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Toyota iQ 1.0 VVT-i Multidrive: Bento für Vier
29.08.2009
Der Markt für kleine Fahrzeuge wächst, und er wird breiter. Heute lassen sich in dieser Klasse nicht nur einfach ausgestattete Billigfahrzeuge verkaufen, auch für Autos in höheren Preisregionen ist reichlich Platz, solange sich der Fahrer mit ihnen "gut angezogen" fühlt. Ein Alleinstellungsmerkmal hilft dabei besonders. Toyotas iQ folgt genau diesem Schema. Obwohl das kürzeste Auto im Angebot des japanischen Herstellers, wird der Dreimeter-Wagen deutlich teurer angeboten als etwa der fünftürige Aygo - Premium statt Platz. Das Alleinstellungsmerkmal des kleinen Toyota sind die vier Sitzplätze, die den iQ vom Smart absetzen.
Dass man bei Toyota den Smart zwar durchaus im Blick hatte, sich aber beim Entwurf des Pakets in eine ganz andere Richtung bewegte, zeigt sich schon, wenn man beide Fahrzeuge nebeneinander parkt: Der iQ wirkt deutlich erwachsener. Während der Smart sehr hochbeinig da steht, präsentiert sich der Toyota in der Frontansicht als vollwertiges Auto. Immerhin ist er fast so breit wie ein Mittelklasse-Auto. Auch der sehr lange Radstand und die breite Spur lassen den iQ deutlich stämmiger wirken. Der Einstieg durch die breiten Türen ist bequem, der Platz auf den Vordersitzen hervorragend. Und ja, er hat vier Sitzplätze. Sie nutzen zu wollen, ist allerdings an einige Bedingungen geknüpft: Auf den Transport von Gepäck jeder Art, das über die Größe eines Kulturbeutels hinausgeht, muss verzichtet werden. Soll der Platz hinter dem Fahrer genutzt werden, darf dieser nicht viel größer als 1,60m sein, und selbst dann ist der Sitz in der zweiten Reihe schon für größere Kinder eine Zumutung. Durch das asymmetrische Armaturenbrett lässt sich der Beifahrersitz allerdings recht weit nach vorne schieben, dann reicht der Platz dahinter zur Not sogar für einen Erwachsenen - auf Kurzstrecken. Mehr als ein Marketing-Gag und ein Notbehelf sind die vier Sitzplätze also nicht, für einen Erwachsenen und zwei Kinder auf dem Weg zum Sportplatz passt das Raumkonzept dagegen ganz gut, der iQ ist also ein intelligenter 3+1.
Der Innenraum ist recht wohnlich geraten, man sieht dem iQ sofort an, dass er in einer höheren Liga spielen soll. Das kein echtes Premiumgefühl aufkommt, liegt an kleinen Details, die das Bild stören. So ist der Materialmix zu breit gestreut, und die Instrumentierung zwar sehr witzig, aber auch extrem sparsam. Besonders lästig ist die sensible Belegungserkennung, schon eine volle Handtasche läßt die Elektronik einen Beifahrer vermuten und startet eine aufdringliche akustische Aufforderung zum Anschallen, die man nur abschalten kann, indem man ihr nachkommt. Der kleine Motor ist in der Kombination mit dem CVT-Getriebe schnell überfordert. In der Stadt kann man gut im Verkehr mitschwimmen, aber schon der Versuch, auf der Landstraße an das Geschwindigkeitslimit zu beschleunigen, lässt den Motor laut werden, ohne dass es voran ginge. Der Vortrieb verbessert sich etwas, wenn das Getriebe in den Sportmodus umgeschaltet wird, aber dann geht der Verbrauch deutlich in die Höhe, bei einem Tankvolumen von nur 32 Litern auch keine Alternative. Auf der Autobahn ist vorausschauendes Fahren gefordert, und selbst dann hat man Mühe, eine passende Lücke zum Überholen zu finden. Der kleine Toyota ist also mit der Basismotorisierung ein Stadtauto, und da kann der iQ seine besonderen Stärken gut ausspielen. Mit dem Multitronic-Getriebe ist die Bedienung denkbar einfach und der kurze Radstand sorgt, trotz Frontantrieb, für einen extrem kleinen Wendekreis von 7,8 m. Fazit: Für ernsthafte Transportaufgaben ist der nun auch angebotene große Motor unbedingt erforderlich, und eine zusätzliche Ausstattungslinie mit viel Leder und Holz würde dem Premiumanspruch besser gerecht. So etwas bietet in Zukunft Aston Martin auf Basis des iQ an, allerdings nur für Besitzer eines Sportwagens dieser Marke.
(Text: Dieter Roßbach )
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