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SLS AMG GT3: Rennwagen für den Kundensport
02.04.2010
Der SLS AMG GT3 ist entsprechend dem GT3-Reglement des Automobil-Weltverbandes FIA konzipiert. Aufgabe des Flügeltürers ist es, Kunden ein wettbewerbsfähiges Rennfahrzeug für Sprint- und Langstreckenrennen an die Hand zu geben. Mit dem GT3 startet AMG in ein neues Geschäftsfeld: Es umfasst die Entwicklung, die Produktion und den Vertrieb von Kundensportfahrzeugen. Gezielte Modifikationen an der Karosserie passen den Kundensport-SLS an sein neues Wirkungsgebiet an. Neue, großteils aus Carbon gefertigte Komponenten zeugen von der umfangreichen aerodynamischen Entwicklungsarbeit. Vorne gibt es eine neue Frontschürze mit größeren Lufteinlässen. Die breite Öffnung unterhalb des Kühlergrills mit der flügelförmigen Querfinne versorgt den Motorölkühler und die Bremsscheiben mit Kühlluft, genauso wie die beiden Einlässe unterhalb der Scheinwerfer. Für Abtrieb an der Vorderachse sorgt neben den vier außen angebrachten, sogenannten Flics auch der Carbon-Frontsplitter: Er geht direkt in die glatte Unterbodenverkleidung über, an die sich der Heckdiffusor anschließt.
Die Motorhaube verfügt über eine zentrale Öffnung zum Abtransport der Motorwärme. Aus den seitlichen Öffnungen in den vorderen Kotflügeln entweicht die Luft aus den Radhäusern. Zur Gewichtsoptimierung kommen an Seiten- und Heckfenstern besonders leichte Polycarbonatscheiben zum Einsatz, auf Wunsch auch an der Windschutzscheibe. Vorn wie hinten wurden die Kotflügel verbreitert, um Platz für die großen Rennreifen zu machen. Mit einer Breite von 1990 Millimetern ist die GT3-Karosserie um gut 50 Millimeter breiter als die des serienmäßigen SLS AMG. Die neuen Seitenschweller verfügen über Öffnungen zur Kühlung der hinteren Bremsanlage. Am unteren Ende der Schweller ist der glatte Unterboden sichtbar. In der B-Säule findet der genormte Tankstutzen für die Schnelltankanlage Platz. Der 120 Liter große Kraftstofftank sitzt in zentraler Position hinter dem Fahrer. Über dem Heckdeckel thront ein breiter Heckflügel aus Carbon; er ist vielfach verstellbar und erlaubt ein genaues Setup für den jeweiligen Rennstreckentyp. In der neuen Heckschürze sind zwei Öffnungen zur Entlüftung der hinteren Radhäuser angebracht. Als Verlängerung des glatten Unterbodens steigt der Heckdiffusor aus Carbon im Bereich der Hinterachse kontinuierlich an und sorgt durch seine Form für Abtrieb. Das aerodynamische Gesamtkonzept des SLS AMG GT3 wurde in ausgiebigen Windkanalversuchen sowie Rennstreckentests erprobt und festgelegt. Ins Heck integriert ist die vom Reglement vorgeschriebene Regenleuchte - sie muss vom Fahrer bei schlechter Witterung stets eingeschaltet werden.
Wie vom FIA-GT3-Reglement vorgeschrieben, entspricht der AMG 6,3-Liter-V8-Motor in etwa dem des Serienfahrzeugs. Dank seines geringeren Gewichts unterschreitet der GT3 die Beschleunigungswerte des Serienfahrzeugs - 3,8 Sekunden für den Spurt von null auf 100 km/h - deutlich. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt je nach Übersetzung über 300 km/h. Der AMG 6,3-Liter-V8-Motor verfügt auch im Rennfahrzeug über eine Trockensumpfschmierung. Der Einsatz von Saug- und Druckpumpe sowie eines externen Öltanks ermöglicht den Verzicht auf die sonst übliche Ölwanne. Diese Technik gewährleistet eine zuverlässige Schmierung des Motors selbst bei hohen Querbeschleunigungen. Die Trockensumpfschmierung erlaubt zudem einen tiefen Einbau des V8-Triebwerks. Die Lösung, den Achtzylinder möglichst tief und als Frontmittelmotor hinter der Vorderachse zu installieren und mit einem Getriebe in Transaxle-Anordnung zu kombinieren, führt zu einem günstigen Gewichtsverhältnis. Der Verkauf der Kundenfahrzeuge startet voraussichtlich ab Herbst 2010, die Homologation der GT3-Variante wird rechtzeitig vor der Rennsaison 2011 abgeschlossen sein.
(Text: rr/pt )
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