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Festival of Speed 2010: Klassiker und Exoten 12.07.2010
Am 100. Geburtstag von Alfa Romeo kam auch das diesjährige Goodwood Festival of Speed im englischen West Sussex nicht vorbei. Und die Italiener zeigten sich nicht kleinlich: Mehr als fünfzig historische und aktuelle Modelle der italienischen Traditionsmarke waren zu sehen.. So brachten die Mailänder etwa den Alfa Romeo 8C 2900 B Le Mans Speciale von 1938, einen Alfa Romeo Gran Premio Tipo B (P3) aus dem Jahr 1932, den ersten Formel-1-Weltmeister Tipo 159 „Alfetta“ von 1951 und oder etwa einen Alfa Romeo 155 V6 TI DTM aus dem Jahr 1993 zum Bergrennen nach Goodwood. Aber nicht nur Rennfahrzeuge verliessen das Museum in Arese. Auch faszinierende Designer-Einzelstücke wie der Alfa Romeo 33 Carabo oder Bertones Navajo gaben dem Festival of Speed eine besonderen Note. Jenseits des Hundertjährigen von Alfa Romeo hatten auch noch andere Jubilare einen großen Auftritt. So ist die Formel 1 nun 60 Jahre alt und feierte sich mit Pretiosen von Lotus wie etwa dem legendären 72, dem überaus erfolgreichen 49er oder einem absoluten Exoten, dem Gasturbinen-Monoposto aus dem Jahr 1971. Tyrell hatte den Sechsräder P34 am Start und Ferrari den 312 B3 "Spazzaneve" ein absolutes Unikat.
Bemerkenswert unter den deutschen Teilnehmern waren Porsches Targa-Florio-Siegerauto von 1969, ein 908/2, der aktuell von Vic Elford bewegt wurde sowie - 40 Jahre nach dem ersten Le Mans-Gesamtsieg - der Salzburg-917 Kurzheck, mit dem Hans Herrmann und Richard Attwood 1970 den Sieg holten. Mercedes brachte das Weltmeisterfahrzeug von 1954, das legendäre 300 SLR-"Uhlenhaut"-Coupé oder den exotischen C111- Dieselrekordwagen nach Goodwood, während Audi vor allem den diesjährigen Le-Mans-Sieger R15 "Plus" in den Mittelpunkt stellte. Insbesondere aber machen die Exoten den Reiz des Festival of Speed aus: Ex-Porsche-Designer Harm Lagaay hat von Shadow-Gründer Don Nichols den radikalen CanAm-MK I aus dem Jahr 1970 erstanden und in den ursprünglichen Zustand zurückgebaut - mit einem großartigen Ergebnis. Und auch der argentinische Berta LR gehört zu den Rennwagen mit einer besonderen Geschichte. 1969 beschloß der Ingenieur Oreste Berta einen Dreiliterprototypen zu bauen und bei der argentinische Temporada einzusetzten. Das Projekt war ambitioniert: Er konstruierte nicht nur das Chassis, sondern auch einen Dreiliter V8 und das Gesamtpaket erwies sich als absolut konkurrenzfähig. Das ist der Reiz des Festivals: Hier kann man Siegertypen und Exoten nicht nur sehen, sondern auch riechen und hören. Und vor dem Paddock der Rennfahrer trifft man die Großen des Motorsports: Stirling Moss trifft sich mit Emerson Fittipaldi, Mika Häkkinen begegnet Jochen Mass in einer unachahmlich entspannten Atmosphäre.
(Text: Rainer Roßbach/Dieter Roßbach)
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