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Lexus CT 200h: Premium-Hybrid für's C-Segment
10.03.2010
Lexus hat Courage. Während VW oder Ford ihre Position in der wichtigen Kompaktklasse mit braven Belanglosigkeiten á la Golf oder neuem Focus verteidigen, bringen die Japaner mit dem CT 200h einen Herausforderer auf den Markt, der vieles anders macht, als im C-Segment üblich. Schon auf der IAA 2009 hatte man mit der Studie LF-Ch den Schleier über Lexus' Kompakten ein wenig gelüftet, in Genf nun wurde das Tuch ganz entfernt, und das Ergebnis sieht gut aus. Auf der Drehscheibe stand ein Auto, das deutlich eigenständiger aussieht als die Konkurrenz und natürlich einen Hybridantrieb hat. Das hat damit zu tun, dass man als Außenseiter startet und zudem nicht der Billigste sein wird. Schön ist jedoch, dass es nun in dieser wichtigen Klasse ein Angebot jenseits des etablierten Einerleis gibt. Was die japanischen Designer ins Blech geprägt haben, ist eine sehr flüssig gehaltene, geschwungene Silhouette, die Dynamik verrät. Der scharfkantige Bug ist komplex und abwechslungsreich. Eine Chromleiste in Pfeiloptik etwa umfasst den Kühlergrill von oben, links und rechts des unteren Lufteinlasses liegen Zusatzscheinwerfer in aufwändig geformten Nischen, die schmal gezogenen Hauptscheinwerfer - erstmals im C-Segment mit LED-Abblendlicht tragen an ihrer unteren Kante ein dünnes, scharf geschnittenes Tagfahrlicht. Über das lange coupéhafte Dach und die geschwungene Seitenlinie endet die Form des Viertürers in einer leicht über die seitlich herumgezogene Heckscheibe hinausragenden Dachabrisskante, die das dritte Bremslicht aufnimmt. Kraftvoll gezeichnete geometrische Heckleuchten schließen die Form ab. Aber es bleibt nicht nur beim Design: Selbst die Unterseite der Karosserie unterzogen die Aerodynamiker einer intensiven Optimierung.
Trotz der zusätzlichen Hybridtechnik, die im Unterboden montiert ist, müssen keine Kompromisse beim Innenraum gemacht werden. Der lange Radstand von 2600 Millimetern bietet einen gleich geräumigen Innenraum wie die Wettbewerber. Der Gepäckraum hat eine Kapazität von 345 Litern, die sich bei vorgeklapptem Rücksitz und Beladung bis zur Fensterunterkante auf 700 Liter vergrößert. Der Innenraum trägt mit Oberflächen in poliertem Metall und Leder dem Premium-Anspruch des kompakten Lexus Rechnung. Die asymmetrische Armaturentafel ist dem Fahrersitz zugewandt, das Cockpit in einen hoch angeordneten Informationsbereich und eine darunter platzierte Bedienebene gegliedert. Im oberen Bereich findet sich beispielsweise ein acht Zoll großes LCD-Display, im unteren Bedienbereich der Wählhebel und zahlreiche Bedienelemente wie etwa das „Remote Touch“ Bedienelement. Damit hat man Zugriff auf die Audio- und Navigationsfunktionen sowie weitere Einstellungen nach dem Prinzip einer Computermaus. Der sportliche Fahrersitz bietet eine tiefe Sitzposition. Ein Sportlenkrad sowie ein klassisch gehaltenes Kombi-Instrument runden das Erscheinungsbild ab. Im „Sport“-Modus arbeitet die Hybridanzeige als Drehzahlmesser, die Hintergrundbeleuchtung wird dann von Blau auf Rot umgeschaltet.
Der CT 200h kann sowohl rein elektrisch als auch im Benzinbetrieb und im kombinierten Modus gefahren werden. Systemtypisch ist nicht nur der niedrige Verbrauch, sondern auch die nachdrückliche Beschleunigung sowie das üppige Drehmoment. Die Kombination aus dem Vierzylinder-Benzinmotor mit 1,8 Litern Hubraum sowie dem Hochleistungs-Elektromotor in Kombination mit dem integrierten, elektronisch gesteuerten stufenlosen Getriebe mit Shift-by-Wire-Technologie sorgt für eine druckvolle, lineare Beschleunigung ohne Schaltunterbrechung. Bei der Bremsenergie-Rückgewinnung wandelt der Elektromotor überschüssige Bewegungsenergie in elektrische Energie um, die in der Hybridbatterie gespeichert wird. Der Antrieb lässt sich dank vier wählbarer Auslegungen an unterschiedliche Fahrbedingungen anpassen. Bei „Eco“ und „Normal“ liegt der Schwerpunkt auf einer umweltbewussten Fortbewegung, während im „Sport“-Modus Fahrdynamik und Fahrleistungen im Vordergrund stehen. Der „Ev“-Modus erlaubt einen nahezu geräuschlosen und emissionsfreien elektrischen Fahrbetrieb, in dem kein Kraftstoff verbraucht wird und entsprechend auch keinerlei CO2-, NOx- und Rußpartikel-Emissionen anfallen. Das neue Modell kommt ab Anfang 2011 in Europa als erstes Vollhybridfahrzeug im C-Segment auf den Markt.
(Text: Rainer Roßbach )
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