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BMW M3 GT2 Art Car: Premiere in Paris, bereit zum Start
08.06.2010
Am kommenden Wochenende bestreitet das Team BMW Motorsport mit zwei BMW M3 GT2 das 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Nach viel versprechenden Ergebnissen in der Le Mans Series peilt die Mannschaft um Teammanager Charly Lamm nun auch beim Saisonhöhepunkt in der LM GT2-Kategorie ein gutes Ergebnis an. Zudem bietet BMW den Fans in Le Mans eine besondere Attraktion und schickt das 17. BMW Art Car auf dem "Circuit de la Sarthe" ins Rennen. Seit der Ankündigung vom 2. Februar, dass Koons das 17. Art Car gestalten wird, ist der Künstler mehrmals nach Deutschland gereist, um mit den Designern und Ingenieuren von BMW Material- und Anwendungsoptionen, die einen wesentlichen Einfluss auf die Optimierung der ästhetischen und aerodynamischen Merkmale des Rennwagens haben, einer gründlichen Prüfung zu unterziehen. Durch die Arbeit mit dreidimensionalen CAD-Modellen des BMW M3 GT2 konnte Koons die Grafiken auf die Oberflächen des Autos projizieren und aus allen Blickrichtungen prüfen. Unter der direkten Leitung und Aufsicht von Koons wurde sein BMW Art Car mit Hilfe eines Teams von BMW Ingenieuren und Designern bei Schmid Design, nahe München produziert. Die Herausforderung bei der Herstellung des BMW Art Cars lag in der Verwendung eines leichten Materials und eines Designs, das die Aerodynamik und das Gewicht des Rennwagens nicht negativ beeinflusst. Auch die Zeitplanung war ein wichtiges Thema, da zwischen den ersten Designskizzen und der Weltpremiere in Paris nur zwei Monate lagen. Aus diesem Grund wurde entschieden, Digitaldruck auf Vinyl zu verwenden. Anschließend wurde eine doppelte Klarlackschicht aufgetragen, um die Farben zur Geltung zu bringen. Um Koons‘ Design, das aus Hunderten von dynamischen Linien besteht, auf das Auto zu übertragen, wurden für den Druckprozess CAD-Designs von 3D in 2D übersetzt und anschließend in penibler Detailarbeit auf das gesamte Auto sowie auf einzelne Ersatzteile aufgetragen. Das Design von Koons ist von vielen hellen Kontrastfarben geprägt, um der kraftvollen Ästhetik Ausdruck zu verleihen. Das Konzeptdesign wurde in hart umrissene Farblinien übersetzt. An den hinteren Seitenteilen und auf der Rückseite des Autos befinden sich explosionsartige Grafiken, die die Kraft des Autos widerspiegeln. Die zwei grafischen Ringe auf der Rückseite des Autos sind Ausdruck für die rasante Beschleunigung. Anlässlich der Premiere des 17. BMW Art Cars hat Jeff Koons am 1. Juni den von ihm gestalteten BMW M3 GT2 im Pariser Centre Pompidou enthüllt und signiert. Ebenfalls im Centre Pompidou, einer der renommiertesten Kulturinstitutionen der Welt für moderne und zeitgenössische Kunst, hatte Roy Lichtenstein im Jahr 1977 sein Art Car präsentiert und unterschrieben.
Die Basis des Rennwagens ist der BMW M3, dessen Achtzylinder-Motor mit 4,0 Litern Hubraum in der Serienversion 420 PS leistet. Der daraus abgeleitete BMW P65 Motor, der im BMW M3 GT2 zum Einsatz kommt, wurde im Rahmen des Reglements weiter optimiert. Die acht Einzeldrosselklappen erhalten ihre Ansaugluft über einen CFK-Luftsammler mit ladungswechsel-optimierten Schwingrohren. Die Mechanik wurde auf die extremen Anforderungen im GT- und Langstreckeneinsatz angepasst: So verfügt der BMW P65 über eine Stahlkurbelwelle, geschmiedete Kastenkolben, hochfeste Stahlpleuel sowie eine Öltrockensumpfanlage. Damit erreicht dieser Motor eine Leistung von circa 500 PS. So aufgerüstet sprintet der BMW M3 GT2 von 0 auf 100 km/h in 3,42 Sekunden. Mit dem Volumen von 500 cm3 je Zylinder und dem gegenüber dem Serienmodell unveränderten Hub-Bohrung-Verhältnis von 75,2 mal 92 Millimetern erfüllt der Motor die Idealvorstellung für einen Sportmotor. Der Zylinderblock besteht aus Aluminium und verfügt über ein "bed plate" Unterteil. Im BMW M3 GT2 kommen intelligente Steuersysteme zur Anwendung. Über zwei Bussysteme kontrolliert das Leistungssteuergerät POWER400 alle Aktuatoren im Auto, wie z. B. Licht, Wischer, etc. Die herkömmliche Relais- und Sicherungstechnik entfällt. Eine erhebliche Gewichtsersparnis, geringe Fehleranfälligkeit und leichte Bedienung sind die wichtigsten Vorzüge dieses Geräts. Das Motorsteuergerät ECU408 ist ebenfalls eine vollständige Eigenentwicklung von BMW Motorsport. Mit zwei leistungsstarken Mikroprozessoren regelt diese Einheit unter anderem die zylinderselektive Einspritzung und Zündung sowie das Motordaten-Memory-System. Auch die "Quick Shift" Funktion des sequenziellen Sechsgang-Renngetriebes im BMW M3 GT2, die die Zündung beim Schalten ausblendet und damit noch schnellere Schaltvorgänge ermöglicht, wird von der ECU408 überwacht. Zu Gunsten der optimalen Gewichtsverteilung wurde die kompakte Getriebeeinheit auf der Hinterachse platziert.
