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Ennstal-Classic 2010: Oldtimer-Sport vom Feinsten 27.07.2010
Der österreichische Motorsportjournalist Helmut Zwickl rief und viele große Namen des Motorsports folgten der Einladung ins malerische Ennstal. Die Ennstal-Classic, von Zwickl und Michael Glöckner vor 18 Jahren ins Leben gerufen, zählt heute zu den herausragenden Veranstaltungen dieser Art in Europa. Mit 210 Fahrzeugen der Baujahre 1924 bis 1971 ging eine beachtliche Zahl von Oldtimern in den Wettbewerb, der über eine 8,5 Kilometer lange Bergwertung sowie zwei Tagesetappen mit einer Gesamtdistanz von 845 Kilometern führte. Am Start waren neben vielen Enthusiasten auch zahlreiche prominente Namen aus dem Automobilsport. Jochen Mass pilotierte einen Mercedes 300 SL Roadster, sein Co-Pilot war Herbert Völker. Derek Bell fuhr zusammen mit seiner Frau Misty einen Porsche 356 B GT Carrera, Dr. Wolfgang Porsche ging mit einem 356 Carrera in den Wettbewerb. Dr. Mario Theissen und Christian Klien setzten auf einen BMW 328 MM Roadster, Prinz Leopold von Bayern in einem 328 Touring Roadster und Marc Surer im 328 MM Coupé vervollständigten die BMW-Mannschaft. Die englische Rennfahrer-Legende Stirling Moss wollte mit Ehefrau Susie auf einem Porsche 911 S ins Rennen gehen, gab aber nach der ersten Bergwertung auf. Der Engländer laborierte noch an den Folgen eines Unfalls, bei dem er im März dieses Jahres in den Fahrstuhlschacht seines Hauses gestürzt war. Er ließ es sich aber dennoch nicht nehmen, bei der gesamten Veranstaltung präsent zu sein.
„Autofahren im letzten Paradies“ lautet das Motto der Ennstal Classic und die Streckenführung wurde diesem Anspruch auch 2010 gerecht. Der Stoderzinken hoch über Gröbming war das Ziel der Bergwertung, der 336 Kilometer lange Prolog führte unter anderem über die Radstädter Tauern, die Nockalm-Straße sowie die Turacher Höhe. Zu den Etappen des Marathons über 509 Kilometer gehörten der Sölkpass, Steyr, Bad Aussee und Bad Ischl sowie die Postalm. Die Schlussetappe war hingen nur 1,4 Kilometer lang, führte durch Gröbming und wurde als Chopard-Grand-Prix ausgetragen. Bevor die Teilnehmer dieses letzte Teilstück in Angriff nahmen, gehörte die Piste legendären Fahrern und ihren Fahrzeugen. Marco Werner gab einem Auto Union Typ D die Sporen, Gerhard Berger hatte sein Erscheinen an die Bedingung geknüpft, endlich einmal einen Porsche 917/10 Turbo fahren zu können. Als er in dem gelben Boliden von Willi Kauhsen saß, gab er jedoch spitzbübisch zu, dass er so oder so gekommen wäre. Maria Theresa de Filippis fuhr wie in den fünfziger Jahren einen Maserati 250 F, Jochen Mass einen Mercedes 300SL aus dem Jahr 1953. Hans Herrmann nahm die Fünf-Runden-Distanz in einem Borgward 1500RS unter die Räder, schließlich war er 1957 Werksfahrer bei dem früheren Bremer Werk. Die Italiener Nino Vaccarella und Nanni Galli komplettierten in ihren Alfa Romeo das Starterfeld.
Star dieses Schaulaufens der Meister aber war Sebastian Vettel, der unter den gestrengen Augen von Dr. Wolfgang Porsche und Porsche-Museums-Chef Klaus Bischof am Steuer eines Porsche 804 aus dem Jahr 1962 Platz nahm. Hatte der Amerikaner Dan Gurney mit einem Wagen dieses Typs die Großen Preise von Frankreich und der Solitude gewinnen können, eroberte Vettel darin die Herzen der zahlreichen Zuschauer, die dem Spektakel sogar bei freiem Eintritt beiwohnen durften. Dann folgte das Finale der Ennstal-Classic, das Sebastian Klackl und Gernot Kronberger in einem Porsche 356 B aus dem Jahr 1963 für sich entscheiden konnte. Die perfekt organisierte Veranstaltung setzte wieder einmal Maßstäbe. Gerade die Zusammenführung von legendären Rennfahrzeugen mit den Fahrern, die diese Fahrzeuge einst im Renntempo bewegt haben, sucht ihres gleichen und begeisterte die Zuschauer. Daneben verlangte die Streckenführung Höchstleistungen von den Fahrern und Beifahrern, so dass eine Zielankunft oder gar eine gute Platzierung in diesem Wettbewerb eine ganz besondere Bedeutung hat.
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