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Mini Beachcomber Concept: Zu schön fürs Leben 14.01.2010
1964, fünf Jahre nach der Markteinführung des Ur-Mini, präsentierte dessen Erfinder Alec Issigonis eine total gestrippte Version des kleinen Engländers. Der Mini Moke, eigentlich nur eine Bodenwanne mit Motorhaube und Windschutzscheibe, konnte bei Bedarf mit einem luftigen Verdeck überspannt werden. Immerhin rund 14.500 Exemplare des Moke entstanden bis 1968 in Großbritannien, Australien und Portugal. Dieses Schicksal wird dem Mini Beachcomber Concept erspart bleiben: Bei aller beschworenen Gemeinsamkeit mit dem Urahn bleibt es wohl ein Einzelstück. Es ist eben nicht der Mini Moke des 20. Jahrhunderts, sondern ein Spielstück fürs Design, das wohl nie den Weg in die Serie finden wird. Schade, denn der hochgelegte und gestrippte Mini hat seinen Reiz. Auch wenn der Beachcomber das Prinzip des Mini Moke gerade nicht in das 21. Jahrhundert projiziert - dazu ist er zu groß, zu wenig puristisch und nicht offen genug ist er doch ein attraktiv gestaltetes Freizeitmobil. Mehr Geländewagen als Strandfahrzeug, bietet er vier vollwertige Sitzplätze, einen variabel nutzbaren Innenraum sowie Allradantrieb für den Betrieb abseits fester Straßen.
Mit einer Außenlänge von rund vier Metern bietet der Offroader ein vielseitig nutzbares Interieur und Kontakt mit Sonne und Wind. Lange Federwege und groß dimensionierte Leichtmetallräder sorgen für eine Höherlegung des Fahrzeugs. Dass dennoch ein bequemer Zustieg zu den vorderen und den hinteren Sitzplätzen möglich ist, ist dem Verzicht auf Türen und den nicht zu hohen Flanken zu verdanken. Gleichfalls ist er sicher: Die Karosseriestruktur baut die Aufprallenergie im Falle eines Unfalls konsequent ab, und der Überrollschutz orientiert sich am höchsten Sicherheitsstandard für offene Fahrzeuge. Diesen gewährleistet insbesondere der Bügel der D-Säule mit dem integrierten Querträger am Heck. Dieses Schutzelement aus besonders festem Stahl ist in Fahrzeugfarbe lackiert und konstruiert, um maximale Steifigkeit bei optimiertem Gewicht zu ermöglichen. Die Einzelsitze im Fond sind in Längsrichtung verschiebbar, und die Lehnen können vollständig umgeklappt werden. Somit lassen sich sperrige Sportgeräte wie Mountainbikes oder Surfboards gut verstauen. Statt eines Ersatzrades befindet sich auf der Heckür ein zusätzlicher Staukoffer.
Für schlechtes Wetter gib es einen Regenüberzieher. Dieses komplett von der Karosserie lösbare und kompakt verstaubare Textilverdeck wird bei Bedarf mit wenigen Handgriffen über das Fahrzeug gespannt und anschließend am vorderen Windlauf, am Heckabschluss sowie an den seitlichen Einstiegsöffnungen festgemacht. Das aus einer extrem leichten und zugleich äußerst robusten Spezialfaser gefertigte Verdeck verfügt an den Seiten und am Heck über transparente Kunststoffeinsätze, die als Fensterflächen dienen. Die vier Einstiegsbereiche und die Hecktür können auch bei aufgespanntem Verdeck leicht geöffnet und anschließend wieder dicht geschlossen werden. Besonderer Effekt im Innenraum ist eine Befestigungsschiene, die von der Armaturentafel bis in den Gepäckraum des Fahrzeugs reicht. Ein spezielles Arretiersystem ermöglicht es, diese "Center Rail" genannte und mit einem integrierten Kabelkanal ausgerüstete Schiene individuell zu bestücken - etwa mit MP3-Player, Armauflagen für die vorderen und hinteren Sitzplätze, Aufbewahrungsboxen, Ablagen, zusätzlichen Lichtquellen, einer Kühlbox, einem Laptop oder einem GPS-Tracker. Das alles ist kreativ und lebendig ausgedacht: Das Mini Beachcomber Concept demonstriert, wie originell heutzutage Fahrzeugkonzepte sein könnten. Schade, dass dieses schöne und vielseitige Auto schnell wieder in der Versenkung verschwinden wird. (Text: Rainer Roßbach)
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