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Citroën C3: Runder Rücken, hohe Stirn
3.10.2010
Der neue Citroën C3 tritt ein schweres Erbe an, denn sein Vorgänger war im B-Segment ein Erfolgsmodell. Zwei Millionen Expemplare davon konnten weltweit abgesetzt werden. Da ist bei einer Neuauflage Fingerspitzengefühl gefordert. Einerseits muss der aktuellen Kundschaft das bekannte Format im erwarteten Preisrahmen geboten werden, anderseits soll, wenn eben möglich, auch neue Kundschaft angesprochen werden. Der C3 versucht das mit einer Aufwertung bei der Verarbeitungsqualität, der Materialanmutung und bei den lieferbaren Luxuszutaten, bleibt allerdings bei Zuwachs der Außenmaße zurückhaltend. Der Neue ist breiter und deutlich höher, Länge und Randstand bleiben dageben unverändert. Durch geschicktes Raummanagement haben die Designer trotzdem Platz gewonnen, genau 8 cm auf den Vordersitzen und 3 cm in der hinteren Reihe. Auch beim Kofferraum legt der C3 zu, es sind nun mindestens 300 l, dazu kommt ein Handschuhfach mit 13 l Volumen. Da die Grundlinien vom Vorgänger übernommen wurden, präsentiert Citroën dem Kunden ein vertrautes Auto in deutlich verbesserter Auflage. Die optimierte Raumnutzung plaziert den C3 nun auch bei uns als kleine Familienlimousine, ein Status, den der Vorgänger in Südeuropa schon immer hatte.
Das Design ist nun deutlich dynamischer geworden. Weiche Linien werden von Chromapplikationen betont, die Fahrzeugfront mit gekrümmten Klarglasscheinwerfern zitiert den DS3-Entwurf. Zehn verschiedene Außenfarben und Leichtmetallräder in 16- oder 17-Zoll erlauben eine hochwertige Individualisierung. Besonders in der getesteten Exclusive-Ausstattungslinie mit der großen Zenith-Windschutzscheibe kommt dabei ein Hauch von Luxus auf. Von der Haube bis zum Dach misst die Glasfläche 1.35. Die Paroramascheibe ist volle 36% größer als das, was bei Fahrzeugen dieser Größe üblich ist. Der Sichtwinkel beträgt 108° statt der gängien 28°. Da auch die A-Säulen recht schmal sind, kommt also viel Licht ins Auto, der C3 ist ein echtes Schlechtwetter-Cabriolet. Auch bei der Innenraumgestaltung haben die Designer Wert auf verbesserte Qualität und höheren Komfort gelegt. Einfache Materialien gibt es nur in der Billigversion, die höheren Ausstattungslinien bieten Chromleisten, Klavierlack-Imitationen und vier verschiedene Bezugsstoffe, bis hin zu einer Lederausstattung. Technisch hat sich nur wenig getan. Durch den verbesserten Cw-Wert und Gewichtsoptimierung reduziert sich der schon beim Vorgänger recht gute Benzinverbrauch etwas. Fünfganggetriebe sind Standard, nur der 1.6HDi 16V 110 wird mit einem manuellen Sechsganggetriebe geliefert. Für den 1.6 VTi 120 kann eine 4-Gang-Automatik bestellt werden. Auch das Fahrwerk bekam eine Feinoptimierung , die neue Hinterachse verbessert Fahrverhalten und Komfort. Wer allerdings ein automatisiertes Schaltgetriebe oder gar ein Doppelkupplungsgetriebe möchte oder eine Start-Stop-Option erwartet, wird enttäuscht. Hier bleibt Citroën klar hinter der Konkurrenz zurück. Trotzdem ist der C3 besonders in den gehobenen Ausstattungslinien ein interessantes Angebot, da er ein vollwertiges Familienfahrzeug ist.
(Text: Dieter Roßbach )
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