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Topmobiel Maastricht: Holland macht Spass 20.01.2010
Die 2010er Ausgabe der Interclassics & Topmobiel rollte Alfa Romeo den roten Teppich aus. Zum 100-jährigen Geburtstag der Mailänder standen nicht weniger als 70 der norditalienischen Fahrzeuge in den Hallen des Maastrichter Messe-und Kongress-Centrums. Und der rote Teppich war wörtlich gemeint: Quer durch die Haupthalle zog sich 300 Meter lang rote Auslegware, auf der alles Platz hatte, was rot (manchmal auch andersfarbig) und berühmt ist. So etwa der RL Targa Florio von 1923, ein PS Gran Premio von 1924, der Tipo B P3 Gran Premio von 1932 oder aber ein 6C 1750 Gran Sport von 1930 mit einer wundervollen Castagna-Karosserie. Aus der Zeit direkt nach dem Zeiten Weltkrieg stammt die legendäre Alfetta, die die erste Formel-1-Weltmeisterschaft gewann oder der sagenhaft schöne Disco Volante-Spider von 1952. Und auch 1900, 2600, Giulietta, Giulia, SZ, Spider, Alfasud und Alfa Sei sowie die allermeisten Baureihen, die in den letzten Dekaden vom Band rollten, waren Teil der illustren Ausstellung.
Aber auch eine Vielzahl gewagt geformter amerikanischer "Gasoline-Guzzler" präsentierte sich in Spitzenform: Packard, Hudson und Chysler 300 aus den 1950ern, Chevrolet Camaro, Pontiac GTO und andere legendäre Pony Cars aus den Sechzigern gaben Zeugnis vom goldenen Zeitalter amerikanischer Automobilkultur. Durchweg alle ausgestellten Fahrzeuge, besonders ein perfekter dunkel-orange-metallic lackierter 1968er Dodge Charger, befanden sich im bestmöglichem Zustand. Allerdings waren die Preise entsprechend. Autos für weniger als 30.000 Euro waren die Ausnahme. Holland liebt französische Klassiker - mag sein wegen des nach Frankreich ausgewanderten Landsmanns André Citroën. Neben diversen 2 CV, Mehari, SM und DS war auch seltenes von anderen französischen Traditionsmarken zu sehen: Viele schöne Bugattis, zwei Simca 8 Sport Coupé und Cabriolet aus den frühen Fünfzigern oder der immer noch unglaublich schöne, von Bertone gezeichnete Simca-Heckmotorsportwagen 1200 S aus den späten Sechzigern.
Dazu noch die entspannten, extravaganten Peugeot-Limousinen und Cabriolets 204, 304 und 504. Diese blieben bezahlbar: 8000 Euro für einen wirklich guten 304 Break in einem schönen Goldmetallic kann man sich auch mit einem kleinen Budget leisten. Für das gleiche Geld hätte man auch einen wundervollen BMW 525 (E28), gleichfalls in Gold und mit Lederausstattung, mitnehmen können. Für Liebhaber des lauten Auftritts wäre es zu einem ähnlichen Preis ein Ford Capri in Orange und mit Dreiliter-V6 gewesen. Als Ergänzung zu den klassischen Automobilen gab es noch einen kleinen, feinen Markt für alte und neue Teile, Modellautos, Kleidung, Accessoires, Bücher, Zeitschriften und vieles mehr. Ein Glanzlicht setzen die Stände der Oldtimer-Clubs, die ihre ganz persönlichen Favoriten mit Stil und Charme präsentieren. Der Weg nach Südholland lohnt: Die Messe ist groß genug, um spannende Stunden zu bieten, andererseits aber so kompakt, dass man die Ausstellung vergnüglich und stressfrei genießen kann. Beste Voraussetzungen also für einen perfekten Tag.
(Text: Rainer Roßbach)
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