeschwindigkeiten. Die Lenkung ist feinfülig und direkt. Die Bremsen – die vorderen Scheiben haben das Format 330 x 28 Millimeter, die hinteren sind 292 x 22 Millimeter groß – packen spontan und mit guter Wirkung zu.

Der Brera lässt sich flüssig und leistungsbetont bewegen. Gerade auf Landstrassen geht es auf 225/50er-Sohlen wie am Gummiband gezogen durch die Kurven, das 1500 Kilogramm schwere Coupé macht einfach Spaß und wenn es darauf ankommt, reagiert der Brera sensibel auf die Zügel.

Alfa Romeo Brera
Zitat: Das Ende läuft spitz aus. Assoziationen ans Bootsheck der 1920er Jahre sind durchaus gewollt.
Doppelpfeil

Aber nicht nur die Mechanik ist wichtig für den dynamischen "Flow", auch der Fahrer muss sich wohlfühlen. Hier hat der Alfa einiges zu bieten: Das recht groß geratene Cockpit neigt sich in alter BMW-Manier dem Fahrer zu. Das Lederlenkrad mit dem dicken Kranz liegt gut zur Hand, im zentralen Blickfeld liegen elegant gestaltete Anzeigen für Drehzahl und Geschwindigkeit. Auf der rechten Seite befinden sich neben der Klimakontrolle und der Navigation Zusatzuhren mit Informationen zum Tankinhalt, dem Ladedruck sowie der Kühlertemperatur. Die Schaltung ist knackig und die schmalen Sportsitze bieten einen guten Seitenhalt, wenngleich die Seitenwülste etwas gegen die Oberschenkel drücken. Durch die vielfältigen Verstellmöglichkeiten findet der Fahrer immer eine Position, die ihn optimal ins Geschehen einbindet und mit dem italienischen Coupé zur Einheit werden lässt.

Reisen kann man auch. 70 Liter fasst der Tank – das reicht für lange Etappen – und es gibt ausreichend Platz fürs Gepäck. Die hinteren Sitze können asymetrisch umgelegt werden und eröffnen einen Laderaum von maximal 610 Liter Größe. Das sollte auch für lange Touren genügen. Klar ist, dass bei einem lupenreinen 2+2 die hinteren Sitze nicht für Erwachsene taugen. Selbst wenn Kinder Platz nehmen müssen die vorderen Sitze deutlich nach vorne gerückt werden. Aber niemand erwartet vom Brera, dass er als Familienfahrzeug taugt. Gedacht ist er als persönlicher Ausdruck von Stil und Eleganz, und diese Aufgabe erfüllt er mit Bravour. Zum Einstandspreis von 31.950 Euro erhält man ein Coupé, dass an beste italienische Traditionen anknüpft.

(Text: Rainer Roßbach)
(Fotos: Rainer Roßbach)

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