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ADAC-24h-Rennen: Das Glück der Tüchtigen 20.05.2010
Nach einem sehr spannenden Rennverlauf endete das 38. ADAC-Zurich-24-Stunden-Rennen mit einem Erfolg für BMW. Jürgen Alzen, Augusto Farfus, Jörg Müller und Pedro Lamy siegten nach 154 Runden vor Dominik Farnbacher, Keen Lehman, Marco Seefried und Allan Simonsen auf Ferrari F 430 GTC und dem Audi R8 LMS von Marc Bronzel, Luca Ludwig, Dennis Rostek und Markus Winkelhock. Zwar zählten die vom Schnitzer-Team eingesetzten Werks-BMW M3 vor dem Rennen zu den rund zwanzig Fahrzeugen, denen der Gesamtsieg beim 38. ADAC-Zurich-24-Stunden-Rennen zugetraut wurde, die Favoritenrolle aber lag nach den Triumphen in den letzten vier Jahren beim Porsche GT 3 R des Manthey-Teams. Als dann nach dem Training gleich vier Audi R8 LMS in der Startaufstellung vorn standen und die M3 mit den Startplätzen acht und elf vorlieb nehmen mussten, wurde in der Eifel eine Neuauflage des Vorjahres-Duells zwischen Porsche und Audi erwartet. Über das Trainingsergebnis konnten sich die Ingolstädter nicht lange freuen. Als das Feld zum ersten Mal in die Nordschleife einbog, lag Marcel Tiemann im Manthey-Porsche bereits in Führung. Souverän drehte der grün-gelbe Porsche nun seine Runden und lag nach sieben Stunden unangefochten an der Spitze, da wurde dessen Fahrt jäh gestoppt. Unmittelbar vor dem Spitzenreiter verunglückte ein Teilnehmer im Streckenabschnitt Metzgesfeld und prallte in die Leitplanken. Das Fahrzeug schleuderte in dem Moment zurück auf die Strecke, als der führende Marc Lieb die Unfallstelle passierte. Bei der Kollision wurde sowohl die Vorder- als auch die Hinterachse des GT3 R so schwer beschädigt, dass eine Reparatur nicht mehr möglich war. Der Phoenix-Audi R8 LMS mit Frank Biela, Marcel Fässler, Marc Hennerici und Pierre Kaffer übernahm nun die Führung, wurde aber von einem weiteren Porsche verfolgt, der ebenfalls von Manthey eingesetzt wurde. Der 911 GT3 R Hybrid von Jörg Bergmeister, Marco Holzer, Richard Lietz und Martin Ragginger verdrängte den Audi von der Spitze und lag rund acht Stunden in Führung, dann rollte der Hybrid-Porsche mit brennendem Auspuff durch den Streckenabschnitt Wehrseifen. Ein Motorschaden hatte die bravouröse Fahrt beendet.
Auch die Audi-Truppe hatte viel Pech und wurde rasch dezimiert. In der 42. Runde war der R8 von Marc Basseng, Mike Rockenfeller, Frank Stippler und Hans-Joachim Stuck an zweiter Position liegend nach einer Kollision mit einem langsameren Fahrzeug ausgeschieden. Nur fünf Runden später erwischte es den Wagen von Mattias Ekström, Oliver Jarvis, Timo Scheider und Marco Werner, auch hier war die Kollision mit einem überrundeten Fahrzeug Ursache des Ausfalls. Für Christian Abt, Emmaunuel Collard, Lucas Luhr und Christopher Mies kam das Aus nach gut 19 Stunden, als die Antriebswelle ihres R8 den Geist aufgab. Nach zwei Dritteln der Renndistanz wurden Frank Biela und seine Co-Piloten durch einen Antriebsschaden und eine defekte Motoraufhängung gestoppt. Der dritte Audi des Phoenix-Teams von Bronzel/Ludwig/Rostek/Winkelhock fuhr noch auf Rang drei, konnte aber nicht mehr in das Geschehen an der Spitze eingreifen. Diese hatten sich durch eine kontinuierliche Fahrt Alzen/Farfus/Müller/Lamy im Schnitzer-BMW erobert, trotz der Probleme, die sich während des Rennverlaufs eingestellt hatten. In Runde 46 hatte ein Reifenschaden und wenig später ein beschädigter Kühler zu zusätzlichen Boxenstopps und Zeitverlust geführt, in den letzten drei Stunden des Rennen machten Getriebeprobleme den Fahrern das Leben schwer. Uwe Alzen schwärmte nach der Zielankunft: „Ein alles andere als einfaches Rennen mit so einem Ergebnis abzuschließen, ist sensationell. Erst ein Reifenschaden, dann der Kühlerschaden, und am Ende die Probleme mit dem Getriebe. Ich habe insbesondere beim Tausch des Kühlers noch nie eine Boxenmannschaft schneller und professioneller arbeiten sehen.“ Der zweite BMW mit Dirk Adorf, Dirk Müller, Dirk Werner und Andy Priaulx am Steuer war in der ersten Stunde bei einer Überrundung von der Strecke und in die Leitplanken geflogen, stand anschließend mehr als 60 Minuten an der Box und verlor dadurch alle Chancen auf den Sieg. Von Platz 182 fuhr die Mannschaft noch auf Rang sieben. Dirk Adorf trauerte der verpassten Chance nach: „Wir haben im Rennverlauf drei Runden aufgeholt. Ich mag gar nicht daran denken, was ohne das Pech zu Beginn möglich gewesen wäre.“
Die größte Überraschung aber war der zweite Platz für das Hankook Team Farnbacher. Mit einem Ferrari F 430 GTC fuhren Farnbacher/Lehman/Seefried/Simonsen vom 47. Startplatz mit nur vier Minuten Rückstand auf das Podium. Erstmals seit 2005 standen damit keine Porsche-Piloten auf dem Siegerpodest. Die Schwaben trösteten sich mit dem enormen Erkenntnisgewinn aus dem Einsatz des Hybrid-Porsche sowie der Zielankunft des serienmäßigen Werks-Porsche GT3 RS, der von Roland Asch, Horst von Saurma, Chris Harris und Patrick Simon auf Rang 13 gefahren wurde. Der ADAC Nordhrein konnte mit der 38. Auflage des ADAC-Zurich-24-Stunden-Rennens zufrieden sein. „Trotz der sehr wechselhaften Wetterverhältnissezu Beginn des Veranstaltungswochenendes haben wir mit insgesamt 220.000 Zuschauern wieder einen tollen Zuspruch erlebt“, freut sich Rennleiter Walter Hornung. „Zudem bestätigt das Ergebnis die Arbeit unserer Reglementsexperten. Wir haben absolut bemerkenswerten Sport gesehen am Schluss waren dreiverschiedene Marken auf den ersten vier Plätzen.“
(Text: Michael Behrndt) Seite merken bei:
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