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Porsche 918 Spyder: Reine Leistung 03.03.2010
Die Nummer 918 setzt Emotionen frei: Erinnerungen an die legendären Rennwagen 908 und 917 werden wach. Dabei ist der neue Porsche-Hybridsportwagen so ganz anders - nicht in der Leistung, sondern vom Antrieb. Der Prototyp kombiniert Rennsport-Hightech und Elektromobilität in einem neuartigen Paket: Einerseits emittiert er nur 70 Gramm CO2 pro Kilometer bei drei Litern Verbrauch auf 100 Kilometer, andererseits absolviert er eine Beschleunigung von knapp unter 3,2 Sekunden von null auf 100 Stundenkilometer, läuft über 320 km/h und erzielt auf der Nordschleife des Nürburgrings eine Rundenzeit von weniger als 7:30 Minuten. Das technische Layout, welches diese überraschenden Werte ermöglicht, besteht aus einem Hochdrehzahl-V8 mit mehr als 500 PS und einer maximalen Drehzahl von 9200 U/min sowie Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse, die insgesamt 218 PS leisten. Der als Mittelmotor eingebaute Achtzylinder ist eine Weiterentwicklung des 3,4-Liter aus dem RS Spyder. Als Kraftübertragung dient ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe - eine Porsche-Eigenentwicklung über das auch die Kraft des elektrischen Antriebs zur Hinterachse geleitet wird. Der vordere Elektroantrieb ist mit den Rädern über eine feste Übersetzung verbunden. Die elektrische Energie wird in einer flüssigkeitsgekühlten Lithium-Ionen-Batterie hinter der Fahrgastzelle gespeichert. Der Plug-in-Hybrid wird am Stromnetz aufgeladen und die Bremsenergie wird auch in elektrische Energie umgewandelt. Damit steht zusätzliche Kraft für Beschleunigungsvorgänge zur Verfügung.
Ein Stellknopf am Lenkrad bietet dem Fahrer vier unterschiedliche Betriebsarten an: Der Modus „E-Drive“ erlaubt rein elektrisches Fahren mit einer Reichweite von bis zu 25 Kilometern. Im „Hybrid“-Modus nutzt der Spyder sowohl die Elektromaschinen als auch den Verbrennungsmotor, wobei der Einsatz der einzelnen Antriebskomponenten der jeweiligen Fahrsituation entspricht und von verbrauchs- bis leistungsorientiert reichen kann. Der „Sport Hybrid“-Modus nutzt gleichfalls beide Antriebssysteme, jedoch geht die volle Kraft auf die Hinterachse. Der „Race Hybrid“-Modus dagegen treibt den Abruf der Systemleistung auf die Spitze: die Antriebssysteme werden auf den fahrdynamisch höchsten Anspruch ausgerichtet und operieren an ihren Leistungsgrenzen. Bei genügendem Ladungszustand erlaubt ein so genannter "Push-to-Pass"-Knopf den Abruf elektrischer Zusatzleistung etwa zum Überholen oder für noch mehr Kraft. Damit liegt der 918 Spyder auf dem Leistungsniveau von Rennwagen Zeiten von unter 7:30 Minuten auf der Nordschleife des Nürburgrings sind so möglich oder aber ökologische 70 Gramm CO2 pro Kilometer. Eine große Tradition bei Porsche hat der Leichtbau: Das Monocoque des 918 besteht aus kohlefaserverstärktem Kunststoff, Magnesium sowie Aluminium und wiegt unter 1490 Kilogramm - bei gleichzeitig hoher Verwindungssteifigkeit. Das Design ist porschetypisch: Rennwagen-typischen Proportionen, variable aerodynamische Hilfen im Heck sowie prägnante Hutzen als Verlängerungen der Kopfstützen finden sich hier und zu allen Zeiten im Zuffenhauser Formenkanon.
Sportschalensitze nehmen Pilot und Beifahrer auf, und das Cockpit, in seinem Mix aus Funktionalität und zukunftsgerichteter Hightech-Bedienung, gibt einen Ausblick auf künftige Fahrer-Maschinen-Schnittstellen. Drei freistehende Rundinstrumente für Geschwindigkeit, Drehzahl und Energiemanagement scheinen von den 1960ern inspiriert und diese waren - zumal bei den Rennsportwagen dieser goldenen Jahre - bedingungslos auf den Fahrer orientiert. Aber auch zeitgenössisches kommt zum Einsatz. Die ansteigende Mittelkonsole des Hybrid-Spyders trägt eine berührungsempfindliche Oberfläche für die intuitive Bedienung von Fahrzeug-Funktionen, fahrrelevante Bedienungen sind auf dem Dreispeichenlenkrad konzentriert. Fahrsystem-Variablen werden durch einen so genannten Map-Schalter ergänzt, der die unterschiedlichen Fahrprogramme abrufen kann und dazu noch als „Push-to-Pass“-Knopf für den Einsatz zusätzlicher elektrischer Energie beispielsweise bei Überholmanövern dient. Die Beleuchtung der Instrumente wechselt von Grün für verbrauchsorientiertes Fahren nach Rot bei vollem Leistungseinsatz. Daneben gib es Assistenzsysteme wie den Reichweitenmanager, der eine Karte des Navigationssystems mit der Anzeige der Restreichweite zeigt. Und in Umweltzonen gibt er an, ob mit rein elektrischen Antrieb ein Ziel in der Zone erreicht wird. Damit ist es möglich, individuelle Fahr- und Lade- beziehungsweise Tankstrategien zu wählen.
(Text: Rainer Roßbach)
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