Für den Renneinsatz haben die Ingenieure nicht nur den Antriebsstrang, sondern auch das Fahrwerk modifiziert. Vorder- und Hinterachse des BMW M3 GT2 verfügen über einen gegenüber der Serienversion erhöhten Nachlaufwinkel, eine vergrößerte Spurweite sowie einen größeren Radsturz. Die Stoßdämpfer sind fünffach verstellbar, zudem können Rohrstabilisatoren bei der Abstimmung des Fahrzeugs auf die jeweilige Strecke berücksichtigt werden. Für die Entwicklung eines Rennwagens spielt die Gewichtsoptimierung eine bedeutende Rolle. Was beim Serienmodell des BMW M3 mit intelligentem Leichtbau und der Verwendung des einzigartigen CFK-Dachs beginnt, haben die BMW Motorsport Ingenieure beim BMW M3 GT2 konsequent fortgesetzt. Die Verwendung von kohlefaserverstärktem Kunststoff hat entscheidend dazu beigetragen, das Fahrzeuggewicht von 1.245 Kilogramm (in ACO-Spezifikation) zu erreichen. Neben dem Dach des BMW M3 GT2 sind Front- und Heckschürze, Motorhaube, Heckdeckel, Schweller, Türen, vordere Kotflügel sowie die hinteren Kotflügelverbreiterungen aus CFK gefertigt. Unter Verwendung der computerunterstützten Strömungsberechnung (CFD) wurde an der Aerodynamik des BMW M3 GT2 gefeilt. Außerdem war es möglich, am Computer die Geometrie und Kinematik des Fahrwerks zu optimieren und die günstigste Lage der Befestigungspunkte der Achsen zu ermitteln. Parallel dazu erlaubten es aufwendige Berechnungsprogramme, die Verformung der Karosserie unter extremen Belastungen zu simulieren. Mit Hilfe umfangreicher Windkanaluntersuchungen überprüften die Ingenieure die zuvor gesammelten Erkenntnisse.
Beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans schreibt das Reglement vor, dass die Temperatur im Cockpit 32 Grad Celsius nicht überschreitet. Nach einem Boxenstopp muss dieser Wert innerhalb von acht Minuten wieder erreicht werden. Daher gibt es für die Piloten sogar Klimaanlage. Um die Kühlung so effizient wie möglich zu gestalten, wurde der Innenraum hinter dem Fahrersitz mit einer Kunststoffscheibe begrenzt und damit der Kühlaufwand reduziert. Auch für die Sicherheit des Fahrers wird hoher Aufwand getrieben. Im BMW M3 GT2 kommt eine Sicherheitszelle aus hochfestem Präzisionsstahlrohr zum Einsatz, die in die selbst tragende Stahlblechkarosserie eingeschweißt wird und den Piloten bei einem Aufprall wirkungsvoll schützt. Die Entwicklung und Auslegung der Sicherheitszelle, die Experten im BMW Werk Regensburg fertigen, erfolgte anhand von CAD-Konstruktionen sowie Simulationsrechnungen. BMW Motorsport ist vom Automobilweltverband FIA als Berechnungsinstitut für Sicherheitszellen zertifiziert. Auf der Strecke sind die Fahrer mit einem Sechspunktgurt in einem von BMW Motorsport neu entwickelten Sicherheitssitz festgeschnallt, mit dem sie im Falle eines Unfalles auch über das Dach aus dem Auto gehoben werden können. Zudem sind die Fahrer durch HANS (Head-and-Neck-Support), energieabsorbierende Schäume in Hohlprofilen und Crash-Pads in den Türen geschützt. Während im BMW M3 Coupé Hochleistungs-Compound-Bremsen für exzellente Verzögerungswerte sorgen, sind die Bremsen im BMW M3 GT2 in Festsattelbauweise ausgeführt. Die aus Aluminium gefertigten Bremssättel bestehen aus sechs Kolben an den Vorder- und vier Kolben an den Hinterrädern. Die innenbelüfteten Grauguss-Bremsscheiben weisen einen Durchmesser von 378 mm (vorn) bzw. 355 mm (hinten) auf. Der Aufwand ist nötig, denn die Konkurrenz ist hart: Insgesamt treten in der GT2-Klasse bei der 78. Auflage des Rennens 17 Autos an. Mit dem BMW M3 GT2 fordert BMW in diesem Jahr die Platzhirsche von Ferrari und Porsche heraus. Mit Jaguar geht 2010 ein weiterer Neuling an den Start. Auch die Konkurrenz von Aston Martin, Corvette und Spyker hat sich vorgenommen, den Ausgang in der Klasse spannender zu gestalten als im Vorjahr: Damals stammten neun der ersten zehn Autos im Ziel aus dem Hause Ferrari. Insgesamt ist die LM GT2-Kategorie in diesem Jahr so stark besetzt wie selten zuvor.
(Text: dr,BMW )
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