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DTM Nürburgring: Totaler Mercedes-Triumph in der Eifel 11.08.2010
Nachdem Audi in den vergangenen Jahren mehrfach am Nürburgring gewonnen hatte, reisten die Ingolstädter mit dem festen Vorsatz in die Eifel, dem bisher einzigen Sieg 2010, Mattias Ekström gewann in Valencia, den zweiten Saisonerfolg folgen zu lassen. Der Verlauf des Qualifyings nährte diese Hoffnung. Zwar standen fünf Mercedes-Piloten in den ersten drei Startreihen, aber die Pole Position hatte sich wieder einmal Ekström gesichert. Der Schwede freute sich, dass es ihm zusammen mit seinem Renningenieur gelungen war, die optimale Abstimmung für seinen Audi gefunden zu haben. Leider waren diese Erkenntnisse, gewonnen am sommerlich-warmen Samstag, am Sonntagmorgen nichts mehr wert. Regen und Nebel hüllten den Nürburgring ein und verhinderten am Vormittag die Durchführung des gesamten Rennprogramms. Weil das Wetter den Start des Rettungshubschraubers nicht zuließ, blieben auch die DTM-Boliden zunächst in den Boxen. Erst gegen 12 Uhr konnte das eigentlich für neun Uhr vorgesehene Warm-Up erfolgen. Da das Rennen wie immer live im Fernsehen ausgestrahlt wurde, erfolgte der Start trotzdem wie gewohnt um 14 Uhr.
Ekström kam schlecht weg und musste Bruno Spengler und zunächst auch Paul Di Resta den Vortritt lassen. Bei der Einfahrt in die Mercedes-Arena war dem Schweden dadurch die Ideallinie versperrt und er verlor auf der Außenbahn weitere wertvolle Plätze. Noch schlimmer erwischte es seinen Audi-Kollegen Thomas Winkelhock. Er wurde von Susie Stoddart abgeschossen, weil an ihrem Mercedes die Bremsen nicht griffen. Es dauerte zwei Runden, bis die lädierten Fahrzeuge aus der Gefahrenzone geräumt waren, die geschwenkten gelben Flaggen verhinderten, dass die führenden Mercedes-Piloten früh attackiert werden konnten. So zog sich das Feld bereits auseinander und die Audi-Piloten hatten in dem an Überholvorgängen armen Rennen keine reelle Chance mehr, in den Kampf um die Spitze einzugreifen. Spengler und Di Resta zogen im Parallelflug ihre Runden, auch ihre Boxenstopps änderten nichts an der Reihenfolge. Im bestplatzierten Audi kämpfte Timo Scheider vergeblich um eine Verbesserung seiner vierten Position, erst auf Rang sieben folgte ihm der Trainingsschnellste aus Schweden.
So endete das Rennen mit einem Dreifach-Sieg für Mercedes durch Spengler, Di Resta und Garry Paffet. Jamie Green auf Rang fünf und Ralf Schumacher auf Position sechs komplettierten den Triumph der Stuttgarter. Nach der Pole Position am Norisring bestätigte der frühere Formel-I-Pilot aus Kerpen damit seinen Aufwärtstrend in der DTM. Da erst die Hälfte der Saisonrennen absolviert ist, kann man noch nicht von einer Vorentscheidung sprechen. Aber vier Mercedes-Fahrer auf den Tabellenplätzen eins bis vier und 19 Punkte Rückstand des bestplatzierten Audi-Piloten auf Tabellenführer Spengler werden es den Ingolstädtern schwer machen, an die Meisterschaftserfolge der letzten drei Jahre anzuknüpfen, zumal Mercedes derzeit mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung aufwarten kann.
Während bei den Stuttgartern nach dem Rennen eitel Sonnenschein herrschte, dachte Spengler bereits an das nächste Rennen in Zandvoort. „Wir werden jetzt alle diesen Moment genießen und ab morgen konzentrieren wir uns auf die sechs Rennen, die noch vor uns liegen“, blickte der Kanadier nach vorn. Bei Audi gab es Selbstkritik und Hausaufgaben. Pole-Setter Ekström: „Mein Start war schlecht.“ Dr. Wolfgang Ulrich, Sportchef der Ingolstädter: „Wir haben im weiteren Verlauf des Rennens gesehen, dass keines unserer Autos nur annähernd die Performance hatte, die wir erwartet hatten - vor allem nach der starken Qualifying-Leistung von ‚Eki’ gestern. Wir müssen nun nach vorne blicken, die Dinge sauber aufarbeiten und in Zandvoort in 14 Tagen wieder siegfähig aufgestellt sein. Noch sind in der Meisterschaft 60 Punkte für Siege zu vergeben." Die Zuschauer im holländischen Zandvoort dürfte es freuen, wenn die Audi-Truppe dabei Erfolg haben würde. Denn ein bisschen spannender als am Nürburgring darf es in der DTM gerne wieder werden.
(Text: Michael Behrndt) Seite merken bei:
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