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Adenauer Rundstrecken-Trophy: Spannender Alltag 15.06.2010
Alljährlich dienen die ersten Läufe der Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring auch der Vorbereitung vieler Teams auf das 24-Stunden-Rennen in der Eifel. Wenn der Langstreckenklassiker dann gelaufen ist, kehrt im Starterfeld der Alltag zurück und die Nordschleife gehört wieder den Fahrern und Teams, die dieses Championat erst möglich machen. Die 41. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy hatte zudem Konkurrenz durch das 24-Stunden-Rennen von Le Mans, bei dem auch einige Piloten an den Start gingen, die sonst in der Eifel nicht fehlen. Dass mit Marcel Tiemann einer der herausragenden Fahrer der Serie nicht an den Start ging, hatte allerdings andere Gründe. Der Manthey-Pilot war am 23. Mai bei einem Lauf zur International GT-Open im italienischen Imola mit einem Audi R8 LMS schwer verunglückt. Er erlitt dabei ein schweres Schädel-Hirn- Trauma, einen Halswirbelbruch sowie Rippenbrüche. Erst nach drei Wochen konnte Tiemann, der in ein künstliches Koma versetzt worden war, soweit stabilisiert werden, dass die Verlegung von der Klinik in Bologna in die Universitätsklinik von München möglich wurde. Nach Angaben der Familie besteht jetzt keine Lebensgefahr mehr. Während die anderen Stammfahrer des grün-gelben Manthey-Porsche, Timo Bernhard und Romain Dumas, beim 24 Stunden Rennen von Le Mans einen Audi R15 Plus zum Gesamtsieg fuhren, übernahmen Arno Klasen und Oliver Kainz den Start in der Eifel. Weitere Favoriten auf dem Gesamtsieg waren Hans-Joachim Stuck und Frank Stippler im Audi R8 LMS des Phoenix-Teams, Chris Mamerow, der sich das Cockpit seines Porsche mit Marc Basseng teilte sowie Lance David Arnold und Christian Menzel in einem weiteren Porsche aus dem Hause Manthey. Trainingsschnellste waren Chris Mamerow und Marc Basseng vor Arnold/Menzel und Stuck/Stippler. 168 Fahrzeuge gingen in das vierstündige Rennen, dass eines der spannendsten der letzten Jahre wurde. Unter den Startern war wieder einmal Smudo von der deutschen Hiphop-Gruppe „Die Fantastischen Vier“. Er pilotierte ein BioConcept-Car auf Basis eines Renault Mégane GT, dessen mehrteilige Karosserie durch Biofaserbauteile ersetzt wurde. Als Treibstoff dient ein B30-Mix (30 Prozent Bio-, 70 Prozent fossiler Diesel), der Mittel-Motor macht das Auto endgültig zum sportlichen Racer.
Nach der Niederlage beim 24 Stunden Rennen auf dem Nürburgring im Mai unternahmen die Ingolstädter einen weiteren Anlauf, um die bisherige Dominanz der Porsche brechen. Dies merkten zunächst Arnold/Menzel, die den Audi R8 bereits in der ersten Kurve ziehen lassen mussten. Nur eine Runde später übernahmen Stippler/Stuck an gleicher Stelle die Führung. Außen herum bremste sich Stippler im Phoenix-Audi an Chris Mamerow vorbei, richtig absetzen konnte er sich in der Folge aber nicht. Während Arnold/Menzel im Haribo-Porsche dem Duo folgten, war der grün-gelbe Manthey-Porsche auf einer anderen Strategie unterwegs. Nach einem frühen Boxenstopp fiel das Team aus den Top-Ten heraus, lag aber nach der ersten Runde der regulären Stopps wieder auf Rang zwei gewertet. Im weiteren Verlauf entwickelte sich um die zweite Position ein Porsche-internes Duell zwischen Klasen/Kainz und Mamerow/Basseng, das mal die Truppe von Olaf Manthey und mal das Team Mamerow Racing vorne sah. Das gab dem Phoenix-Team die Gelegenheit, einen Vorsprung von etwa einer Minute herauszufahren, bis das bis dahin trockene Wetter 40 Minuten vor Rennende umschlug. Als erster holte sich Mamerow Regenreifen von seiner Box und begann seine Aufholjagd auf den Audi. Erst zwei Runden später tat es ihm Hans-Joachim Stuck gleich, der sich nach Kräften bemühte, die Führung vor dem heranstürmenden Mamerow zu verteidigen. Nur 0,2 Sekunden betrug Stucks Vorsprung auf den Porsche, als die Piloten die letzte Runde unter die Räder nahmen.
Die Teams und Zuschauer blickten nun gespannt auf die Hohenrain-Schikane und warteten auf den Sieger dieses vierten Laufes. Es war der schwarz-weiße Mamerow-Porsche, der dort in Führung liegen auftauchte, Mamerow hatte die Rennfahrerlegende Stuck niederringen können und gewann das Rennen denkbar knapp mit 0,24 Sekunden Vorsprung. Für Mamerow war es nach dem Sieg im dritten Lauf bereits der zweite Saisonsieg. Audi musste sich, zumindest in der Eifel, einmal mehr der Konkurrenz geschlagen geben und wartet weiter auf den ersten Saisonsieg im Langstreckenpokal. In der Meisterschaft liegen Mario Merten und Wolf Sylvester weiterhin an der Spitze. In der Klasse SP3 genügte den beiden in ihrem BMW Z4 aus dem Hause Bonk Motorsport ein zweiter Platz, um die Tabellenführung zu behalten. Der Klassensieg ging an Karl Brinker in einem Renault Clio. Die nächsten Meisterschaftspunkte werden am 3. Juli 2010 beim 50. ADAC Reinoldus-Langstreckenrennen vergeben.
(Text: Michael Behrndt/Matthias Behrndt)
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