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Suzuki Alto Automatik: besser manuell
31.12.2009
Er war einer der Stars der Abwrackprämie, aber auch nach dem Ende der staatlichen Verkaufsförderung bleibt der Suzuki Alto ein interessantes Angebot in der Klasse der 10.000-Euro-Autos. Die Außenlänge von 3600mm positionieren den in Indien gebauten Fünftürer deutlich unter seine Geschwister Splash und Swift, aber der Radstand von 2360mm sorgt für überraschend viel Platz im Passagierabteil - immerhin gilt der Alto in Indien als vollwertiges Familienauto. Besonders auf den Vordersitzen fühlen sich Erwachsene recht wohl. Die Sitze sind denen des SX4 und Swift ähnlich und in den besseren Ausstattungsvarianten auch in der Höhe verstellbar. Hinten sollte man nicht allzu groß sein, für Kinder reicht es aber allemal, da stören auch die niedrigen Sitzlehnen und Kopfstützen nicht. 129l fasst das Heck des Alto, bei umgelegter Rückbank sind es 740 Liter. Kleinteile finden Platz in den Ablagen im Innenraum.
Die Einrichtung ist einfach gehalten: preiswerter Kunststoff, minimale Instrumentierung, nur die nötigsten Sicherheitsfeatures. Immerhin gibt es vorne elektrische Fensterheber und der Tachometer erinnert etwas an die Motorradlinie des japanischen Herstellers. Mehr Komfort kann man in 1000-Euro-Schritten zukaufen: die Club-Variante hat ESP, Klimaanlage und Kopf-Airbags, die Comfort-Variante zudem noch einen Drehzahlmesser, ein Radio und Leichtmetallräder. Bis auf das fehlende ESP ist aber schon die Basis-Ausführung ein durchaus vollwertiges Auto und die Verarbeitung ist besser, als man das von einem in Indien gefertigten Auto erwarten würde, die Fabrik in Manesar ist auf Augenhöhe mit der Konkurrenz.
Technik-Freaks und Leistungsfetischisten sind nicht die Zielgruppe des kleinen Suzukis, der schon aus dem Splash bekannte Dreizylinder-Motor mit 50kW/68 PS und 90 Nm Drehmoment ist die einzig verfügbare Motorisierung. Für die knapp 900kg Leergewicht des Autos reicht das gerade so aus. Immerhin, im Stadtverkehr läßt sich gut mithalten und auch gelegentliche Ausflüge aufs Land werden nicht zur Qual - so lange man auf das optionale Automatikgetriebe verzichtet. Wo andere Kleinwagen-Hersteller inzwischen auf effiziente automatisierte Schaltgetriebe setzen, baut Suzuki ein echtes Wandlergetriebe ein. Der theoretische Konfortgewinn fällt der Motorcharakteristik zum Opfer. Um einigermaßen von der Stelle zu kommen, wird die kleine Maschine immer wieder bis an den Drehzahlbegrenzer ausgedreht, was mit einem stark anschwellenden Lärmpegel, rauhem Motorlauf und mäßigem Geschwindigkeitszuwachs verbunden ist. Fast 18 Sekunden dauert es, bis aus dem Stand 100km/h erreicht sind, die Höchstgeschwindigkeit von 152 km/h wird erst nach gefühlten Minuten erreicht. Das manuelle Schaltgetriebe ist klar die bessere Wahl. Nicht zuletzt, da das Fahrwerk mit seinem langen Radstand im Klassenvergleich brauchbaren Federungskomfort. Die straffe Federung sorgt zudem für ein klar definiertes Fahrverhalten, wobei der Suzuki sehr defensiv ausgelegt ist, deutliches Untersteuern und ein frühzeitiger ESP-Eingriff halten den Alto von jedem kritischen Grenzbereich fern. Auch die Lenkung trägt mehr dem indischen Dahinrollen als einem europäisch-sportlichen Fahrstil Rechnung. Der Suzuki Alto ist kleines Stadtauto eine preiswerte Alternative zu Getz, Aygo, Citroen C1 und Peugeot Aygo - solange man ihn mit manuellem Getriebe ordert.
(Text: Dieter Roßbach )
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