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VLN Reinoldus-Rennen: Wieder ein Porschesieg 06.07.2010
Die Langstrecken-Meisterschaft auf dem Nürburgring hatte an diesem Wochenende gegen ein starkes Konkurrenzprogramm zu bestehen. Nicht nur in der Eifel kämpften die Sportler um Ruhm und Ehre, es war auch der Tag des Viertelfinalspiels Deutschland gegen Argentinien. Aufgrund dieses Ereignisses hatten die Veranstalter den Rennstart um eine halbe Stunde vorgezogen. So wurde allen Beteiligten und den Fans die Möglichkeit geboten, den deutlichen 4:0-Erfolg der Nationalmannschaft beim Public-Viewing im Ring-Boulevard zu verfolgen. Bereits vor dem Start war das nachfolgende Fußballspiel ein Thema in zahlreichen Interviews und bei den Fans entlang der 24,369 Kilometer langen Kombination aus Nürburgring Sprintstrecke und der Nordschleife. Während es für den Ausgang des Spiels die klare Prognose für einen deutschen Sieg gab, waren die Erwartungen für das Rennen weniger eindeutig. Nach vier Siegen in vier Rennen galten auch an diesem Wochenende die Porsche-Teams als hohe Favoriten. Aber erneut stellte sich Phoenix Racing mit einem Audi R8 LMS der scheinbaren Übermacht entgegen. Während die Ingolstädter in Le Mans und der DTM in diesem Jahr schon Erfolge feiern konnten, warten sie in der Eifel noch immer auf den ersten Saisonsieg. Auch beim fünften Lauf sollte dieser auf sich warten lassen. Einmal mehr gewann ein Sportwagen aus dem Hause Porsche. Nach zwei Siegen zu Beginn des Jahres, feierte das Team Manthey Racing schon den dritten Erfolg in der Eifel. Dieses Mal pilotierten Marc Lieb und Arno Klasen den Porsche 911 GT 3 R. Für Marc Lieb war es der zehnte Gesamtsieg in der Langstrecken-Meisterschaft, für Arno Klasen bereits Erfolg Nummer 23.
Weniger Glück hatte einmal mehr die Audi-Truppe von Phoenix Racing. Nach einer starken Anfangsphase und einem über weite Strecken interessanten Duell mit dem Porsche von Manthey Racing, endete das Rennen von Hans Joachim Stuck und Frank Stippler mit einem Unfall im Bereich Aremberg. In Runde 27, kurz vor Ablauf der 4-Stunden-Renndistanz, hatte Stuck bei einsetzendem Regen die Kontrolle über den Audi R8 LMS verloren und schlug heftig in die Leitplanken ein. Dabei zog er sich eine Gehirnerschütterung zu, blieb aber ansonsten äußerlich unverletzt. Trotzdem wurde er zur Kontrolle ins Krankenhaus nach Neuwied transportiert. Nach dem Unfall wurde das Rennen mit der roten Flagge abgebrochen und mit dem Ergebnis der 25. Runde gewertet. Zu diesem Zeitpunkt lagen Stuck und Stippler noch auf Rang zwei. Dritte wurden Christian Mamerow und Alexander Roloff, ebenfalls auf einem Porsche GT 3 R. Mamerow Racing, die den vierten Lauf vor zwei Wochen gewonnen hatten, konnten zunächst das Tempo an der Spitze mitgehen, verloren nach dem ersten Boxenstopp aber den Anschluss nach vorne und eine Position an Lance David Arnold und Richard Westbrook im Haribo-Porsche. Nach einem packenden Duell in der Schlussphase gelang es Chris Mamerow aber noch, den von Manthey Racing betreuten Haribo-Porsche niederzuringen und erneut auf dem Siegerpodest zu landen.
Hinter Arnold und Westbrook kamen die Teamkollegen Mike Stursberg und Oliver Kainz im zweiten Haribo-Porsche auf Rang fünf ins Ziel. Zunächst war Oliver Kainz noch als Teamkollege von Arno Klasen vorgesehen und sollte dort den rekonvaleszenten Marcel Tiemann vertreten, der nach einem schweren Unfall in Imola mittlerweile in einer Rehabilitationsklinik in Deutschland betreut wird. Kurzfristig übernahm aber Marc Lieb diese Rolle und so konnte Kainz zusammen mit Stursberg das zweite Top-5-Resultat in Folge einfahren. Rang sechs ging an Rudi Adams, Stefan Aust und Peter Posavac, die einen BMW Z4 GT3 für Dörr Motorsport pilotierten. Dahinter freuten sich Sabine Schmitz und Klaus Abbelen auf Platz sieben über die erste Zielankunft mit dem neuen Porsche 911 GT3 R. In der Meisterschaftstabelle hat sich nach dem fünften Lauf einiges getan. Da zum Zeitpunkt des Rennabbruchs bereits mehr als 60% der Renndistanz absolviert waren, wurde der Lauf komplett gewertet. Dies traf besonders die bisherigen Tabellenführer Mario Merten und Wolf Sylvester, die nach einem technischen Defekt im Training gar nicht an den Start gehen konnten und so kampflos die Meisterschaftsführung abgeben mussten. Diese haben nun Christoph Breuer, Elmar Deegener und Jürgen Wohlfarth inne. In ihrem Audi TTS feierten sie bereits den vierten Klassensieg bei den Specials bis 2.000ccm Hubraum und Turboaufladung. Ebenfalls zum vierten Mal erfolgreich waren Carsten Knechtges, Alexander Böhm und Philipp Leisen, die im BMW Z4 von Black Falcon nun zweite in der Meisterschaft sind. Bereits am 17. Juli 2010 im Rahmen der Nürburgring Performance Days startet die Langstreckenmeisterschaft mit dem 33. RCM DMV Grenzlandrennen in die zweite Saisonhälfte und lädt am Abend nach dem Rennen zum großen Sommerfest im Eifeldorf ‚Grüne Hölle’ ein.
(Text: Michael Behrndt/Matthias Behrndt)
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